
Der 14. Lauf des Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland auf dem Nürburgring bot den Zuschauern im Rahmen des DTM-Wochenendes ein motorsportliches Drama voller Wendungen. Am Sonntag sicherte sich das 20-jährige Nachwuchstalent Chester Kieffer nach 20 ereignisreichen Runden den ersten Sieg seiner Karriere in dieser traditionsreichen Markenpokal-Serie. Der Luxemburger, der für das Team Schumacher CLRT startet, verwies Porsche-Junior Marcus Amand (Forch Racing by Atlas Ward) und den Niederländer Sam Jongejan (Team75 Bernhard) auf die Plätze zwei und drei.
Hinter den Podestplatzierungen spielten sich im Kampf um die Meisterschaft dramatische Szenen ab. Die Titelanwärter lieferten sich auf der 3,629 Kilometer langen Sprintstrecke der Eifel harte Rad-an-Rad-Duelle. Vor dem anstehenden Saisonfinale auf dem Hockenheimring (9. bis 11. Oktober) bleibt die Gesamtwertung damit extrem eng: Keagan Masters (Proton Competition) behauptet die Tabellenführung mit 210 Punkten knapp vor Flynt Schuring (203 Punkte), Alexander Tauscher (186 Punkte) und Theo Oeverhaus (183 Punkte). Bei den finalen zwei Läufen in Baden-Württemberg sind noch maximal 50 Zähler zu vergeben.
Turbulentes Rennen und spätes Drama in der Eifel
Das 30-minütige Sprintrennen hielt von der ersten Sekunde an, was das stark besetzte Feld aus 32 Fahrzeugen versprach. Pole-Setter Alexander Tauscher (Target) erwischte einen mäßigen Start und musste die Führung bereits nach wenigen Metern an den heranstürmenden Chester Kieffer abtreten. Die Rennleitung sah sich bereits in der zweiten Runde gezwungen, das Safety-Car auf die Strecke zu schicken, nachdem es im hinteren Teil des Feldes zu einer Kollision gekommen war.
Nachdem das Feld wieder freigegeben wurde und noch 19 Minuten Restfahrzeit auf der Uhr standen, entwickelte sich ein intensiver Positionskampf. Das dicht zusammengerückte Feld verzeih keinen Fehler. Tauscher geriet unter massiven Druck seiner Verfolger und leistete sich ein unfaires Manöver. Die Rennleitung griff sofort durch und wies den Deutschen an, Positionen abzugeben.
Das dicke Ende für Tauscher und einen weiteren Titelaspiranten folgte jedoch fünf Minuten vor dem Ende der regulären Renndistanz: Auf Rang vier liegend wurde Tauscher von einem Konkurrenten am Heck getroffen. Durch den Dreher wurde auch der Porsche 911 GT3 Cup von Theo Oeverhaus beschädigt. Während Tauscher bis auf den 22. Platz durchgereicht wurde, rettete Oeverhaus seinen lädierten Rennwagen zumindest noch auf dem achten Rang ins Ziel.
Vom Chaos unbeeindruckt zeigte sich der Gesamtführende Keagan Masters, der als Vierter wertvolle Punkte sammelte. Direkt dahinter kreuzte Porsche-Junior Flynt Schuring als Fünfter die Ziellinie, gefolgt von Dirk Schouten (Looping by CarTech) und dem Brasilianer Matheus Ferreira (Team GP Elite) auf den Plätzen sechs und sieben.
Stimmen vom Podium und Sonderauszeichnungen
Rennsieger Chester Kieffer, dem im Verlauf des Rennens auch die schnellste Runde gelang, zeigte sich sichtlich erleichtert und stolz über seinen Meilenstein: „Ich freue mich sehr über meinen ersten Sieg im Carrera Cup. Das gibt mir natürlich zusätzliches Selbstvertrauen und das kann man immer brauchen.“ Am endes des Jahres wartet auf den Piloten mit den meisten schnellsten Rennrunden eine besondere Belohnung: der „Fastest Lap Award“, dotiert mit einem exklusiven Chronographen von Porsche Design.

Auch die Platzierten zogen eine positive Bilanz. Marcus Amand, der am gesamten Wochenende eine konstante Leistung zeigte, freute sich über ein doppeltes Podium am Samstag und Sonntag. Für den drittplatzierten Sam Jongejan war es das erste Mal überhaupt auf dem Gesamtpodium der Serie. Er sprach von einem physisch und mental extrem fordernden Rennen, das höchste Konzentration erfordert habe. In der Pro-Am-Wertung für ambitionierte Gentlemen-Fahrer siegte unterdessen Sören Spreng vor Michael Essmann und Sam Shahin.
