
Mozilla hat die neueste Version seines Open-Source-Webbrowsers veröffentlicht: Firefox 159 ist ab sofort für Windows, macOS und Linux verfügbar. Mit der Veröffentlichung reagiert das Entwicklerteam auf drängende Sicherheitsrisiken und schließt über 150 dokumentierte Sicherheitslücken. Darüber hinaus bringt das Update signifikante Komfortfunktionen wie ein standardmäßig integriertes Passwort-Management direkt in der Seitenleiste und Optimierungen für bestimmte Grafiksysteme unter Linux.
Die Veröffentlichung erfolgt im Rahmen des von Mozilla etablierten schnellen Release-Zyklus, bei dem Funktions- und Sicherheitsupdates in kurzen Abständen an die Nutzer verteilt werden.
Höhere Sicherheit im Netz: Mozilla schließt 167 Schwachstellen
Der Fokus von Firefox 159 liegt ganz klar auf der digitalen Resilienz. Insgesamt hat Mozilla 167 Sicherheitslücken im Code geschlossen, wovon 108 bis 109 von den Experten als „schwerwiegend“ (high severity) eingestuft wurden. Diese hohe Anzahl an Patches zeigt, wie aggressiv die Entwickler derzeit Schwachstellen analysieren, um Angriffsvektoren wie Speicherüberläufe oder das unbefugte Ausführen von Schadcode zu unterbinden. Angesichts der potenziellen Risiken wird allen Anwendern empfohlen, das Update zeitnah einzuspielen.
Neue Funktionen für den Alltag
Neben den dringend notwendigen Stabilitäts-Patches liefert Version 159 sichtbare Verbesserungen an der Benutzeroberfläche, die den Surfkomfort im Alltag erhöhen:
- Passwörter direkt in der Seitenleiste: Ein oft geäußerter Nutzerwunsch wird Realität. Mozilla platziert das Menü für gespeicherte Passwörter neu. Die Zugangsdaten wandern standardmäßig in die Firefox-Seitenleiste. Anwender müssen das entsprechende Menü-Werkzeug nicht mehr umständlich über die Einstellungen hervorholen, sondern haben schnellen Zugriff auf Logins.
- Native Freigabe unter macOS: Mac-Nutzer erhalten eine optimierte Systemintegration. Ab Firefox 159 nutzt der Browser die native Teilen-Funktion von macOS. Beim Freigeben von Inhalten wird nun das bekannte Apple-Standardmenü inklusive einer Vorschau der Seite und den zuletzt genutzten Kontakten aufgerufen. Besonders effizient: Auch mehrere markierte Tabs lassen sich mit einem Klick gleichzeitig weiterleiten.
- Überwachung per Smart Window (Beta): Die integrierte, KI-gestützte Vorschaufunktion Smart Window lernt dazu. Sie bietet nun die Möglichkeit, geöffnete Webseiten im Hintergrund auf Veränderungen wie aktualisierte Börsenticker oder Preissenkungen zu überwachen. Da diese Funktion jedoch noch im Beta-Status ist, bleibt der Zugriff zunächst regional beschränkt (vorrangig auf Regionen wie die USA, Kanada und Frankreich).
- Neue Tastenkombinationen für Tabs: Das Suchen in offenen Tabs ist jetzt über die globale Tastenkombination Strg + Umschalt + A (unter macOS: Cmd + Umschalt + A) möglich. Die Anpassung der Tastaturbefehle kann individuell in den internen Einstellungen über about:keyboard verwaltet werden.
Wichtige Fehlerbehebungen für Linux und Webentwickler
Auch unter der Haube hat Mozilla nachgebessert. Linux-Anwender, die ein System mit AMD-Grafikchips nutzen, klagten in der Vergangenheit über rasant ansteigenden Arbeitsspeicher-Verbrauch, sobald Karten- oder Ortsdaten auf Websites wie ChatGPT geladen wurden. Dieser Speicherfresser wurde in Firefox 159 erfolgreich behoben. Zudem korrigierten die Entwickler ein Problem, bei dem sich fixierte Tabs in Wayland-Umgebungen unbeabsichtigt vom Hauptfenster lösten.
Für Webentwickler bringt das Update die standardmäßige Aktivierung von sogenannten scroll-driven Animations. Damit lassen sich CSS-Animationen direkt an den vertikalen oder horizontalen Fortschritt eines Scroll-Containers koppeln, statt wie gewohnt starr an eine zeitbasierte Timeline. Zudem unterstützt die Rendering-Engine nun Scoped Custom Element Registries, womit identische Webkomponenten-Namen kollisionsfrei innerhalb verschiedener Shadow-DOM-Bäume existieren können.
Verfügbarkeit und wie man das Update installiert
Firefox 159 steht ab sofort zum Download über die offizielle Webseite von Mozilla bereit. Bei bestehenden Installationen aktualisiert sich der Browser in der Regel vollautomatisch im Hintergrund.
Wer nicht warten möchte, kann das Update manuell anstoßen: Dazu öffnet man das Firefox-Menü (die drei Striche rechts oben), klickt auf Hilfe und anschließend auf Über Firefox. Das Programm sucht daraufhin nach der Aktualisierung, lädt die neuen Programmpakete herunter und schließt den Vorgang nach einem schnellen Browser-Neustart ab.










