Historischer Triumph: Porsche gewinnt das „Petit Le Mans“ und holt IMSA-Endurance-Titel

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IMSA Petit Le Mans Road Atlanta 2026
IMSA Petit Le Mans Road AtlantaTeam Porsche Penske Motorsport © Porsche AG

Das Werksteam von Porsche hat mit dem Hybridprototypen 963 ein geschichtsträchtiges IMSA-Saisonfinale auf der Road Atlanta gefeiert. Die Werksfahrer Kévin Estre, Laurens Vanthoor und Matt Campbell sicherten sich den Sieg beim dramatischen 10-Stunden-Rennen „Petit Le Mans“. Damit gelingt Porsche ein historischer Meilenstein: Als erster Hersteller überhaupt gewinnt die Marke die drei großen Langstreckenklassiker Daytona, Sebring und Road Atlanta in einer einzigen Saison. Zusätzlich räumte Porsche beim Finale im US-Bundesstaat Georgia die Titel für Hersteller, Teams und Fahrer im IMSA Michelin Endurance Cup ab.

Herzschlagfinale im US-Regen

Das Saisonfinale 2026 bot Motorsport-Dramatik pur. Insgesamt 16 Safety-Car-Phasen, eine Rennunterbrechung mit roten Flaggen und heftige Regenschauer in der Anfangsphase wirbelten das Feld permanent durcheinander. Die Entscheidung fiel in einem packenden 12-Minuten-Sprint nach der letzten Gelbphase. Schlussfahrer Laurens Vanthoor verteidigte die Führung im Porsche 963 (Startnummer 6) unter extremem Druck und rettete einen Vorsprung von 1,205 Sekunden ins Ziel – obwohl er in den letzten Runden zusätzlich Benzin sparen musste.

IMSA Petit Le Mans Road Atlanta
Matt Campbell (AUS), Laurens Vanthoor (BEL), Kévin Estre (FRA) (v.l.n.r), Porsche Penske Motorsport (#6) © Porsche AG

Erleichterung und Stolz bei der Teamführung

„Dieser Sieg ist historisch. Erstmals hat Porsche das ‚Petit Le Mans‘ in der Topklasse mit einem Prototypen gewonnen“, zeigte sich Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport, erleichtert. Nach einer langen Durststrecke im Anschluss an den starken Saisonstart tue dieser Erfolg dem gesamten Team gut. Urs Kuratle, Leiter Werksmotorsport LMDh, hob die Leistung des Schlussfahrers hervor: „Was Laurens Vanthoor in der Schlussphase abgeliefert hat, war einfach nur beeindruckend.“

Drama um die Startnummer 7

Lange Zeit hatte das Schwesterauto mit der Startnummer 7 – das zuvor bereits in Daytona und Sebring triumphiert hatte – das Rennen an der Spitze mitgeprägt. Rund 90 Minuten vor dem Ende kam jedoch das vorzeitige Aus: Felipe Nasr berührte beim Überholen einen Konkurrenten und schied durch einen Unfall aus. Der Brasilianer, der sich das Cockpit mit Laurin Heinrich und Julien Andlauer teilte, blieb unverletzt. Porsche beendet die Saison damit auf Platz zwei der Herstellerwertung, während der ehemalige Porsche-Junior Laurin Heinrich in seiner Debütsaison im Porsche 963 Vizechampion wurde. Der Porsche 963 bleibt mit 15 Siegen und acht Titeln in den vergangenen vier Jahren das erfolgreichste Auto der LMDh-Ära seit 2023.

IMSA Petit Le Mans Road Atlanta
Porsche 963, Porsche Penske Motorsport (#7), Julien Andlauer (FRA), Felipe Nasr (BRA), Laurin Heinrich (DEU © Porsche AG

Rückschlag für JDC-Miller MotorSports

Weniger Rennglück hatte das Kundenteam JDC-Miller MotorSports. Rund zwei Stunden vor dem Ende wurde die Startnummer 5 beim Überrunden von GT-Fahrzeugen abgedrängt und schlug in die Barrieren ein. Fahrer Tijmen van der Helm überstod den Crash unverletzt, das Auto musste vorzeitig abgestellt werden. Er teilte sich den Prototypen mit Nico Müller und Kaylen Frederick.

Podiumsplätze in den GT-Klassen

In der Klasse GTD-Pro lieferten sich die Porsche-Kundenteams einen harten Kampf um das Podest. Der optisch als „Halloween-Rexy“ gestaltete 911 GT3 R von AO Racing sicherte sich nach einem intensiven Duell den zweiten Platz. Das baugleiche Fahrzeug von Manthey verpasste das Podium wegen Benzinmangels kurz vor Schluss und landete auf Rang sieben. In der GTD-Kategorie fuhr das Team Manthey 1st Phorm ebenfalls auf einen starken zweiten Platz vor den Markenkollegen von Wright Motorsports (Platz 7) und RS1 (Platz 12).

Fahrerstimmen zum Rennen

Laurens Vanthoor (Porsche 963 #6): „Ich habe keine Ahnung, wie uns das gelungen ist. Wir alle haben einen perfekten Job abgeliefert: Porsche, das Team Porsche Penske Motorsport und wir Fahrer im Cockpit. Eine schwierige Saison geht somit mit einem absoluten Highlight zu Ende. Ich bin nach diesem Krimi auf der Road Atlanta erschöpft und sehr glücklich.“

Kévin Estre (Porsche 963 #6): „Was für ein wunderbarer Abend! Wir in der Startnummer 6 hatten in dieser Saison so viel Pech. Endlich haben wir einen großen Sieg errungen. Vielen Dank an die gesamte Mannschaft. Es steckt an der Rennstrecke die Arbeit von 40 oder sogar 50 Menschen hinter einem solchen Erfolg. Da muss alles passen. Meine Teamkollegen waren heute bärenstark. Vor allem einen großen Dank an Laurens Vanthoor, der im letzten Stint einen großartigen Kampf gezeigt hat. Für mich ist er der Mann des Rennens!“

Laurin Heinrich (Porsche 963 #7): „Unser Rennen war nach einem unglücklichen Zwischenfall in der Schlussphase vorzeitig beendet. Wir waren stets vorne dabei, es lief wirklich gut. Leider läuft es im Motorsport manchmal so – vor allem bei einem Rennen wie dem ‚Petit Le Mans‘. Es ist ein etwas trauriges Ende einer großartigen Saison. Ich bin stolz auf unsere Siege in Daytona und Sebring. Danke an alle, die uns auf dem Weg dorthin unterstützt haben.“

Nick Tandy (Porsche 911 GT3 R #77): „Es war ein intensives Rennen – wie immer beim ‚Petit Le Mans‘. Ich bin irgendwie zwischen Freude und Enttäuschung. Wir waren so nahe am Klassensieg. Nur 1,5 Sekunden haben am Ende gefehlt. Unser Auto war richtig stark und das Team hat fehlerfreie Arbeit abgeliefert. Es war eine Freude, am Rennen teilzunehmen. Es war ein toller Saisonabschluss.“

Riccardo Pera (Porsche 911 GT3 R #912): „Der Podestplatz ist natürlich sehr schön. Ich habe alles versucht und war einige Male auch ganz nahe am Führenden dran. Am Ende hatten wir aber keine realistische Chance auf den Klassensieg. Sehr gern hätten wir unserem Teamkollege Ryan Hardwick zum Ende seiner Rennkarriere noch einmal einen großen Triumph ermöglicht. Das haben wir um den Hauch von 0,7 Sekunden verpasst.“

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.