Talent-Pool-Aktion vernetzt Nachwuchsserien
Abseits des reinen Renngeschehens stand das Wochenende am Nürburgring im Zeichen der Nachwuchsförderung. Im Rahmen einer Kooperation des Porsche Talent Pools besuchten Fahrer aus dem Porsche Sports Cup Deutschland die Piloten des Carrera Cups. Die Nachwuchsfahrer Joel Hohmann (Chemnitz), Mads K. Ljungberg (Schweden), Ragnar Simuland (Estland) und Nikodem Sobczyk (Polen) erhielten die Möglichkeit, hinter die Kulissen der professionellen Carrera-Cup-Teams zu blicken.
Hohmann, der das Rennwochenende beim Team GP Elite verbrachte, zog ein enthusiastisches Fazit: „Das war wirklich sehr beeindruckend für mich, bei allen Aktivitäten mit dabei zu sein. Ich habe viele Tipps bekommen und werde jetzt einen großen Traum verfolgen: Ich möchte auch im Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland fahren.“ Auch Ljungberg betonte die Internationalität und die hohe Leistungsdichte, die die Serie weltweit zu einer der attraktivsten Adressen im Markenpokalsport macht.
Weltpremiere: Ein Elfer zum 100-jährigen Nürburgring-Jubiläum
Ein weiteres Highlight im Fahrerlager war die offizielle Weltpremiere des Sondermodells Porsche 911 GT3 „100 Jahre Nürburgring“. Da die legendäre Rennstrecke im Jahr 2027 ihr zentneraltes Bestehen feiert, würdigt die Stuttgarter Sportwagenschmiede die historische Verbundenheit mit diesem Editionsmodell. Die Eifel-Strecke dient Porsche seit Generationen als härteste Testumgebung für Serienfahrzeuge sowie als Schauplatz historischer Motorsporterfolge. Die Sonderedition, die zahlreiche optische Details im Innen- und Außenbereich aufweist, ist streng auf 100 Exemplare limitiert und exklusiv für den deutschen Markt bestimmt. Die Auslieferung an Kunden ist für das Jubiläumsjahr 2027 geplant.
Projektleiter Thorsten Rückert zeigte sich mit der Publikumsresonanz und dem sportlichen Ausgang hochzufrieden: „Wir hatten am Nürburgring ein sehr ereignisreiches Rennwochenende. Mit der Weltpremiere, dem Besuch der Talent-Pool-Piloten und einem vollen Fahrerlager mit eigenem Porsche-Karussell gab es jede Menge Action. Der Champion wird erst beim Finale ermittelt, es bleibt aufregend bis zum Schluss.“ Die finalen Läufe 15 und 16 werden vom 9. bis 11. Oktober auf dem Hockenheimring ausgetragen.
Zahlen und Fakten zum Rennwochenende
Vorläufiges Rennergebnis – 14. Lauf (Top 10):
- Chester Kieffer (L/Schumacher CLRT)
- Marcus Amand (FIN/Forch Racing by Atlas Ward)
- Sam Jongejan (NL/Team75 Bernhard)
- Keagan Masters (ZA/Proton Competition)
- Flynt Schuring (NL/Schumacher CLRT)
- Dirk Schouten (NL/Looping by CarTech)
- Matheus Ferreira (BR/Team GP Elite)
- Theo Oeverhaus (D/ID Racing)
- Caleb Sumich (AUS/Target)
- Wouter Boerekamps (NL/Team GP Elite)
Meisterschaftsstände nach 14 von 16 Läufen:
- Fahrerwertung:
- Keagan Masters (ZA) – 210 Punkte
- Flynt Schuring (NL) – 203 Punkte
- Alexander Tauscher (D) – 186 Punkte
- Rookie-Wertung:
- Chester Kieffer (L) – 248 Punkte
- Sam Jongejan (NL) – 237 Punkte
- Caleb Sumich (AUS) – 186 Punkte
- ProAm-Wertung:
- Michael Essmann (D) – 288 Punkte
- Sören Spreng (D) – 277 Punkte
- Samer Shahin (AUS) – 173 Punkte
- Teamwertung:
- Proton Competition – 347 Punkte
- Schumacher CLRT – 306 Punkte
- Target – 277 Punkte


















