
Die Entscheidung in der DTM-Saison 2026 rückt näher. Beim vorletzten Rennwochenende auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal steht der Kampf um die Meisterschaft im absoluten Mittelpunkt. Die beiden Führenden in der Gesamtwertung trennt vor den Saisonrennen 13 und 14 lediglich ein einziger Punkt. Neben dem engen Titelduell dürfen sich die Fans in Sachsen auf das Comeback eines verletzten Piloten, einen spektakulären Gaststart einer Traditionsmarke sowie ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm freuen.
Das Duell an der Spitze: Engel unter Druck, Preining im Aufwind
Der Meisterschaftskampf ist vor dem Wochenende auf der traditionsreichen Berg-und-Tal-Bahn an Dramatik kaum zu übertreffen. Spitzenreiter Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) reist mit einem hauchdünnen Vorsprung an. Zuletzt erlebte der Routinier am Nürburgring jedoch einen herben Rückschlag, als er nach einer Kollision vorzeitig ausschied und zum ersten Mal nach 18 Rennen in Folge ohne Zähler blieb. Die Aufgabe auf dem Sachsenring wird für den Tabellenführer nicht einfacher: Aufgrund einer Startplatzstrafe wegen des Vorfalls in der Eifel muss Engel im Samstagsrennen drei Positionen weiter hinten ins Rennen gehen.
Direkt im Nacken sitzt ihm Thomas Preining (Österreich/Manthey). Der DTM-Champion von 2023 befindet sich in absoluter Topform und sammelte an den vergangenen zwei Rennwochenenden stolze 89 seiner insgesamt 159 Punkte. Auch bei den offiziellen Testfahrten vor drei Wochen auf dem sächsischen Kurs setzte Preining das Ausrufezeichen und fuhr die Bestzeit. Der Österreicher blickt der Herausforderung optimistisch entgegen, verweist jedoch auf die Tücken der Strecke: „Der Kurs liegt uns. Die Strecke ist einzigartig, bietet viel Grip, fordert die Ingenieure aber extrem durch den Wechsel von langen Linkskurven zu schnellen Rechtskurven.“
Vier Verfolger lauern auf Fehler des Top Duos
Hinter den beiden Führenden hat sich ein starkes Vierer-Quartett in Schlagdistanz positioniert, das bei Fehlern der Spitze sofort zuschlagen kann:
- Nicki Thiim (Dänemark/Comtoyou Racing): Der Aston-Martin-Pilot rangiert mit 21 Punkten Rückstand auf Platz drei und hofft nach schwächeren Auftritten auf die Wende.
- Lucas Auer (Österreich/Mercedes-AMG Team Landgraf): Nach einem Ausfall am Nürburgring fehlen dem Tiroler aktuell 24 Zähler auf seinen Markenkollegen Engel.
- Marco Wittmann (Fürth/Schubert Motorsport): Der BMW-Pilot feierte in der Eifel seinen bereits 20. DTM-Sieg und verkürzte den Abstand zur Spitze auf 25 Punkte. Wittmann gibt sich vorsichtig: „Der Sachsenring war für uns historisch kein leichtes Pflaster. Wir müssen uns aus dem Chaos heraushalten und das Wetter im Auge behalten.“
- Matteo Cairoli (Italien/Emil Frey Racing): Mit drei Saisonsiegen ist er der erfolgreichste Einzelfahrer des Jahres. Bei 33 Punkten Rückstand benötigt der Lamborghini-Pilot jedoch einen fehlerfreien Endspurt.
Audi Gaststart sorgt für Markenrekord – Paul feiert Comeback
Ein besonderes Highlight für die Fans an der Strecke ist die DTM-Premiere von Seyffarth Motorsport. Das Team bringt einen Audi R8 LMS GT3 Evo2 an den Start, der von Lokalmatador Simon Connor Primm (Großschirma) gesteuert wird. Für den 21-Jährigen, der sonst im ADAC GT Masters aktiv ist, geht ein Kindheitstraum in Erfüllung. Durch den Gaststart sind am Sachsenring Rennfahrzeuge von insgesamt neun verschiedenen Herstellern vertreten – ein Saisonrekord.

Ebenfalls im Fokus steht das Comeback von Maximilian Paul (Dresden/TGI Team by GRT). Nach seinem schweren Unfall am Norisring kehrt der 26-jährige Sachse rechtzeitig zu seinem Heimrennen in das Cockpit des Lamborghini Temerario GT3 zurück. Nach intensiver Physiotherapie fühlt sich Paul bereit für den Wiedereinstieg, betont jedoch, dass der Spaß am Rennfahren und nicht die Punkte im Vordergrund stehen.
Die Strecke: Keyfacts zum Sachsenring
Die 3.645 Meter lange Rennstrecke in Hohenstein-Ernstthal gilt als fahrerisch extrem anspruchsvoll und ist vor allem durch die Motorrad-Weltmeisterschaft (MotoGP) weltbekannt.
- Länge & Layout: 3.645 Meter, 14 Kurven (10 Links-, 4 Rechtskurven), befahren gegen den Uhrzeigersinn.
- Topografie: Maximale Steigungen von rund 10 Prozent und Gefälle von bis zu 12,8 Prozent.
- Vorjahressieger (2025): Beide Läufe wurden von Ayhancan Güven (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R) gewonnen.
Rahmenprogramm und TV Übertragung
Neben den Hauptrennen der DTM bietet das Wochenende ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Der Nachwuchs präsentiert sich in der ADAC GT4 Germany sowie im BMW M2 Cup. Für nostalgische Momente sorgt der ADAC Historic Cup Ost, bei dem historische Formel- und Tourenwagen aus der Zeit vor 1990 an den Start gehen und die Motorsport-Geschichte des ehemaligen Ostblocks wieder aufleben lassen.
Die beiden DTM-Rennen werden am Samstag und Sonntag jeweils ab 13:00 Uhr live im Free-TV auf ProSieben übertragen. Zudem stehen kostenfreie Livestreams auf den Plattformen Joyn, ran.de, ServusTV On sowie auf dem offiziellen YouTube-Kanal der DTM zur Verfügung. Eintrittskarten sind ab 49 Euro auf dtm.com erhältlich, Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren genießen in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt.

















