Mercedes Benz feiert Jubiläen: Vom frühen Lifestyle-Kombi bis zum Leichtflugzeugbau

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Mercedes-Benz 300 S Cabriolet (W 188), links neben dem Fahrgestell. Foto vom Pariser Autosalon 1951
Mercedes-Benz 300 S Cabriolet (W 188), links neben dem Fahrgestell. Foto vom Pariser Autosalon 1951 © Mercedes Benz AG

Mercedes-Benz blickt in diesem Jahr auf mehrere historische Meilensteine seiner Unternehmens- und Produktgeschichte zurück. Die Bandbreite der Jubiläen reicht von der Vorstellung exklusiver Oberklasse-Modelle über frühe Kombi-Konzepte bis hin zu historischen Verflechtungen mit der Luftfahrtindustrie.

Unter dem Titel „140 Jahre Innovation“ dokumentiert der Automobilhersteller wichtige historische Wendepunkte in seinem digitalen Archivsystem (M@RS). Ein Blick auf die anstehenden Jahrestage zeigt, wie stark einzelne Modelle und strategische Entscheidungen die heutige Produktpalette geprägt haben.

 Vor 60 Jahren: Der Mercedes-Benz „Universal“ als Vorläufer des T-Modells

Im August und September 1966 erweiterte Mercedes-Benz sein Portfolio um den Kombiwagen 230 S „Universal“ (Baureihe W 111).

  • Externe Fertigung: Das Fahrzeug wurde nicht im eigenen Werk, sondern beim belgischen Karosseriebauer IMA in Lüttich auf Mercedes-Fahrgestellen montiert.
  • Modellvielfalt: Neben dem Sechszylinder-Typ 230 S gab es auch Varianten der Vierzylinder-„Heckflosse“ (Baureihe W 110) als 200 D, 200 und 230.
  • Technische Anpassung: Um mehr Bodenfreiheit für den gewerblichen Einsatz und Freizeitaktivitäten zu bieten, erhielten die Kombis größere 15-Zoll-Räder statt der 13-Zoll-Räder der Limousinen.
  • Historische Bedeutung: Der „Universal“ gilt als direkter konzeptioneller Vorläufer der werkseigenen T-Modelle, die schließlich 1977 in der Baureihe 123 debütierten. Die Produktion des „Universal“ endete 1968.
Mercedes-Benz 200 D „Universal“ der Baureihe W 110
Mercedes-Benz 200 D „Universal“ der Baureihe W 110 © Mercedes Benz AG

 Vor 25 Jahren: AMG-Leistungsshow und Segment-Erweiterung auf der IAA 2001

Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) im September 2001 in Frankfurt am Main stand für Mercedes-Benz im Zeichen des 100-jährigen Markenjubiläums sowie sportlicher Spitzenmodelle.

  • Hubraumstarke V12-Modelle: Im Fokus standen der S 63 AMG (Langversion) und das Coupé CL 63 AMG. Beide Fahrzeuge nutzten einen auf 6,3 Liter Hubraum vergrößerten V12-Motor mit 326 kW (444 PS). Sie bildeten die Leistungsspitze, bevor 2002 die Biturbo-Varianten (S 65 / CL 65) folgten.
  • Modelloffensive im Nutzwert-Bereich: Neben den Sportwagen debütierte der G 270 CDI mit einem 156 PS starken Fünfylinder-Dieselmotor, der die Vorgängermodelle beim Drehmoment übertraf. Zudem wurde der Kompakt-Van Vaneo vorgestellt, der auf der Sandwich-Architektur der A-Klasse basierte und mit einer Nutzlast von 550 Kilogramm gezielt Freizeit- und Transportkunden ansprechen sollte.
Mercedes-Benz S 63 AMG lang (V 220)
Mercedes-Benz S 63 AMG lang (V 220), vorgestellt auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main 2001. © Mercedes Benz AG

 Vor 75 Jahren: Weltpremiere des Luxusklasse-Modells 300 S in Paris

Im Oktober 1951 präsentierte der Stuttgarter Hersteller auf dem Pariser Autosalon den Typ 300 S (Baureihe W 188), der als Coupé, Cabriolet A und Roadster auf den Markt kam.

  • Antrieb und Leistung: Technisch basierte der Wagen auf der Repräsentationslimousine Typ 300 (W 186), leistete jedoch dank drei Solex-Vergasern und höherer Verdichtung 110 kW (150 PS). Mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 175 km/h zählte der W 188 zu den schnellsten deutschen Nachkriegs-Pkw.
  • Marktbedeutung: Der 300 S war ein wichtiges Prestigeprodukt zur Erschließung des US-Marktes in den frühen 1950er-Jahren – eine Rolle, die ab 1954 der 300 SL Flügeltürer übernahm. Ab 1955 wurde das Modell schrittweise durch den technisch überarbeiteten 300 Sc abgelöst.

 Vor 100 Jahren: Hanns Klemm und die Ausgründung des Leichtflugzeugbaus

Am 15. Dezember 1926 übernahm der Ingenieur Hanns Klemm die Flugzeugbau-Abteilung der damals frisch fusionierten Daimler-Benz AG und machte sich mit der „Leichtflugzeugbau Klemm GmbH“ selbstständig.

  • Hintergrund: Klemm leitete zuvor das Konstruktionsbüro in Sindelfingen. Die Flugzeugbautradition der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) reichte bis in das Jahr 1915 zurück.
  • Historischer Welterfolg: Berühmtheit erlangte das von Klemm konstruierte Kleinflugzeug Daimler-Klemm L 20, angetrieben von einem von Ferdinand Porsche entworfenen Zweizylinder-Boxermotor. Mit einer L 20 startete der Pilot Friedrich Freiherr von Koenig-Warthausen 1928 zu einem erfolgreichen Weltflug. Eine Rekonstruktion dieses historischen Flugzeugs ist heute im Mercedes-Benz Museum ausgestellt.
Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.