
Große Veränderungen im deutschen Zweiradsport: Ab der Saison 2027 übernimmt der ADAC e.V. die Organisation und Ausrichtung der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM). Das höchste Prädikat im deutschen Motorrad-Rundstreckensport, das im Jahr 2026 noch unter dem Namen „Euro Moto“ an den Start ging, kehrt damit nicht nur zu seinem traditionsreichen und etablierten Namen zurück, sondern steht vor einer umfassenden strategischen Neuausrichtung.
Der ADAC übernimmt die gesamte Plattform von der Motor Presse, die sich auf eigenen Wunsch als bisheriger Promoter zurückzieht. Ein wichtiger Faktor für Kontinuität bleibt jedoch bestehen: Pirelli fungiert auch in Zukunft als exklusiver Reifenpartner der Meisterschaft.
Nachwuchsförderung und Familienfreundlichkeit im Fokus
Unter der Führung des ADAC soll die Rennserie grundlegend modernisiert werden. Das Konzept sieht vor, die IDM zu einer familienfreundlichen Eventplattform auszubauen und gleichzeitig klare sportliche sowie organisatorische Strukturen zu etablieren. Eine zentrale Rolle spielt dabei die gezielte Talentförderung. Die IDM soll künftig als wichtiges Sprungbrett für junge Fahrer dienen, um den Sprung in den internationalen Spitzen-Motorsport zu schaffen.
ADAC Sportpräsident Dr. Gerd Ennser betont die langfristigen Ambitionen des Automobilclubs: „Wir wollen den Motorradsport auf der Rundstrecke in Deutschland nachhaltig stärken und den Nachwuchs gezielt fördern – mit dem klaren Ziel, in den kommenden Jahren international wieder präsenter zu sein.“ Ennser verweist auf die bereits existierenden Förderprogramme sowie das erfolgreiche Flaggschiff-Event, den Motorrad Grand Prix auf dem Sachsenring. „Mit der IDM übernehmen wir nun Verantwortung für die gesamte Spitze des deutschen Motorrad-Rundstreckensports und wollen den bestehenden Teilnehmern wie auch Nachwuchstalenten neue Perspektiven eröffnen“, so der Sportpräsident, der sich gleichzeitig ausdrücklich bei der Motor Presse für die jahrelange gute Zusammenarbeit bedankte.
Planungssicherheit durch stabiles Reglement
Das sportliche Fundament der IDM bleibt in seinen Kernbereichen solide, wird jedoch geschärft. Die Königsklasse bleibt weiterhin die Superbike-Kategorie. Ein besonderes Augenmerk richten die Macher auf die Sportbike-Klasse, die explizit als Plattform für den Nachwuchs gestärkt werden soll. Gemeinsam mit der etablierten Supersport-Klasse bilden diese drei Kategorien die offiziellen Prädikatsklassen der IDM. Durch transparente, nachvollziehbare und vor allem beständige technische Reglements möchte der ADAC den Teams maximale Planungssicherheit garantieren und den Wettbewerb für die Fans transparenter gestalten. Die exklusive Reifenpartnerschaft mit Pirelli in allen drei Top-Klassen sorgt hierbei für eine verlässliche technische Konstante.

Mehr Fannähe und sieben Rennwochenenden in Mitteleuropa
Auch abseits der Strecken-Action plant der ADAC spürbare Neuerungen. Mittelfristig sollen die Aktivitäten im Fahrerlager deutlich ausgebaut werden, um die Meisterschaft nahbarer zu machen und gezielt motorsportbegeisterte Familien anzusprechen.
Der vorläufige Rennkalender für die Saison 2027 steht ebenfalls bereits fest. Vorgesehen sind insgesamt sieben Veranstaltungen in einem kompakten Zeitraum zwischen Mai und September. Neben den bekannten deutschen Traditionsstrecken wie dem Nürburgring, dem Hockenheimring, der Motorsport Arena Oschersleben und dem DEKRA Lausitzring schlägt die IDM ihre Zelte auch im europäischen Ausland auf. Geplant sind Läufe im niederländischen Assen sowie in den tschechischen Motorsport-Metropolen Most und Brünn.
Der vorläufige IDM-Kalender 2027 im Überblick:
- 14. – 16. Mai: Motorsport Arena Oschersleben
- 28. – 30. Mai: Brünn / Tschechien (noch zu bestätigen)
- 25. – 27. Juni: Most / Tschechien (noch zu bestätigen)
- 23. – 25. Juli: DEKRA Lausitzring
- 13. – 15. August: Assen / Niederlande
- 03. – 05. September: Nürburgring
- 24. – 26. September: Hockenheimring
(Hinweis: Termine unter Vorbehalt und vorbehaltlich finaler Bestätigungen)
















