Das Auto mit der Stimme steuern: Was taugen Sprachassistenten im Test?

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Sprachsteuerung im Auto
© Adrian Regeci/pexels

Die Sprachsteuerung in modernen Autos bietet echten Komfort, kann eine durchdachte haptische Bedienung aber nicht komplett ersetzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung des ADAC Autotests. Der Mobilitätsclub hat die Sprachassistenten von 40 aktuellen Fahrzeugmodellen unter die Lupe genommen. Das Resultat: Während die Steuerung von Radio und Navigation hervorragend funktioniert, stoßen die Systeme bei sicherheitsrelevanten Funktionen schnell an ihre Grenzen.

Hintergrund der Untersuchung ist die zunehmende Kritik an modernen Cockpits. Viele Hersteller ersetzen klassische Knöpfe und Schalter durch verschachtelte Touchscreen-Menüs. Das lenkt Autofahrer während der Fahrt massiv ab und erhöht das Unfallrisiko. Der ADAC wollte wissen, ob die Spracheingabe hier als digitale Abhilfe dienen kann. Getestet wurden 18 Befehle aus den drei Kategorien Infotainment, Klimatisierung sowie Sicht- und Assistenzsysteme.

BMW als Spitzenreiter, Suzuki hinkt hinterher

Die Ergebnisse des Tests gehen weit auseinander. Insgesamt schnitten 16 der 40 getesteten Fahrzeuge mit der Note „gut“ ab. Als absoluter Musterschüler erwies sich der BMW 5er: Die bayerische Limousine verstand und blockte stolze 16 von 18 Testbefehlen fehlerfrei ab.

Am anderen Ende der Skala landete Suzuki. Der neue, vollelektrische Suzuki e-Vitara enttäuschte im Test auf ganzer Linie und verarbeitete lediglich drei der 18 Sprachbefehle. Das vernichtende Urteil der Experten: Note mangelhaft.

Kurios und enttäuschend zugleich zeigt sich die Umsetzung bei der Budget-Marke Dacia. Der dort verbaute Sprachsteuerungs-Knopf am Lenkrad entpuppt sich als Mogelpackung für das Auto selbst: Er steuert ausschließlich ein gekoppeltes Smartphone, nicht aber die Fahrzeugfunktionen. Dass es anders geht, beweist die Konzernschwester Renault: Trotz fast baugleichem Lenkrad lässt sich hier das gesamte Fahrzeug per Sprache dirigieren.

Infotainment hui, Sicherheitspflicht pfui

Die Detailauswertung zeigt klare Stärken und Schwächen der aktuellen Technikgenerationen aufgeteilt nach den Testkategorien:

  • Infotainment (Navigation, Radio etc.): Hier glänzen die Systeme. Gleich 35 Fahrzeuge sicherten sich eine gute oder sehr gute Bewertung.
  • Klimatisierung (Temperatur, Lüftung): Solide Performance im Mittelfeld. Immerhin 26 Modelle meisterten diese Aufgaben mit den beiden besten Noten.
  • Sicht- und Assistenzsysteme (Warnblinker, Assistenten): Ein kollektives Versagen der Automobilindustrie. Ganze 32 der 40 Autos kassierten hier ein „mangelhaft“. Wichtige Sicherheitsfunktionen lassen sich fast nie per Stimme steuern.

Fazit des ADAC: Kein Ersatz für echte Knöpfe

Für den ADAC steht fest: Sprachassistenten sind im Fahralltag eine sinnvolle Unterstützung, aber kein Allheilmittel. Sie dürfen von den Herstellern nicht als Ausrede genutzt werden, um an physischen Tasten zu sparen.

Besonders bei sicherheitsrelevanten Funktionen, die im Ernstfall in Bruchteilen einer Sekunde aktiviert werden müssen, ist die Spracheingabe schlicht zu langsam und unzuverlässig. Ihren echten Mehrwert spielen die Systeme laut den Testern im Infotainment aus: Die Eingabe einer langen Adresse in das Navigationssystem per Sprache ist oft nicht nur komfortabler, sondern unterm Strich sogar die sicherste und beste Bedienmethode überhaupt.

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.