Thomas Preining – der DTM Champion 2026 im Porträt

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DTM ChampionThomas Preining im Porträt
DTM Champion 2026 - Thomas Preining © Gruppe C Photography

Thomas Preining hat sich beim packenden Saisonfinale auf dem Hockenheimring nervenstark zum DTM-Champion 2026 gekrönt. Der Porsche-Werksfahrer schreibt damit ein weiteres bedeutendes Kapitel der Motorsport-Geschichte: Als erster Österreicher überhaupt sichert er sich die begehrte DTM-Trophäe zum zweiten Mal. Mit diesem Triumph innerhalb von nur vier Jahren steigt der 28-jährige Linzer in einen extrem elitären Kreis auf – in der über 40-jährigen Historie der Traditionsrennserie ist er erst der achte Pilot, dem mindestens zwei Titelgewinne gelangen.

Nervenkracher in Hockenheim: Fehlerfrei unter maximalem Druck

Nach seinem geschichtsträchtigen Premierensieg im Jahr 2023 stand Preining beim großen Showdown in Hockenheim unter enormem Erfolgsdruck. Im engen Titelkampf profitierte der Österreicher jedoch spürbar von seinen Erfahrungen aus den Vorjahren. Während die Konkurrenz patzte, blieben Preining und seine Crew in der entscheidenden Phase der Saison absolut fehlerfrei.

Der frischgebackene Champion betonte nach dem finalen Sonntagsrennen sichtlich stolz, dass genau diese mentale Stärke und die fehlerfreie Teamleistung den Ausschlag für den erneuten Titelgewinn gaben. Seine fahrerische Philosophie passte dabei perfekt zum Saisonfinale: Preining gilt im Fahrerlager als absoluter Liebhaber harter Rad-an-Rad-Duelle und betont stets, dass genau dieser kompromisslose, kontrollierte Kontakt Tür an Tür den wahren Kern und den Reiz der DTM ausmacht.

Die Motorsport-DNA und der steinige Weg zum Profi

Die Leidenschaft für den Rennsport wurde Thomas Preining praktisch in die Wiege gelegt. Geboren in Linz, wuchs er in einer hochtalentierten Motorsport-Familie auf. Sein Vater Andreas Preining war zwischen 1989 und 1994 selbst in der Motorrad-Weltmeisterschaft aktiv und erlangte damals auch durch unkonventionelle Sponsoren wie Dolly Buster internationale Bekanntheit. Inspiriert von Idolen wie Valentino Rossi saß der junge Thomas bereits im Alter von sieben Jahren auf Mallorca zum ersten Mal im Kart.

Es folgte eine steile Jugendkarriere mit zahlreichen nationalen und internationalen Meistertiteln zwischen 2009 und 2013. Doch der Weg an die Spitze verlief alles andere als geradlinig: Im Jahr 2015 stand die Karriere des hoffnungsvollen Talents nach dem plötzlichen Absprung eines Hauptsponsors vor dem bitteren Aus.

Preining bewies jedoch schon damals jene extreme Kämpfermentalität, die ihn bis heute auszeichnet. Statt auf echten Rennstrecken verbrachte er unzählige Stunden im Simulator, um sich fit zu halten. Der Mut zahlte sich aus: Über den erfolgreichen Neustart in der ADAC Formel 4 im Jahr 2016 kämpfte er sich zurück und dominierte 2018 den Porsche Carrera Cup Deutschland mit beeindruckenden zehn Saisonsiegen. Im Jahr 2021 folgte schließlich der verdiente Ritterschlag mit der Ernennung zum offiziellen Porsche-Werksfahrer.

DTM Champion 2026 Thomas Preining im Porträt
Gemeinsam mit Manthey holte Thomas Preining seinen zweiten DTM-Titel © Gruppe C Photography

Historische Aufholjagd: Vom Frust im Funk zum DTM-Rekord

Die Meistersaison 2026 glich für Preining in seinem markanten, neongelben Sportwagen im weltbekannten Design einer emotionalen Achterbahnfahrt. Nach einem perfekten Auftakt nach Maß mit einem Heimsieg auf dem Red Bull Ring in der Steiermark riss der Faden völlig ab. In den folgenden sieben Wertungsläufen verpasste der ehrgeizige Linzer konsequent die Top 5. Der Frust über die ausbleibende Performance entlud sich zwischenzeitlich sogar in lautstarker Kritik über den Boxenfunk am Norisring.

Zur Halbzeit der Saison lag der Titelverteidiger abgeschlagen auf dem achten Tabellenplatz. Doch die drohende Niederlage schien bei Preining ungeahnte Kräfte freizusetzen. In der zweiten Saisonhälfte startete er eine in der GT3-Ära der DTM nie dagewesene Aufholjagd: Sechsmal in Folge fuhr der Porsche-Pilot auf das Podium.

Der absolute Wendepunkt der Meisterschaft ereignete sich am Sachsenring: Mit den Plätzen zwei und drei verwandelte Preining einen empfindlichen 16-Punkte-Rückstand auf den Tabellenführer Maro Engel in einen komfortablen Vorsprung von 23 Zählern. Diesen Vorsprung ließ sich das fahrerische Aushängeschild der DTM bis zum Zielstrich in Hockenheim nicht mehr nehmen. Mit diesem zweiten Meisterstück hat sich Preining endgültig als eines der prägenden Gesichter der Serie etabliert – und seine Erfolgsgeschichte ist mit Sicherheit noch nicht zu Ende.

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.