Porsche Sonderwunsch: Weltpremiere für den neuen Flachbau RS als Werksunikat

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Porsche Flachbau RS (991.2), Sonderwunsch
Porsche Flachbau RS (991.2), Sonderwunsch © Porsche AG

Porsche lässt die legendäre Ära der Flachbau-Modelle wieder aufleben. Nach dem Schutz der Markenrechte beim Europäischen Patentamt im Mai 2025 hat der Sportwagenhersteller nun ein exklusives Sonderwunsch-Einzelstück präsentiert: den Porsche Flachbau RS. Das straßenzugelassene Werksunikat basiert auf einem 2018er Porsche 911 GT2 RS (Typ 991.2) mit Weissach-Paket und wurde in dreijähriger Entwicklungszeit radikal umgestaltet.

Historischer Bezug und technische Entwicklung

Die Flachbau-Karosserie besitzt bei Porsche eine lange Tradition. In den 1980er-Jahren verkaufte das Unternehmen 948 Exemplare des modifizierten 911 Turbo (Typ 930) mit Klappscheinwerfern, deren Design an den Langstrecken-Rennwagen Porsche 935 angelehnt war.

Das neue Projekt entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der Sonderwunsch Manufaktur, Style Porsche, der Entwicklungsabteilung, Porsche Motorsport und dem Entwicklungspartner Manthey. Trotz des unveränderten Antriebs des GT2 RS stieg die technische Komplexität durch die neue Aerodynamik und Karosserieform massiv. Durch den konsequenten Einsatz von Leichtbaukomponenten reduzierten die Ingenieure das Fahrzeuggewicht des ohnehin gewichtsoptimierten Basismodells um weitere 31,6 Kilogramm.

Porsche Flachbau RS (991.2) Heckansicht
Porsche Flachbau RS (991.2) Heckansicht © Porsche AG

Aerodynamik und Exterieur-Design

Für die Gestaltung zeichnet der pensionierte Porsche-Designer Grant Larson verantwortlich, der bereits die moderne Clubsport-Interpretation des 935 aus dem Jahr 2018 entwarf. Der Flachbau RS zitiert optisch den historischen Rennwagen 935/78 „Moby Dick“.

Die wichtigsten Exterieur-Merkmale im Überblick:

  • Frontpartie: Flachere Kotflügel mit integrierten Radhausentlüftungen, angepasster Stoßfänger und Manthey-Flaps zur Staudruckreduzierung.
  • Lichtkonzept: Eine terrassenförmige Scheinwerfer-Kaskade aus drei extrem schmalen LED-Einheiten ersetzt die runden Serien-Scheinwerfer.
  • Farbgebung: Eine exklusive Neuentwicklung des Tons „Grandprixweiß“, kombiniert mit mattschwarzen Akzenten und Sichtcarbon.
  • Heckflügel: Ein vom 911 GT3 R Rennsport inspirierter, S-förmig angebundener Heckflügel. Er ist dreifach verstellbar und liegt fünf Zentimeter höher als das Serienbauteil.
  • Abtriebwerte: Im „High Downforce“-Setup generiert das Aerodynamik-Kit bei einer Geschwindigkeit von 340 km/h exakt 554 Kilogramm Abtrieb an der Hinterachse. Carbon-Aerodiscs an den Hinterrädern optimieren den Luftstrom zusätzlich.
Porsche Flachbau RS 991.2
Eine terrassenförmige Scheinwerfer-Kaskade aus drei extrem schmalen LED-Einheiten ersetzt die runden Serien-Scheinwerfer © Porsche AG

Puristischer Innenraum

Das Interieur wurde im Fondbereich vollständig auf Rennsport-Niveau reduziert. Zur Gewichtseinsparung entfernte Porsche das Porsche Communication Management (PCM), das Audiosystem sowie weite Teile der Schalldämmung und der Verkleidungen.

Der Blick fällt auf sichtbare Metallelemente in Wagenfarbe, Carbon-Komponenten und einen freiliegenden Kabelstrang. Die Carbon-Vollschalensitze tragen den eingestickten Schriftzug „Flachbau RS“ sowie eine stilisierte Grafik der Nürburgring-Nordschleife. Eine goldene Plakette mit der Gravur „Factory One-Off 2026 | Flachbau RS“ dokumentiert den Status als Einzelstück.

Porsche Flachbau RS (991.2) Innenraum
Porsche Flachbau RS (991.2) Innenraum © Porsche AG

Digitale Absicherung und Erprobung auf der Nordschleife

Vor der finalen Fertigung wurde das Fahrzeug mittels digitaler Crashsimulationen, Strukturanalysen und computergestützter Strömungsmechanik (CFD) geprüft. Nach statischen Belastungstests auf dem Hydropulser-Prüfstand absolvierten drei Versuchsträger ein intensives Testprogramm.

Neben Abstimmungsfahrten auf dem Flugplatz Mendig und Dauerläufe in Weissach wurde das Aerodynamik-Konzept bei 50 Runden auf der Nürburgring-Nordschleife final abgesichert. Die Belastungstests simulierten eine Laufleistung von rund 150.000 Kilometern in Kundenhand. Porsche-Testfahrer Lars Kern bescheinigte dem Fahrzeug ein extrem stabiles und präzises Fahrverhalten bei Hochgeschwindigkeitsfahrten.

Der neue Porsche Flachbau RS beweist eindrucksvoll die Handwerkskunst des modernen Sonderwunsch-Programms. Das Werksunikat verbindet historische Design-Zitate des legendären „Moby Dick“ mit aktueller High-End-Technologie aus dem Motorsport. Trotz der anspruchsvollen Hürden für eine Straßenzulassung ist es den Ingenieuren gelungen, die bereits radikal optimierte Basis des GT2 RS aerodynamisch zu perfektionieren und nochmals spürbar an Gewicht zu reduzieren. Das Ergebnis ist ein kompromissloses Sammlerstück, das die Brücke zwischen Tradition und Gegenwart schlägt.

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.