
Der finnische Rallyefahrer Teemu Suninen hat sich bei der Rali Ceredigion in Wales vorzeitig den Titel in der FIA Rallye-Europameisterschaft (ERC) 2026 gesichert. Gemeinsam mit seinem Beifahrer Antti Haapala reichte dem 32-Jährigen ein zweiter Platz in der Gesamtwertung sowie der entscheidende Sieg in der finalen Power Stage, um die Meisterschaft bereits eine Runde vor Schluss für sich zu entscheiden. Das Duo bescherte dem Team The Racing Factory im Skoda Fabia RS Rally2 damit den größten Saisonerfolg. Es ist der erste finnische ERC-Titel seit dem Triumph von Esapekka Lappi und Janne Ferm im Jahr 2014.
Schwierige Ausgangslage und starker Auftakt
Die Rali Ceredigion war für das finnische Duo absolutes Neuland. Während die direkten Meisterschaftskonkurrenten Andrea Mabellini und Virginia Lenzi bereits über Streckenkenntnis aus den Vorjahren verfügten, stand Suninen erstmals auf dem anspruchsvollen walisischen Asphalt am Start. Zudem war der Finne gesundheitlich angeschlagen. Dennoch setzte das Duo bereits in der Qualifikationsprüfung ein Ausrufezeichen und sicherte sich die Bestzeit. Dieser Vorteil ermöglichte es ihnen, die Freitagsetappe als erstes Fahrzeug zu eröffnen und von sauberen Straßen zu profitieren. Nach den ersten Wertungsprüfungen in den engen Straßen von Aberystwyth und anschließenden Nachtprüfungen verteidigte Suninen eine knappe Führung von 0,9 Sekunden.
Turbulenter Samstag unter extremen Bedingungen
Am Samstagmorgen änderte sich das Wetter, und starker Regen machte die Asphaltprüfungen extrem rutschig. Die wechselnde Bodenhaftung forderte von den Fahrern höchste Konzentration. Suninen musste die Führung an die späteren Gesamtsieger Kris Meeke und Noel O’Sullivan Jr. im Toyota GR Yaris Rally2 abgeben. Nach einem kurzen Dreher entschied sich der gesundheitlich geschwächte Finne gegen unnötiges Risiko, um die wichtigen Meisterschaftspunkte nicht zu gefährden. Am Ende der Samstagsetappe lag das Skoda-Duo mit einem Rückstand von 20,5 Sekunden auf dem soliden zweiten Rang, während die Markenkollegen Mikołaj Marczyk und Jakub Matulka die Plätze drei und vier absicherten.

Crash am Sonntag fordert die Mechaniker heraus
Der entscheidende Sonntag begann mit einem herben Rückschlag. In der 14. Wertungsprüfung geriet Suninens Skoda in einer engen Rechtskurve ins Schleudern und prallte gegen eine Böschung. Trotz schwerer Beschädigungen an der Fahrzeugfront schleppte der Finne das Auto zurück in den Servicepark. In einer dramatischen 30-minütigen Reparaturleistung schafften es die Mechaniker von The Racing Factory, den Wagen rechtzeitig wieder einsatzbereit zu machen. Weniger Glück hatte der polnische Konkurrent Jakub Matulka, dessen Fahrzeug nach einem Überschlag irreparabel beschädigt wurde.
Maximaler Angriff in der Power Stage bringt den Titel
Vor der abschließenden Power Stage war die Ausgangslage dramatisch: Nur ein Sieg auf den letzten 11,26 Kilometern brachte die nötigen fünf Zusatzpunkte, um den Titel rechnerisch perfekt zu machen. Suninen riskierte alles und sicherte sich mit einer fehlerfreien Fahrt die Bestzeit. Mit insgesamt 29 Punkten aus diesem Wochenende schraubte er sein Konto auf uneinholbare 137 Punkte in der Fahrerwertung hoch, während Verfolger Mabellini nach einem sechsten Platz bei 98 Punkten stagniert. Das Skoda-Podium komplettierten Mikołaj Marczyk und Szymon Gospodarczyk auf Platz drei sowie Max McRae und Cameron Fair auf Rang vier. Das große Saisonfinale der FIA ERC findet vom 23. bis 25. Oktober 2026 bei der Rally Six Cities im Norden von Portugal statt.


















