
Das Finale der ADAC GT4 Germany auf dem Hockenheimring bot Motorsport der Extraklasse und ein Titel-Drama, das bis zur letzten Runde spannte. Denny Berndt und Lachlan Robinson haben sich in einer dramatischen Regenschlacht zu den neuen Champions 2026 gekrönt. Das Porsche-Duo von AVIA W&S Motorsport fing die bisherigen Tabellenführer Gabriele Piana und Benjamin Sylvestersson im allerletzten Saisonlauf noch ab. Den Laufsieg in Hockenheim sicherte sich das Duo Springob/Gogollok nach einem genialen Reifenpoker.
Vom Qualifying-Crash zum Meistertitel: Die Aufholjagd des Jahres
Vor dem entscheidenden Rennen sprach scheinbar alles gegen die späteren Champions. Nach einem heftigen Crash im Qualifying mussten Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (23/AUS) den Finallauf von Startplatz 15 aus in Angriff nehmen. Ihre direkten Titelrivalen, Gabriele Piana (40/ITA) und Benjamin Sylvestersson (19/FIN) im BMW M4 GT4 von FK Performance Motorsport, starteten hingegen von der Pole-Position.

Während Piana die Führung an der Spitze zunächst souverän verteidigte, startete Robinson im Porsche 718 Cayman GT4 eine furiose Aufholjagd. Bereits in der ersten Rennhälfte kämpfte sich der Australier bis in die Top-Sechs vor und hielt die Titelhoffnungen am Leben. „Als ich am Freitag ins Bett ging, dachte ich, alles wäre verloren“, gestand Robinson später. Doch das größte Drama des Wochenendes sollte erst noch folgen.
Reifenpoker im Regen: COSY Racing stürmt zum Laufsieg
Zur Rennmitte zog der angekündigte Regen über den Hockenheimring und stellte die Teams vor eine strategische Zerreißprobe. Bis auf ein einziges Fahrzeug setzte das gesamte Feld beim Start auf Slicks. Nur Jan Philipp Springob und Philipp Gogollok von COSY Racing by ESM riskierten den Start auf profilierten Regenreifen im Aston Martin Vantage AMR GT4.
Was in den ersten Minuten wie eine Fehlentscheidung aussah, entpuppte sich als Geniestreich. Als der Niederschlag massiv zunahm, zog das Aston-Martin-Duo mühelos an der Konkurrenz vorbei und feierte einen ungefährdeten Laufsieg. Für Gogollok bedeutete dies gleichzeitig den Tagessieg in der Junior-Wertung und Platz drei im Gesamtklassement.
Das entscheidende Überholmanöver 25 Minuten vor dem Ende
Nachdem das restliche Feld auf Regenreifen gewechselt hatte, spitzte sich der Titelkampf im direkten Duell zu. Denny Berndt hatte das Cockpit des AVIA-Porsche übernommen und blies zur Attacke auf den verbliebenen Meisterschaftsfavoriten Sylvestersson im BMW. Rund 25 Minuten vor dem Fallen der Zielflagge setzte Berndt das entscheidende Überholmanöver gegen den jungen Finnen.
Berndt pushte das Auto im nassen Asphalt-Dschungel weiter ans Limit und überquerte die Ziellinie schließlich auf einem sensationellen zweiten Platz. Damit war das Unmögliche geschafft: Berndt und Robinson krönten sich zu den Champions der ADAC GT4 Germany 2026 und sicherten sich zusätzlich den Titel der Junior-Champions. Sylvestersson und Piana mussten sich im Rennen mit Platz vier begnügen und verloren die Meisterschaft denkbar knapp auf den letzten Metern.
Dreifach-Triumph für AVIA W&S Motorsport
Hinter den frischgebackenen Meistern fuhren Alon Gabbay und Maximilian Schreyer in einem weiteren AVIA-Porsche auf den dritten Platz des Podiums. Durch eine geschlossene Mannschaftsleistung durfte der Rennstall von Daniel Schellhaas am Abend einen Dreifach-Triumph feiern: Neben den Fahrer- und Junior-Titeln ging auch die prestigeträchtige Team-Wertung an AVIA W&S Motorsport.
Ergänzt wurde der Teamerfolg durch Frederic Zebis (Tagessieg in der Rookie-Wertung) sowie das Duo Hendrik Still und Tim Horrell, die die PRO-AM-Tageswertung für sich entschieden. „Der Titel war absolutes Teamwork. Es ist der größte Erfolg meiner bisherigen Karriere“, bilanzierte ein überglücklicher Denny Berndt nach dem historischen Herzschlagfinale.

















