
Das ADAC Opel Rally Junior Team steht vor dem ersten Matchball der Saison: Beim vorletzten Lauf der Junior-Europameisterschaft (JERC) in Wales kann die Werksmannschaft vorzeitig den Titel sichern. Die Rüsselsheimer Talentschmiede dominiert das Klassement in dieser Saison deutlich. Der belgische Spitzenreiter Tom Heindrichs führt die Europameisterschaftswertung souverän an, dicht gefolgt von seinem schnellen deutschen Teamkollegen Timo Schulz. Zudem peilt Claire Schönborn-Kranz im dritten Opel Corsa Rally4 ein starkes Ergebnis an, um das Team im Titelkampf strategisch zu unterstützen.
Titelentscheidung auf walisischem Asphalt
Die anstehende Rali Ceredigion rund um das walisische Seebad Aberystwyth ist für die Opel-Mannschaft weit mehr als ein normales Rennwochenende. Das Werksteam schickt sich an, bereits vorzeitig den insgesamt siebten JERC-Titel der Teamgeschichte unter Dach und Fach zu bringen. Die aktuellen Statistiken unterstreichen die absolute Favoritenrolle: Nach seinen jüngsten Siegen in Polen und Tschechien führt der erst 22-jährige Heindrichs die Tabelle mit 101 Punkten an. Schulz, der den Saisonauftakt in Schweden für sich entscheiden konnte, folgt mit 85 Zählern auf dem zweiten Platz. Der drittplatzierte Italiener Davide Pesavento auf Lancia liegt bereits 29 Punkte hinter der Spitze und ist damit der einzige verbliebene Verfolger außerhalb des Opel-Lagers, der mathematisch noch in den Titelkampf eingreifen kann.
Die Rechenspiele für den EM-Titel
Die Vorentscheidung in Wales ist rechnerisch greifbar und unkompliziert. Wenn Heindrichs die Rallye vor Pesavento beendet, ist der Titelgewinn für die Rüsselsheimer perfekt. Unabhängig von späteren Streichresultaten am Saisonende würde die Meisterschaft dann definitiv an einen der beiden ehemaligen Champions des ADAC Opel Electric Rally Cup gehen. Neben Heindrichs und Schulz greift auch Claire Schönborn-Kranz hochmotiviert ins Geschehen ein. Die 27-Jährige will mit einer Top-Platzierung wertvolle Schützenhilfe leisten und wichtige Punkte der Konkurrenz wegschnappen.
Spitzenreiter Heindrichs bleibt gelassen
Spitzenreiter Tom Heindrichs gibt sich vor dem Start gelassen. Er konzentriere sich voll auf die bevorstehenden Wertungsprüfungen und blende den Meisterschaftsdruck komplett aus, erklärte der Youngster aus St. Vith. Die jüngsten Erfolge und eine starke Pace beim Gastspiel in Italien gäben ihm und seinem luxemburgischen Copiloten Jonas Schmitz das nötige Selbstvertrauen. Heindrichs hofft für die anspruchsvollen Asphaltpisten sogar auf wechselhaftes, typisch britisches Wetter mit nassen Bedingungen, da ihm schwierige Streckenverhältnisse liegen.

Herausforderer Schulz sucht die Fehlerfreiheit
Timo Schulz reist trotz der etwas schwierigeren Ausgangsposition im Titelkampf hochmotiviert nach Großbritannien. Zusammen mit seiner erfahrenen Beifahrerin Maresa Lade erwartet er einen der härtesten Läufe des gesamten Kalenders. Die walisischen Straßen gelten in der Szene als extrem eng, wellig und tückisch, bieten gleichzeitig aber sehr hohe Geschwindigkeiten. Das Duo strebt ein absolut fehlerfreies Wochenende an, um mit einer optimalen Punkteausbeute zum großen Saisonfinale nach Portugal zu reisen.
Finnland-Feeling bei Schönborn-Kranz
Claire Schönborn-Kranz geht frisch verheiratet und mit viel Rückenwind in ihr persönliches Großbritannien-Debüt. Die anspruchsvolle Charakteristik der Strecke mit ihren blinden Kuppen und schnellen Asphaltpassagen vergleicht sie mit den Bedingungen der legendären Rallye Finnland. Präzision und blindes Vertrauen in den Aufschrieb von Copilot Michael Wenzel seien hier der absolute Schlüssel zum Erfolg. Zusätzliche Unterstützung erhält das Opel-Trio durch die schnellen Lokalmatadore Ioan Lloyd und Sion Williams auf einem weiteren Corsa Rally4.
195 Kilometer bis zum Ziel
Die Rali Ceredigion umfasst insgesamt 16 Wertungsprüfungen über eine anspruchsvolle Gesamtdistanz von rund 195 Kilometern. Das Event startet am Freitagabend mit den ersten vier Prüfungen. Am Samstag folgen acht weitere Abschnitte, bevor am Sonntag die endgültige Entscheidung fällt. Die abschließende Power Stage ist für den frühen Nachmittag angesetzt. Motorsport-Fans können das gesamte Asphalt-Spektakel live über das kostenpflichtige Portal rally.tv oder über das kostenlose Live-Timing auf der offiziellen ADAC-Motorsportseite mitverfolgen.



















