
Max Verstappen hat sich beim Qualifying zum Großen Preis von Singapur 2026 die Pole Position gesichert. Für den Red-Bull-Piloten ist es eine echte Premiere, denn es ist seine allererste klassische Haupt-Pole auf dem Marina Bay Street Circuit. Verstappen verwies mit einer Rundenzeit von 1:31.373 Minuten die beiden Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Lewis Hamilton auf die Plätze zwei und drei. Das Zeittraining unter den Flutlichtern des Stadtkurses bot Hochspannung bis zur letzten Sekunde, eine heftige Grid-Strafe im Mercedes-Lager und bittere Technik-Rückschläge.
Verstappen dominiert das Flutlicht-Spektakel
Nachdem Max Verstappen bereits das wetterbedingt verzögerte Sprintrennen am Samstagvormittag für sich entschieden hatte, setzte er seinen Siegeszug in der nächtlichen Qualifikation fort. Schon im ersten Versuch des entscheidenden dritten Qualifying-Abschnitts (Q3) brannte der Niederländer die Bestzeit in den Asphalt. Obwohl die Strecke zum Ende hin theoretisch mehr Grip bot, bissen sich die Konkurrenten an Verstappens Richtzeit die Zähne aus. Weil im zweiten Schlagabtausch kaum noch Steigerungen an der Spitze herbeigeführt werden konnten, reichte dem viermaligen Weltmeister die erste Q3-Runde für den Startplatz ganz vorne. Für den Red-Bull-Star ist es gleichzeitig die 50. Pole Position seiner Formel-1-Karriere.
Ferrari lauert in der Jäger-Rolle
Hinter Verstappen entbrannte ein extrem enges Duell zwischen den beiden Ferrari-Fahrern. Charles Leclerc verbesserte sich bei seinem letzten Versuch entscheidend und schob sich mit einem minimalen Rückstand von 0,054 Sekunden auf den zweiten Rang. Nach der Session gab sich der Monegasse optimistisch, ärgerte sich jedoch über kleine Fehler in seiner Runde, die womöglich die Pole gekostet hatten.

Sein Teamkollege Lewis Hamilton, der sowohl im Q1 als auch im Q2 die Zeitenliste angeführt hatte, musste sich letztlich mit Platz drei zufriedengeben. Hamilton klagte am Boxenfunk über ein unruhiges Heck in den entscheidenden Kurven und verglich die Balance des Ferrari auf dem welligen Straßenkurs mit einem Ritt auf der Rasierklinge. Dahinter glänzte Kimi Antonelli im Mercedes mit Platz vier und hielt die beiden McLaren-Piloten Lando Norris (P5) und Oscar Piastri (P7) in Schach.
Motoren-Drama wirft Russell ans Ende des Feldes
Das härteste Los des Samstags erwischte George Russell. Der Brite, der im vorherigen Sprintrennen in Führung liegend spektakulär verunfallt war, qualifizierte sich sportlich eigentlich auf dem soliden sechsten Rang. Da die Mercedes-Mechaniker nach dem Unfall jedoch gezwungen waren, zahlreiche Komponenten seiner Antriebseinheit auszutauschen, wurde der WM-Zweite mit einer drakonischen Startplatzstrafe von 40 Plätzen belegt. Russell muss das Hauptrennen am Sonntag somit aus der letzten Reihe in Angriff nehmen. Durch seine Versetzung rücken alle hinter ihm klassierten Piloten um eine Position nach vorne.
Ein ähnliches Schicksal teilt Isack Hadjar im zweiten Red Bull: Getriebeprobleme verhinderten in Q1 das Setzen einer Rundenzeit, wodurch er neben Russell ganz hinten startet.
Mittelfeld-Krimi: Gasly schlägt die Racing Bulls, Hülkenberg hofft
Im hart umkämpften Mittelfeld ging der inoffizielle Titel „Best of the Rest“ an Pierre Gasly im Alpine. Mit einer riskanten Schlussrunde schob er sich vor die beiden Racing-Bulls-Fahrzeuge von Liam Lawson und Arvid Lindblad.
Nico Hülkenberg verpasste im Audi knapp den Einzug ins Q3 und beendete die Session auf dem elften Platz. Profitierend von der Russell-Strafe darf der Deutsche am Sonntag dennoch aus den Punkterängen von Platz 10 starten. Zittern musste Hülkenberg allerdings nach dem Zeittraining: Er wurde wegen eines potenziellen Blockierens von Williams-Pilot Carlos Sainz in Q1 zu den FIA-Kommissaren zitiert. Da Sainz zu diesem Zeitpunkt laut Boxenmonitoren seine schnelle Runde bereits beendet hatte, rechnet das Audi-Team jedoch nicht mit einer nachträglichen Strafe.
Ergebnis Qualifying zum GP von Singapur 2026
| Pos. | Nr. | Fahrer | Team | Zeit | Rückstand |
| 1 | 3 | M. Verstappen | Red Bull | 1:31.373 | |
| 2 | 16 | C. Leclerc | Ferrari | 1:31.427 | +0:00.054 |
| 3 | 44 | L. Hamilton | Ferrari | 1:31.496 | +0:00.123 |
| 4 | 12 | K. Antonelli | Mercedes | 1:31.562 | +0:00.189 |
| 5 | 1 | L. Norris | McLaren | 1:31.712 | +0:00.339 |
| 6 | 63 | G. Russell | Mercedes | 1:31.747 | +0:00.374 |
| 7 | 81 | O. Piastri | McLaren | 1:31.860 | +0:00.487 |
| 8 | 10 | P. Gasly | Alpine | 1:32.225 | +0:00.852 |
| 9 | 30 | L. Lawson | Racing Bulls | 1:32.369 | +0:00.996 |
| 10 | 41 | A. Lindblad | Racing Bulls | 1:32.781 | +0:01.408 |
| 11 | 27 | N. Hülkenberg | Audi | 1:32.784 | |
| 12 | 87 | O. Bearman | Haas F1 | 1:32.908 | +0:00.124 |
| 13 | 31 | E. Ocon | Haas F1 | 1:33.323 | +0:00.539 |
| 14 | 55 | C. Sainz | Williams | 1:33.526 | +0:00.742 |
| 15 | 5 | G. Bortoleto | Audi | 1:33.658 | +0:00.874 |
| 16 | 43 | F. Colapinto | Alpine | 1:33.787 | +0:01.002 |
| 17 | 14 | F. Alonso | Aston Martin | 1:34.223 | |
| 18 | 23 | A. Albon | Williams | 1:34.289 | +0:00.066 |
| 19 | 18 | L. Stroll | Aston Martin | 1:34.946 | +0:00.723 |
| 20 | 11 | S. Perez | Cadillac | 1:35.123 | +0:00.900 |
| 21 | 77 | V. Bottas | Cadillac | 1:35.984 | +0:01.761 |
| 22 | 6 | I. Hadjar | Red Bull | -:–.— | -:–.— |
Der Große Preis von Singapur startet am Sonntag um 14:00 Uhr deutscher Zeit. Auf dem überholkritischen Stadtkurs verspricht die Ausgangslage mit Verstappen unter Druck der beiden Ferraris ein echtes taktisches Highlight.

















