
Microsoft integriert eine tiefgreifende Änderung in das Betriebssystem Windows 11. Über eine neue Plattformschnittstelle wird das System künftig das Alter der Nutzer erfassen und an verifizierte Anwendungen weitergeben. Wer die Überprüfung verweigert oder das geforderte Alter nicht erreicht, wird bei der Nutzung von Microsoft-Diensten und Drittanbieter-Apps blockiert oder stark eingeschränkt.
Der US-Tech-Riese bereitet sein Ökosystem damit auf verschärfte gesetzliche Richtlinien im Bereich der digitalen Sicherheit und des Jugendschutzes vor. Wie aus neu veröffentlichten Support-Dokumenten des Herstellers hervorgeht, kommt das neue System unter dem Namen „Digital Safety Age Signals“ zum Einsatz.
Erste Einschränkungen treffen Microsoft Teams Free
Das erste prominente Beispiel für die neuen Einschränkungen betrifft die kostenlose Version von Microsoft Teams. Betroffene Nutzer in regulierten Regionen erhalten in Kürze entsprechende Hinweise direkt in der App.
- Einschränkung für Minderjährige: Konten von Jugendlichen oder nicht verifizierten Nutzern verlieren den Zugriff auf bestimmte Kommunikationsfeatures.
- Zwang zur Verifikation: Ohne einen unabhängigen Altersnachweis lassen sich betroffene Kernfunktionen innerhalb des Dienstes nicht mehr freischalten.
So funktionieren die „Age Signals“ im Hintergrund
Laut Microsoft steht der Datenschutz bei der Implementierung im Fokus. Um die Privatsphäre zu wahren, übermittelt Windows 11 an installierte Apps niemals das genaue Geburtsdatum oder das exakte Alter einer Person. Stattdessen wird die Nutzerschaft über eine Programmierschnittstelle (API) in fünf feste Altersintervalle unterteilt:
- Unter 10 Jahre
- 10 bis 12 Jahre
- 13 bis 15 Jahre
- 16 bis 17 Jahre
- Ab 18 Jahre (Erwachsenenstatus)
Fragt eine App den Status ab, liefert Windows 11 lediglich den mathematischen Bereich (Intervall) sowie die Information, ob diese Angabe bereits manuell und unabhängig bestätigt wurde.
Schutz vor Datenmissbrauch durch App-Zertifizierung
Microsoft betont, dass nicht jede beliebige Software auf dem Computer die Alterssignale unkontrolliert auslesen kann. Entwickler müssen ihre Anwendungen vorab auf der „Digital Safety“-Plattform von Microsoft registrieren und verifizieren lassen. Erst nach erfolgreicher Freigabe durch das System wird das anonymisierte Alterssignal an die jeweilige App übermittelt. Dies soll verhindern, dass Werbenetzwerke oder unbefugte Programme Nutzerprofile ausspähen.
Für Anwender soll das Verfahren zudem den Komfort erhöhen: Einmal zentral in Windows 11 das Alter bestätigt, entfällt die wiederholte, lästige Altersprüfung bei jeder einzelnen App oder jedem neuen Spiel. Die flächendeckende Integration des neuen Features in die regulären Windows-11-Versionen wird im Laufe des verbleibenden Jahres erwartet.














