Spritpreise auf Achterbahnfahrt: Benzin nähert sich Allzeithoch

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Benzinpreis steigt oder fällt er
Hohe Benzinpreise an der Anzeigetafel (Symbolfoto)

Die Kraftstoffpreise in Deutschland entwickeln sich in dieser Woche in völlig unterschiedliche Richtungen. Während Autofahrer von Benzinern tiefer in die Tasche greifen müssen, können Fahrer von Diesel-Pkw zumindest auf eine minimale Entlastung hoffen. Laut aktuellen Daten des ADAC nähert sich der Preis für die Sorte Super E10 rasant dem historischen Höchststand aus dem Frühjahr 2022. Gleichzeitig wachsen die Spannungen auf dem globalen Energiemarkt: Die militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran hat den Rohölpreis sprunghaft ansteigen lassen. Für Verbraucherschützer erklärt das die extremen Spritpreise an den Zapfsäulen jedoch nur unzureichend.

Benzin klettert Richtung Rekordmarke, Diesel wird günstiger

Im wöchentlichen Vergleich der Kraftstoffkosten zeigt sich ein ungleiches Bild an den deutschen Tankstellen. Für einen Liter Super E10 müssen Autofahrerinnen und Autofahrer im bundesweiten Durchschnitt derzeit rund 2,183 Euro bezahlen. Das entspricht einem spürbaren Preisanstieg von 2,8 Cent im Vergleich zur vergangenen Woche. Damit rückt das Allzeithoch aus dem März 2022, als die Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs ihren ersten Höhepunkt erreichte, wieder in bedrohliche Nähe.

Völlig entgegengesetzt verhält sich in den vergangenen Tagen der Dieselmarkt. Ein Liter Diesel kostet im Bundesmittel aktuell 2,232 Euro. Das sind 1,6 Cent weniger als noch vor einer Woche. Trotz dieser leichten Entspannung bleibt das Tanken für Dieselfahrer im direkten Vergleich zu Super E10 weiterhin teurer – ein Zustand, der strukturell ungewöhnlich ist, da Diesel in Deutschland steuerlich geringer belastet wird als Benzin.

Geopolitische Spannungen treiben den Ölpreis an

Als Haupttreiber für die allgemeine Unruhe an den Märkten gilt die zugespitzte geopolitische Lage im Nahen Osten. Jüngste militärische Schläge zwischen den USA und dem Iran haben an den internationalen Rohstoffbörsen für erhebliche Nervosität gesorgt. Da die Region für die weltweite Ölversorgung von strategischer Bedeutung ist, reagierten die Notierungen prompt.

Die für den europäischen Raum maßgebliche Rohölsorte Brent verteuerte sich deutlich und notiert aktuell bei rund 95 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Innerhalb nur einer Woche entspricht dies einem massiven Aufschlag von etwa acht Prozent. Investoren befürchten anhaltende Lieferengpässe, sollten die Transportwege in der Region durch weitere kriegerische Handlungen blockiert werden.

Infografik Spritpreis Wochenvergleich
Infografik Spritpreise Wochenvergleich © ADAC

ADAC kritisiert Preisniveau: Entkopplung vom Rohölmarkt

Der ADAC sieht die Entwicklung an den Tankstellen dennoch kritisch. Der jüngste Sprung des Ölpreises liefert aus Sicht des Mobilitätsclubs keine hinreichende Begründung für das aktuelle, extrem hohe Niveau der Kraftstoffpreise in Deutschland. Besonders die Tatsache, dass sich Benzin trotz des teureren Rohöls drastisch verteuert, während Diesel zeitgleich im Preis sinkt, wirft Fragen auf.

Diese Divergenz verdeutlicht laut Experten, dass sich die Preise an den Zapfsäulen zunehmend von den reinen Rohölnotierungen entkoppelt haben. Margen der Mineralölkonzerne sowie lokale Marktmechanismen und Raffineriekapazitäten spielen offenbar eine größere Rolle als der reine Einkaufspreis des Rohstoffs. Nach Auffassung des ADAC bewegen sich die Spritpreise hierzulande flächendeckend und dauerhaft auf einem künstlich überhöhten Niveau, das die Verbraucher ungerechtfertigt belastet.

Spar-Tipp für Verbraucher: Das richtige Timing an der Zapfsäule

Um den hohen Kosten zumindest teilweise zu entgehen, empfiehlt der ADAC Autofahrern ein strategisches Tankverhalten. Die Preise an den Stationen schwanken im Tagesverlauf erheblich. Statistische Auswertungen zeigen, dass Kraftstoffe in der Regel kurz vor 12 Uhr mittags am günstigsten sind.

Punkt 12 Uhr mittags ziehen die Preise an fast allen Tankstellen schlagartig und massiv an. Im Laufe des Nachmittags und Abends sinken sie dann schrittweise wieder ab, bevor am späten Abend und in der Nacht die teuerste Phase beginnt. Wer die Mittagsstunde für den Tankstopp nutzt, kann im Vergleich zu den Stoßzeiten bares Geld sparen.

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.