DTM-Champion Thomas Preining: „Meine Mission hier ist noch nicht abgeschlossen“

6
DTM Champion Thomas Preining - Mission geht weiter
Großer Jubel bei Thomas Preining nach seinem Titelgewinn in Hockenheim © Gruppe C Photography

Zwei DTM-Titel in vier Jahren: Der Österreicher Thomas Preining (Manthey) hat sich beim dramatischen Saisonfinale auf dem Hockenheimring zum zweiten Mal die DTM-Krone aufgesetzt. Nach einem nervenaufreibenden Wochenende machte der 28-jährige Porsche-Werksfahrer den Triumph mit Platz drei im letzten Rennen perfekt. Im Interview spricht Preining über mentale Zerreißproben, einen besonderen Anruf von Dr. Wolfgang Porsche und seine Zukunftspläne in der Rennserie.

Emotionen im Motodrom und Respekt unter Rivalen

Der frischgebackene Champion erlebte die Momente nach der Zieldurchfahrt im Hockenheim-Motodrom besonders intensiv. Trotz der harten sportlichen Rivalität mit Maro Engel und Marco Wittmann betont Preining den gegenseitigen Respekt: „Mir war klar, dass die beiden lieber selbst ganz oben gestanden hätten. Umso mehr respektiere ich ihren Sportsgeist.“ Als Zeichen der Anerkennung folgte nach dem Finale ein Helmtausch mit Ex-Champion Wittmann – für Preining, der Wittmann früher als Vorbild im Kartsport verfolgte, ein emotionaler Meilenstein.

DTM Finale Rennen 2 Hockenheim Thomas Preining DTM Champion 2026
Thomas Preining – DTM Champion 2026 © Gruppe C Photography

Überraschender Anruf von Dr. Wolfgang Porsche

Unter den Hunderten von Glückwünschen stach einer besonders heraus. Noch vor der offiziellen Pressekonferenz klingelte bei Preining das Telefon: „Dr. Wolfgang Porsche hat mich direkt angerufen, um mir zu gratulieren“, verrät der Porsche-Pilot. Dr. Porsche gilt als großer DTM-Fan und unterstützt den Rennfahrer auch in schwierigen Phasen, wie etwa nach dem vorzeitigen Aus beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.

Mentale Belastung am Final-Wochenende

Das Samstagsrennen forderte Preining mental alles ab. Nach turbulenten Startphasen und mehreren Berührungen half ihm eine rote Flagge, den „Reset-Knopf“ im Kopf zu drücken. Das entscheidende Rennen am Sonntag ging er von Startplatz sieben an – eine taktische Herausforderung: „Du spielst im Kopf unzählige Szenarien durch, was schiefgehen könnte. Das ist mental viel anstrengender, als wenn du einfach voll auf Angriff fährst.“

„Mission DTM noch nicht abgeschlossen“: Blick auf den dritten Titel

Seit seinem ersten Titel im Jahr 2023 [1] habe er sich vor allem bei Regen und Mischbedingungen weiterentwickelt. Das Sprint-Format der DTM und die enge Zusammenarbeit mit dem Manthey-Team liegen dem Qualifying-Spezialisten. Obwohl Preining nun zum exklusiven Kreis der Mehrfach-Champions gehört, denkt er nicht ans Aufhören: „Ich bin erst 28 Jahre alt und meine Mission DTM ist noch nicht abgeschlossen. Eines Tages einen dritten Titel zu gewinnen, wäre großartig.“ Er hoffe nun auf eine gemeinsame Zukunft mit Porsche und Manthey in der Serie.

Gleichzeitig lobte Preining die neue ADAC-Nachwuchsförderung „Road to DTM“. Da seine eigene Karriere früh fast am Geld gescheitert wäre und erst durch das Porsche-Junior-Programm gerettet wurde, sei die Unterstützung junger Talente im teuren Motorsport das „A und O“.