BMW 3er: Nächste Generation mit Verbrennungsmotoren geht in die finale Erprobungsphase

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Der neue BMW 3er - Abschließende Sommererprobung
Der neue BMW 3er - Abschließende Sommererprobung © BMW AG

Der Münchener Automobilhersteller BMW hat die finale Phase der Serienentwicklung für die nächste Generation seiner volumenstarken 3er-Reihe mit Verbrennungsmotor (ICE) eingeleitet. Das Fahrzeug durchläuft derzeit die abschließenden fahrdynamischen Abstimmungsfahrten auf dem werkseigenen Erprobungsgelände im südfranzösischen Miramas.

Nach intensiven Testzyklen im schwedischen Wintertestzentrum Arjeplog sowie Dauerläufen auf dem Nürburgring konzentrieren sich die Ingenieure nun auf die Feinabstimmung der Fahrwerkssysteme und der digitalen Steuerungsarchitektur.

Strategische Technologieoffenheit im Kernsegment

Mit der neuen 3er-Reihe setzt BMW seine angekündigte Strategie der Technologieoffenheit fort. Während der vollelektrische BMW i3 bereits im März 2026 seine Design-Premiere feierte, vernachlässigt der Hersteller das klassische Verbrenner-Segment nicht. Die kommenden Modelle der Baureihe werden weiterhin mit Vier- und Sechszylindermotoren angeboten. Um den strengeren Emissionsvorgaben gerecht zu werden, sind alle Aggregate als hocheffiziente Antriebe ausgelegt und serienmäßig mit einer 48-Volt-Mild-Hybrid-Technologie ausgestattet. Diese elektrische Unterstützung optimiert das Ansprechverhalten und senkt gleichzeitig den Kraftstoffverbrauch im Realbetrieb.

Design und Innenraumarchitektur der „Neuen Klasse“

Optisch markiert die neue 3er-Reihe einen deutlichen Schnitt zu den Vorgängermodellen. Unabhängig von der gewählten Antriebsart nutzen alle Varianten die reduzierte und zukunftsorientierte Formensprache der sogenannten „Neuen Klasse“. Das äußere Erscheinungsbild ist durch ein modernes 2,5-Box-Design geprägt, welches die typischen Proportionen einer sportlichen BMW-Limousine mit einem langen Radstand, kurzen Überhängen und markant gestalteten Flächen kombiniert. Das markentypische Vier-Augen-Gesicht an der Fahrzeugfront erhält eine eigenständige und digitale Neuinterpretation.

Der vollelektrische BMW i3 und die konventionell angetriebenen 3er-Modelle gleichen sich optisch bis auf antriebsspezifische Details im Bereich der Aerodynamik und der Kühlluftzufuhr weitgehend an. Im Interieur wird die Neuausrichtung ebenfalls sichtbar: Das Cockpit setzt vollständig auf das neue Anzeige- und Bediensystem BMW Panoramic iDrive, welches auf dem BMW Operating System X basiert und eine stark reduzierte, auf den Fahrer ausgerichtete Benutzeroberfläche bietet.

Fahrwerkstechnik und veränderte Geometrie

Für eine gesteigerte Fahrdynamik und verbesserten Langstreckenkomfort wurde die Fahrwerkshonstruktion der Premium-Mittelklasse grundlegend überarbeitet:

  • Geometrie: Gegenüber der Vorgängergeneration verfügt das Fahrzeug über einen verlängerten Radstand sowie vergrößerte Spurweiten an der Vorder- und Hinterachse, was das fahrdynamische Potenzial erhöht.
  • Gewichtsverteilung: Die Konstruktion zielt auf eine nahezu ausgeglichene Achslastverteilung von 50:50 ab.
  • Achskonstruktion: Zum Einsatz kommt eine Doppelgelenk-Federbeinvorderachse in Kombination mit einer Fünflenker-Hinterachse. Hochvorgespannte Stabilisatorlager an beiden Achsen verringern die Wankneigung der Karosserie.
  • Dämpfung und Bremse: Serienmäßig verbaut BMW neu entwickelte, hubabhängige Stoßdämpfer. Zudem kommt ein neues, hochvernetztes integriertes Bremssystem sowie eine direkter übersetzte Lenkung zum Einsatz. Optional stehen ein Adaptives Fahrwerk, ein Adaptives M Fahrwerk sowie erstmals eine breite Mischbereifung im 20-Zoll-Format zur Auswahl.
Der neue BMW 3er - Abschließende Sommererprobung
Der neue BMW 3er – Abschließende Sommererprobung Heckansicht © BMW AG

Performance-Topmodell: Der BMW M350 xDrive

Das vorläufige sportliche Aushängeschild der verbrennungsmotorischen Varianten wird der BMW M350 xDrive. Dieses M-Performance-Modell unterscheidet sich durch eine spezifische Fahrwerksabstimmung sowie eine erhöhte Torsions- und Vertikalsteifigkeit der Karosserie von den Vierzylinder-Modellen. Als einziges Modell der Reihe ist der M350 xDrive mit einem Reihensechszylinder-Motor ausgestattet. Die wichtigsten Leistungsdaten im Überblick:

Parameter Spezifikation
Antrieb Reihensechszylinder + 48V-Mild-Hybrid
Systemleistung 326 kW / 443 PS
Kraftübertragung 8-Gang Steptronic / Allradantrieb (xDrive)
Beschleunigung (0-100 km/h) 4,1 Sekunden

Eine technische Neuerung des M350 xDrive ist das sogenannte „Drift Moment“. Diese Funktion lässt sich über das zentrale Display aktivieren und leitet die Antriebskraft vollständig an die Hinterräder weiter. In Kombination mit einer modifizierten Ansteuerung der Lamellenkupplung und der Deaktivierung des Stabilitätsprogramms (DSC-OFF) ermöglicht das System ein klassisch heckgetriebenes Fahrverhalten. Das Feature wird laut Hersteller im Laufe des Jahres 2027 eingeführt und soll per Remote-Software-Upgrade (OTA) auch für bereits ausgelieferte Fahrzeuge kostenfrei nachgereicht werden.

Software-Architektur: „Heart of Joy“ vs. Driving Stack

Unter dem Blech nutzen die Modellvarianten getrennte Elektronikarchitekturen, um das jeweilige Antriebskonzept optimal auszureizen. Während der batterieelektrische BMW i3 auf den zentralen Hochleistungsrechner „Heart of Joy“ setzt, steuert bei den Verbrenner-Modellen ein optimierter, intelligenter BMW Driving Stack die Fahrdynamik. Das Querdynamik-Management führt hier alle agilisierenden Funktionen inklusive des xDrive-Allradantriebs zentral zusammen. Die Motorsteuerung und die Fahrstabilitätsregelung verbleiben jedoch in einem dezentralen, fein abgestimmten Verbund spezialisierter Steuergeräte, um die Reaktionszeiten der mechanischen Komponenten zu minimieren.

Zur Effizienzsteigerung (BMW EfficientDynamics) tragen neben der 48-Volt-Elektrifizierung auch eine bedarfsgerechte, aktive Luftklappensteuerung, ein aerodynamisch optimierter Unterboden sowie digitale Assistenten wie der Efficiency Coach im My Mode Efficient bei.

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.