
Großes Finale auf dem Hockenheimring: Das Duo vom Liqui Moly Team Engstler feiert nach einem dominanten Start-Ziel-Sieg den Meistertitel. Während Finn Zulauf zusätzlich die „Road to DTM“-Wertung gewinnt, sichert sich FK Performance Motorsport die Krone in der Teammeisterschaft.
Die neuen Könige des ADAC GT Masters heißen Felix Hirsiger (28/Schweiz) und Finn Zulauf (22/Königstein im Taunus). Die beiden Lamborghini-Piloten machten beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg alles klar. Mit einem souveränen Sieg im letzten Rennen sicherten sie sich ihren ersten gemeinsamen Titel in der renommierten GT3-Nachwuchsliga. Für Zulauf hat der Triumph einen doppelten Wert: Er gewinnt die „Road to DTM“-Wertung und erhält damit das begehrte Nenngeld für die kommende DTM-Saison.
Nervenkrieg und Parallelflug an der Spitze
Der Grundstein für den Erfolg wurde bereits im Zeittraining gelegt: Finn Zulauf stellte den Lamborghini auf die Pole-Position und verteidigte die Führung beim Start unter strahlendem Sonnenschein und herbstlichen 15 Grad erfolgreich. Dahinter entwickelte sich schnell ein strategischer Zweikampf mit den direkten Titelkonkurrenten Tim Zimmermann (30/Langenargen) und Leyton Fourie (21/Südafrika) im BMW von FK Performance Motorsport.

Nachdem ein Ford Mustang der Konkurrenz nach rund 20 Minuten mit einem technischen Defekt ausrollte, erbte Fourie den zweiten Platz. Von diesem Moment an fuhren die beiden Meisterschaftsaspiranten im absoluten Parallelflug um den Kurs. Der Abstand pendelte konstant zwischen drei und fünf Sekunden – eine Lücke, die auch nach dem zeitgleichen Fahrerwechsel bestand blieb. Felix Hirsiger übernahm das Steuer von Zulauf, hielt dem Druck stand und überquerte die Ziellinie schließlich mit 5,680 Sekunden Vorsprung vor Zimmermann. Für Zimmermann und Fourie bedeutete dies wie schon im Vorjahr den Vizemeistertitel.
Stimmen der frischgebackenen Champions
„Ich bin extrem happy, habe aber noch nicht ganz realisiert, dass wir jetzt Meister sind“, zeigte sich Finn Zulauf nach dem Rennen erleichtert. „Mein Stint war ehrlich gesagt stressiger, als mir lieb war. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich einen kleinen Abstand rausfahren konnte, musste aber Runde um Runde wirklich Druck machen.“
Teamkollege Felix Hirsiger ergänzte sichtlich bewegt: „Mit diesem Titel ist ein Traum wahrgeworden. Der Druck hat sich über den ganzen Tag aufgebaut und vor dem Rennen war ich echt nervös. Mein eigener Stint war dann einer der schönsten, den ich je hatte. Ich war so ruhig und gelassen und konnte es wirklich genießen.“
Porsche-Duo stürmt auf das Podium
Den letzten verbleibenden Platz auf dem Podium sicherten sich Mark Kastelic (18/Slowenien) und Pavel Lefterov (28/Bulgarien) im Porsche 911 GT3 R von Razoon – more than Racing. Das Duo startete von Platz sieben und profitierte von einer klugen Boxenstrategie sowie einem späten Fahrerwechsel. Damit fingen sie den Ford von Fabian Dybionka und Emil Gjerdrum (Haupt Racing Team) ab, die sich mit dem vierten Rang begnügen mussten.
FK Performance Motorsport feiert die Teammeisterschaft
Obwohl es für die Fahrerbesetzung Zimmermann/Fourie nicht ganz zum großen Wurf reichte, gab es bei der Mannschaft von FK Performance Motorsport dennoch Grund zum Jubeln. Durch den fünften Platz von Storm Gjerdrum (16/Norwegen) und Fabio Rauer (19/Stolberg) im zweiten BMW sicherte sich die Bremer Truppe vorzeitig den Titel in der Teammeisterschaft. Mit einem komfortablen Vorsprung von 39 Punkten auf das Liqui Moly Team Engstler Motorsport durfte das Team nach zwei vergangenen Vizetiteln endlich die lang ersehnte Meistertrophäe entgegennehmen.
Die Top-10 im Überblick und Ausblick auf 2027
Hinter den Top-Platzierten kämpften sich Robin Rogalski und Simon Connor Primm im HGL-Racing-Audi nach packenden Duellen auf Platz sechs vor, gefolgt von der Engstler-Paarung John Paul Southern und Jonas Karklys im Lamborghini. Der Sieg in der Pro-AM-Wertung ging an die Gaststarter Gerhard Tweraser und Petr Fulin im Audi R8 LMS GT3 Evo 2 auf Gesamtrang acht. Die Top-10 komplettierten die BMW-Duos von Schubert Motorsport (Sandro und Juliano Holzem) sowie FK Performance Motorsport (Victor Nielsen und Joseph Ellerine).
Nach dem packenden Finale verabschiedet sich die Serie in die Winterpause. Die Jubiläumssaison des ADAC GT Masters startet vom 23. bis 25. April 2027 auf dem Red Bull Ring in Österreich – wie gewohnt im Rahmenprogramm der DTM.

















