ERC-Finale 2026: Mārtiņš Sesks siegt in Portugal – Mikołaj Marczyk sichert sich Vize-Europameistertitel

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Rally 6 Cities North of Portugal
Die Letten Mārtiņš Sesks/Renārs Francis gewannen den letzten Lauf der FIA Rallye-Europameisterschaft 2026 © Skoda Deutschland GmbH

Spannendes Saisonfinale der FIA Rallye-Europameisterschaft (ERC) bei der „Rally 6 Cities North of Portugal“: Während der Lette Mārtiņš Sesks im Skoda einen dramatischen Kampf um den Gesamtsieg für sich entschied, krönte sich der Pole Mikołaj Marczyk nach dem vorzeitigen Ausfall seines Konkurrenten Andrea Mabellini zum Vize-Europameister 2026.

Nach einer zweijährigen Pause kehrte die FIA Rallye-Europameisterschaft für ihr großes Finale zurück nach Portugal. Die „Rally 6 Cities North of Portugal“ bildete den anspruchsvollen Schlusspunkt einer packenden ERC-Saison 2026. Mit den Start- und Zielzeremonien im historischen Guimarães und dem Servicepark im Rallye-Mekka Fafe bot das Event eine spektakuläre Kulisse. Auf die Teams warteten 17 harte Schotterprüfungen über eine Gesamtlänge von 181,10 Kilometern. Da der Finne Teemu Suninen (Skoda Fabia RS Rally2) den Europameistertitel bereits vorzeitig in der Tasche hatte, reiste er entspannt als Zuschauer an – und sah ein Finale voller Dramatik.

Herzschlagfinale um den Sieg: Sesks triumphiert nach Reifen- und Technik-Krimi

Schon in der Qualifikation deutete sich an, dass der lettische WRC-Gaststarter Mārtiņš Sesks trotz minimaler Vorbereitung im Skoda Fabia RS Rally2 des Teams MRF Tyres ganz vorne mitmischen würde. „Ich hatte im Vorfeld nur etwa 30 Testkilometer, um mich an das Auto zu gewöhnen“, verriet Sesks später. Dennoch entwickelte sich von Beginn an ein unerbittlicher Schlagabtausch mit dem Finnen Roope Korhonen (Toyota). Die beiden MRF-Tyres-Teamkollegen dominierten das Geschehen fast nach Belieben und holten sich 15 der insgesamt 17 Wertungsprüfungen. Am Ende der ersten Etappe führte Sesks hauchdünn mit 10,5 Sekunden Vorsprung.

Der Sonntag brachte jedoch die Wende: Nach der 13. Wertungsprüfung verlor das lettische Duo Sesks/Francis die Führung aufgrund eines defekten Stoßdämpfers. Obwohl der Schaden in der anschließenden Servicepause behoben werden konnte, kostete die Reparatur wertvolle Sekunden. Das Blatt wendete sich in der 15. Prüfung erneut, als Korhonens Toyota mit einem Ausfall des Hinterradantriebs kämpfte. Sesks übernahm zwei Prüfungen vor Schluss wieder die Spitze und verteidigte diese bis ins Ziel. Damit ging er als sechster unterschiedlicher Skoda-Pilot in die Siegerliste der ERC-Saison 2026 ein.

Rally 6 Cities North of Portugal
Mārtiņš Sesks aus Lettland feierte seinen fünften Sieg in der FIA Rallye-Europameisterschaft © Skoda Deutschland GmbH

Drama um Mabellini macht Marczyk zum Vize-Champion

Abseits des Kampfes um den Tagessieg stand das Duell um den Vize-Europameistertitel im Fokus. Der Italiener Andrea Mabellini (Lancia) war mit einem komfortablen Vorsprung von sechs Punkten auf den Polen Mikołaj Marczyk nach Portugal gereist. Doch die tückischen Schotterpisten forderten schnell ihre Opfer: Bereits am Samstag überschlugen sich die frisch gekürten französischen Schottermeisterinnen Sarah Rumeau und Julie Amblard („Iron Dames“) in ihrem Skoda und mussten aufgeben. Nur wenig später, in der siebten Wertungsprüfung, erwischte es auch Mabellini.

Nach dem Ausfall des Italieners schaltete Marczyk sofort in den Taktikmodus. „Von dem Moment an ging es für uns nur noch um Strategie“, gab Marczyk offen zu. Ein kontrollierter achter Platz reichte dem Polen vollauf, um Mabellini in der Gesamtwertung abzufangen und den Vize-Titel zu sichern. Eine Besonderheit gab es auf dem Beifahrersitz: Da Marczyk bei der „Royal Rally of Scandinavia“ mit Daniel Dymurski angetreten war, belegte sein Stamm-Co-Pilot Szymon Gospodarczyk am Ende Rang drei in der Beifahrer-Meisterschaft.

Skoda dominiert die ERC-Saison 2026

Das Endergebnis in Portugal unterstrich noch einmal die Vormachtstellung der Fahrzeuge aus Mladá Boleslav. Fünf Skoda Fabia RS Rally2 landeten beim Finale in den Top-10. Hinter den Podestplätzen fuhren Jan Solans/Rodrigo Sanjuán (Spanien) auf Rang vier, gefolgt von Simone Tempestini/Francesca Maria Maior (Rumänien) auf der Fünf. Die portugiesischen Lokalmatadoren Armindo Araújo/Luís Ramalho sicherten sich Platz sieben knapp vor den neuen Vize-Meistern Marczyk/Gospodarczyk.

Ein Blick auf die vorläufige Endabrechnung der FIA Rallye-Europameisterschaft 2026 verdeutlicht die totale Dominanz: Gleich sieben Skoda-Piloten feierten eine Platzierung unter den besten Zehn der Gesamtwertung. Neben Champion Teemu Suninen und Vize Mikołaj Marczyk überzeugten in dieser Saison auch Simone Tempestini, Mārtiņš Sesks, Jakub Matulka (Polen) und Giandomenico Basso (Italien) im tschechischen Allradler.