
Die Mozilla Foundation hat die neue Version Firefox 155.0 für Windows, Mac und Linux zum Download freigegeben. Dieses Update stellt einen strategischen Meilenstein für das Unternehmen dar. Mozilla verabschiedet sich mit dieser Version vom alten Vier-Wochen-Takt und führt einen beschleunigten, zweiwöchentlichen Veröffentlichungsrhythmus ein. Auf diese Weise sollen Sicherheitsupdates, Fehlerkorrekturen und neue Webfunktionen deutlich schneller bei den Endnutzern ankommen.
Smart Window bringt künstliche Intelligenz in den Browser
Zu den auffälligsten Neuerungen gehört der optionale KI-Modus „Smart Window“. Das Feature wird schrittweise als Beta-Version für Nutzer in den USA, Kanada und nun auch in Frankreich ausgerollt. Eine Registrierung über ein Mozilla-Konto ist für die Nutzung erforderlich.
Technisch kombiniert das System führende Sprachmodelle von OpenAI, Google und Alibaba. Die Funktion erleichtert das Wiederaufnehmen früherer Internetsuchen und liefert mithilfe der Exa-Websuche spürbar beschleunigte Antworten samt Quellenangaben. Mozilla gibt an, dass sich die Wartezeiten bei KI-Abfragen in der Browser-Oberfläche auf etwa ein Fünftel der bisherigen Zeit verkürzt haben. Für den deutschsprachigen Raum gibt es bislang jedoch noch keine offiziellen Starttermine.
Bessere Tab-Organisation und Datenschutz-Zähler
Die integrierte künstliche Intelligenz kommt auch der Produktivität zugute. Mit der verbesserten Funktion zur automatischen Tab-Organisation sortiert Firefox geöffnete Registerkarten selbstständig in logische Gruppen und schlägt präzisere Namen für die Tab-Ordner vor. Die Multi-Account-Container lassen sich zudem ab sofort flexibel in den Einstellungen des Browsers per Drag-and-Drop neu anordnen.
Beim Thema Datenschutz hat Mozilla die Adressleiste aufgewertet. Ein neuer Echtzeit-Zähler zeigt direkt an, wie viele Tracker und Werbeskripte auf der aktuell besuchten Webseite blockiert wurden. Während Konkurrenten wie Google Chrome durch die Umstellung auf das Erweiterungssystem Manifest V3 die Effizienz klassischer Werbeblocker einschränken, betont Mozilla weiterhin die uneingeschränkte Unterstützung mächtiger Adblocker wie uBlock Origin auf dem Desktop. Für mobile Apple-Geräte führt Firefox unter iOS zeitgleich einen neuen, integrierten Werbeblocker ein, der auf der bekannten EasyList-Filterliste basiert.
Unter der Haube: Happy Eyeballs v3 und QUIC v2
Abseits der sichtbaren Oberfläche bringt Firefox 155 massive architektonische Updates. Zur Beschleunigung des Verbindungsaufbaus setzt der Browser auf die Technologie „Happy Eyeballs v3“. Diese testet gleichzeitig verschiedene Verbindungswege (IPv4 und IPv6) parallel, wodurch Webseiten schneller laden, falls eine der Netzwerkfamilien blockiert oder träge ist. Zudem wird für moderne HTTP/3-Verbindungen nun die neue Protokollversion QUIC v2 unterstützt.
Spannend für Gamer: Unter Windows unterstützt der Browser jetzt den Nintendo Switch Pro Controller nativ für Web-basierte Spiele. Auch langjährige Fehler wurden behoben. So verhinderte Firefox unter Linux-Systemen nach langen Sitzungen bisher gelegentlich den automatischen Wechsel in den Ruhezustand; dieses Problem ist nun gelöst.
Bekanntes Netzwerkproblem und Workaround
Trotz der Qualitätsprüfungen weist das Entwicklerteam auf einen bekannten Fehler in restriktiven Netzwerken hin. In einigen Firmennetzwerken, die UDP-Verbindungen blockieren oder eine tiefe TLS-Paketinspektion durchführen, kann es durch die neue Verbindungsstrategie zu massiven Ladeverzögerungen kommen.
Als temporären Workaround empfiehlt Mozilla IT-Administratoren, den Wert network.http.happy_eyeballs_enabled in den erweiterten Konfigurationen (about:config) auf false zu setzen. Eine dauerhafte Fehlerbehebung hat Mozilla bereits angekündigt. Sie soll mit dem direkt folgenden Update auf Version 155.0.1 voraussichtlich am 8. September 2026 ausgerollt werden.
Das Update auf Firefox 155.0 steht ab sofort über die interne Aktualisierungsfunktion des Browsers bereit oder kann direkt über die offizielle Mozilla-Webseite bezogen werden.














