
Das bevorstehende DTM-Wochenende auf dem Sachsenring hält für die Fans im Osten Deutschlands zwei ganz besondere Geschichten bereit. Vom 13. bis 15. September stehen zwei sächsische Lokalmatadore im Rampenlicht, deren Ausgangslagen kaum unterschiedlicher sein könnten: Während der Dresdner Maximilian Paul nach einer schweren Verletzung ein sportliches Wunder vollbringt, erfüllt sich für Simon Connor Primm aus Großschirma der Traum vom Debüt in der Traditionsrennserie.
Maximilian Paul: In Rekordzeit zurück im Cockpit
Es grenzt an ein medizinisches Wunder, dass Maximilian Paul beim drittletzten Saisonstopp der DTM überhaupt an den Start gehen kann. Anfang Juli verunglückte der 26-jährige Dresdner auf dem Norisring schwer. Die Diagnose war niederschmetternd: Brüche an Schien- und Wadenbein sowie am ersten Lendenwirbel. Normalerweise bedeutet eine solche Verletzung das vorzeitige Saisonaus. Doch Paul bewies extremen Kampfgeist.

Nach einer erfolgreichen Operation folgte ein beispielloser Reha-Marathon. Rund 80 Prozent der vergangenen zwei Monate verbrachte der Lamborghini-Pilot beim Physiotherapeuten, schuftete täglich im Kraftraum und absolvierte intensive Wassereinheiten. Der Lohn für die harte Arbeit folgte Ende August beim offiziellen DTM-Test auf dem Sachsenring. Nur 50 Tage nach dem Unfall saß Paul wieder im Rennwagen – und verblüffte die Konkurrenz.
Statt der vom Team prognostizierten 15 Runden spulte der Sachse im Lamborghini Temerario GT3 des TGI Team by GRT stolze 98 Runden ab. Obwohl der Körper hier und da noch zwickt, fühlt sich Paul bereit für den Angriffsmodus vor den heimischen Fans. Die Motivation und die Vorfreude auf das Heimrennen überwiegen die letzten kleinen Schmerzen bei weitem.
Simon Connor Primm: Das Traumdebüt im Zeichen der vier Ringe
Während Paul auf bekanntes Terrain zurückkehrt, betritt Simon Connor Primm absolutes Neuland. Der 21-Jährige aus Großschirma feiert vor heimischer Kulisse seine lang ersehnte Premiere in der DTM. Für den Youngster, der in den vergangenen drei Jahren im ADAC GT Masters für HGL Racing wertvolle Erfahrungen sammelte, geht damit ein Kindheitstraum in Erfüllung.
Das Debüt von Primm hat zudem eine hohe historische Relevanz für die gesamte Meisterschaft: Seine Mannschaft setzt unter dem Namen Seyffarth Motorsport einen Audi R8 LMS GT3 Evo2 ein. Damit kehrt die Ingolstädter Traditionsmarke Audi zurück in das DTM-Feld. Durch diesen Gaststart wächst das Markenportfolio beim vorletzten Event des Jahres auf insgesamt neun Hersteller an – ein starkes Signal für die Vielfalt der Serie.

Um nicht ganz unvorbereitet in das „Abenteuer DTM“ zu starten, absolvierte Primm in den vergangenen Wochen zwei Testtage mit einem GT4-Fahrzeug auf dem anspruchsvollen Sachsenring. Trotz der einzigartigen Chance bleibt der Debütant realistisch. Für das gesamte Team sei der Einsatz ein Sprung ins kalte Wasser. Das oberste Ziel für das Rennwochenende lautet daher: ein fehlerfreier Job, möglichst viele Runden sammeln und wertvolle Erfahrungen im direkten Duell mit den weltbesten GT3-Piloten mitnehmen.


















