
Der Startschuss für die zweite Saisonhälfte der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) auf der traditionsreichen Rennstrecke in Oschersleben verlief für das Team Manthey und seinen Top-Piloten Thomas Preining absolut nach Plan. Bei wechselnden Bedingungen und intensiven Abstimmungsarbeiten auf der anspruchsvollen Strecke in der Magdeburger Börde setzte der Österreicher ein dickes Ausrufezeichen hinter seine Ambitionen für das verbleibende Rennjahr.
Am ersten offiziellen Trainingstag zeigte sich der 28-jährige Rennfahrer in einer beeindruckenden Frühform und dominierte das hochkarätig besetzte Fahrerfeld nach Belieben. In beiden absolvierten Trainingseinheiten des Freitags positionierte er sich an der Spitze der Zeitmessung und untermauerte damit die Ambitionen seines Rennstalls.
Mit einer absolut fehlerfreien Runde in der zweiten Session des Tages brannte der Manthey-Pilot eine Zeit von 1:22,425 Minuten in den Asphalt. Diese Marke bedeutete nicht nur den Spitzenplatz in der Nachmittagssitzung, sondern stellte gleichzeitig die absolute Tagesbestzeit dar, an der sich die gesamte Konkurrenz an diesem Freitag die Zähne ausbeissen sollte.
Die Stimmen der Protagonisten im Detail
Direkt im Anschluss an die Trainingssitzungen zeigte sich der Tagesschnellste sichtlich zufrieden mit dem Auftakt des Wochenendes. Die Charakteristik des Kurses kommt dem Fahrstil des Österreichers traditionell sehr entgegen, was er in der anschließenden Medienrunde auch offen bestätigte.
Thomas Preining zieht ein positives Zwischenfazit:
„Oschersleben war schon immer eine meiner absoluten Lieblingsstrecken im Rennkalender. Der Kurs zeichnet sich durch sein extrem verwinkeltes Layout aus. Es gibt hier unheimlich viele enge Kurvenkombinationen, und man ist als Fahrer gezwungen, sehr häufig in den niedrigen Gängen zu agieren. Diese spezielle Rhythmik erinnert mich persönlich immer stark an meine alten Zeiten auf der Kartstrecke. Genau das ist es, was mir hier unglaublich viel Spaß bringt. Wir haben als Team von der ersten Minute an ein hervorragendes Arbeitsfenster gefunden. Der Porsche fühlt sich auf dieser Strecke extrem konkurrenzfähig und stark an. Natürlich gibt es immer noch ein paar kleine Details und Nuancen, an denen wir bis zum Qualifying arbeiten können, aber das grundlegende Niveau ist bereits jetzt auf einem sehr hohen Level.“
Luca Engstler glänzt mit emotionaler Bindung:
Auch der drittplatzierte Allgäuer Luca Engstler, der in dieser Saison für das Red Bull Team Abt an den Start geht, zeigte sich nach den ersten Kilometern im Lamborghini Temerario GT3 optimistisch. Für den Kemptener ist das Rennwochenende in Oschersleben mit einer Menge Nostalgie und persönlichen Meilensteinen verknüpft:
„Zu Beginn des Tages lag unser Fokus primär darauf, verschiedene mechanische Optionen auszuprobieren. Über die Distanz der beiden Sessions hinweg haben wir ein wirklich solides Setup für das Auto erarbeitet. Oschersleben ist für mich persönlich ein ganz besonderer Ort, mit dem ich unzählige emotionale Erinnerungen verbinde. Schon als kleines Kind war ich regelmäßig hier im Fahrerlager unterwegs, als mein Vater selbst noch aktiv Rennen bestritten hat. Zudem schließt sich hier für mich ein Kreis, da ich genau auf dieser Strecke vor zwei Jahren meinen allerersten Sieg in der DTM feiern durfte.“
Chronologischer Ablauf der Freitags-Sessions
- Freies Training am Vormittag
Das Rennwochenende begann am Freitagmorgen unter moderaten äußeren Bedingungen bei einer gemessenen Lufttemperatur von rund 17 Grad Celsius. Für die Teams stand in den ersten 55 Minuten der Sessions die grundlegende Basisarbeit im Vordergrund. Der 3,667 Kilometer lange Kurs in Sachsen-Anhalt verlangt von den Ingenieuren einen schwierigen Kompromiss bei der Fahrwerksabstimmung, da die vielen engen Kehren maximale Traktion erfordern, während die Curbs hart überfahren werden müssen.
Preining präsentierte sich von Beginn an in Angriffslaune. Er spulte ein intensives Rundenprogramm ab und wählte dabei eine sehr aggressive Linie über die Randsteine. Dieses Risiko zahlte sich aus: Erst wenige Augenblicke vor dem Fallen der Zielflagge verdrängte er seinen Schweizer Teamkollegen Ricardo Feller mit einer Zeit von 1:22,493 Minuten von der Spitzenposition.
- Freies Training am Nachmittag
Die zweite Session am Nachmittag bot den Zuschauern und Teams ein gänzlich anderes strategisches Bild. Rund fünfzehn Minuten vor dem Ende der Session schalteten fast alle Teams geschlossen in den Qualifying-Modus um. Zu diesem Zweck wurden frische Pirelli-Slicks aufgezogen, um die entscheidende Zeitenjagd für den Samstag zu simulieren.
Zunächst übernahm Mercedes-AMG-Pilot Lucas Auer kurzzeitig die Führung im Klassement. Doch die Antwort von Manthey ließ nicht lange auf sich warten. Knapp zwei Minuten vor dem Ende der Session konterte Preining eindrucksvoll und setzte die finale Tagesbestzeit. In seinem Windschatten nutzten auch Feller und Engstler die optimalen Gripverhältnisse der Strecke aus und schoben sich in den Schlusssekunden auf die Ränge zwei und drei vor.

Das Klassement des Trainingsfreitags in der Übersicht
Die Leistungsdichte an der Spitze des DTM-Feldes präsentierte sich zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte gewohnt eng. Die Top-Fünf-Platzierungen der kombinierten Zeitenliste des Freitags lesen sich wie folgt:
- Platz 1: Thomas Preining (Österreich)
- Team / Fahrzeug: Manthey / Porsche 911 GT3 R
- Bestzeit: 1:22,425 Minuten (erzielt in der zweiten Session)
- Platz 2: Ricardo Feller (Schweiz)
- Team / Fahrzeug: Manthey / Porsche 911 GT3 R
- Besonderheit: Bestätigte die starke Form des Manthey-Teams mit zwei zweiten Plätzen.
- Platz 3: Luca Engstler (Deutschland)
- Team / Fahrzeug: Red Bull Team Abt / Lamborghini Temerario GT3
- Besonderheit: Starke Setup-Steigerung zum Nachmittag hin auf seiner Lieblingsstrecke.
- Platz 4: Lucas Auer (Österreich)
- Team / Fahrzeug: Mercedes-AMG Team Landgraf
- Besonderheit: Führte die Session in der Schlussphase kurzzeitig an.
- Platz 5: Mirko Bortolotti (Italien)
- Team / Fahrzeug: TGI Team by GRT / Lamborghini
- Besonderheit: Komplettierte die Top-Fünf als zweitbester Lamborghini im Feld.
Mit diesem vielversprechenden Auftakt ist die Basis für ein hochspannendes Qualifying und das anschließende erste Wertungsrennen am Samstag gelegt. Die Performance der Porsche- und Lamborghini-Teams am Freitag lässt auf einen engen Schlagabtausch am restlichen Rennwochenende schließen.


















