
Beim dramatischen Saisonfinale der Intercontinental GT Challenge (IGTC), den legendären Indianapolis 8 Hour, hat sich der Belgier Maxime Martin zum Champion gekrönt. Mit einer beeindruckenden Aufholjagd sicherte er Mercedes-AMG nicht nur den Fahrertitel, sondern machte die Marke auch zum alleinigen Rekordmeister der Rennserie. Ein historisches Dreifach-Podium in der Gesamtwertung rundet den Erfolg ab.
Die Krönung in Indianapolis: Maxime Martin holt den Titel
Der packende Showdown beim US-Langstreckenklassiker bot Motorsport auf höchstem Niveau. Maxime Martin ging mit einem Rückstand von acht Punkten in das siebte Indianapolis 8 Hour und behielt bis zur Ziellinie die Nerven. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen Mikaël Grenier (CAN) und Michai Stephens (USA) fuhr der Mercedes-AMG Performance-Fahrer für das Mercedes-AMG Team JMF Motorsports auf den fünften Gesamtrang.
Mit insgesamt 70 Punkten in der Endabrechnung krönte sich Martin zum vierten Piloten der Marke, der die Fahrerwertung der IGTC gewinnt – nach Tristan Vautier (2018), Daniel Juncadella (2022) und Jules Gounon (2023).
Mercedes-AMG feiert historischen Dreifachtriumph
Hinter dem neuen Champion feierte Mercedes-AMG eine historische Dominanz:
- Maro Engel (GER), der wegen seines parallelen Einsatzes beim DTM-Finale in Hockenheim nicht in die USA reisen konnte, sicherte sich mit 68 Punkten die Vizemeisterschaft.
- Luca Stolz (GER) beendete die Saison trotz eines bitteren Finales mit 61 Punkten auf dem dritten Platz der Fahrerwertung.
Damit belegen zum ersten Mal in der Geschichte der interkontinentalen Langstreckenmeisterschaft drei Fahrer desselben Herstellers die ersten drei Plätze. Simon Wilbers, Leiter Mercedes-AMG Motorsport, zeigte sich begeistert: „Die ersten drei Plätze in der Fahrerwertung und der vierte Fahrertitel unterstreichen die herausragende Leistung. Wir sind unserem Anspruch als ‚World’s Fastest Family‘ gerecht geworden.“

Eine Saison der Superlative: Die Stationen zum Erfolg
Der Titelgewinn ist das Resultat einer über die gesamte Saison hinweg konstant starken Performance der verschiedenen Customer Racing Teams:
- Februar: Sieg beim Bathurst 12 Hour durch Maro Engel, Mikaël Grenier und Maxime Martin (Mercedes-AMG Team GMR).
- Mai: Gesamtsieg beim ADAC RAVENOL 24h Nürburgring durch Engel, Martin und Luca Stolz gemeinsam mit Fabian Schiller (Mercedes-AMG Team RAVENOL).
- Weitere Top-Platzierungen: Ein starker zweiter Platz des Mercedes-AMG Team MANN-FILTER beim 24-Stunden-Rennen von Spa sowie Rang fünf beim Suzuka 1000km durch Craft-Bamboo Racing.
Taktikkrimi und bitteres Aus für Titelkandidaten
Das Rennen in Indianapolis verlief extrem abwechslungsreich. Startfahrer Michai Stephens setzte bereits in der ersten Runde von Startplatz fünf ein Ausrufezeichen, übernahm die Führung in der Pro-Klasse und lag nach 45 Minuten sogar kurzzeitig an der Gesamtspitze.
Nach rund drei Stunden entwickelte sich ein extrem enger, taktischer Dreikampf. Durch einen strategischen Undercut der Konkurrenz fiel die Startnummer 34 in der zweiten Rennhälfte auf den dritten Rang der Pro-Klasse zurück. Nach 322 Runden überquerte das Trio schließlich als Fünfter im Gesamtklassement die Ziellinie.
Weniger Rennglück hatten die anderen AMG-Boliden. Der zweite GT3 von JMF Motorsports (u.a. mit Jason Daskalos) musste das Rennen nach zwei Stunden in Führung liegend mit einem technischen Defekt abstellen, was ihnen alle Titelchancen in der Pro-Am-Klasse der parallel gewerteten GT World Challenge America nahm. Noch härter traf es Luca Stolz im Fahrzeug des Mercedes-AMG Team Lone Star Racing: Startfahrer Lin Hodenius kollidierte bereits in der vierten Runde unverschuldet mit einem sich drehenden Auto – das vorzeitige Aus im Titelkampf.
Versöhnlicher Klassensieg in der Am-Wertung
Für ein Highlight an einem schwierigen Rennwochenende sorgte das Team MAD Joker Racing. Marc Austin (USA), Peter Dempsey (IRL) und Langstrecken-Routine Ben Keating (USA) dominierten die Am-Klasse im Mercedes-AMG GT3 (#11). Nach der Pole Position im Qualifying münzte das Trio die starke Ausgangslage in einen souveränen Klassensieg um. TR3 Racing (Platz 15) und das GetSpeed Team PCX Racing (Platz 20) komplettierten das Ergebnis der AMG-Flotte.
Vizemeisterschaft in der GT World Challenge America
Auch in der US-Meisterschaft, der GT World Challenge America powered by AWS, zog Mercedes-AMG eine positive Bilanz, wenngleich ein Fünkchen Enttäuschung mitschwang. Grenier und Stephens beenden die Saison auf dem zweiten Platz der Pro-Fahrerwertung. JMF Motorsports und Mercedes-AMG sicherten sich zudem jeweils die Vizemeisterschaft im Team- und Herstellerklassement. Mit zwei Pro-Siegen, drei zweiten Plätzen und drei Pole Positions in sieben Rennen blickt das Duo dennoch auf ein extrem starkes Jahr zurück.
Ausblick auf die Saison 2027
Die Motoren ruhen nur kurz. Die zwölfte Saison der Intercontinental GT Challenge startet bereits vom 11. bis 14. Februar 2027 traditionell mit dem legendären Bathurst 12 Hour in Australien. Die GT World Challenge America nimmt ihren Rennbetrieb kurz darauf vom 2. bis 4. April 2027 auf dem Sonoma Raceway wieder auf.

















