
Was für ein Krimi zum Saisonabschluss der Deutschen Motocross-Meisterschaft (DMX) 2026! Beim großen MX-Weekend im sächsischen Thurm fielen am 19. und 20. September die letzten Titelentscheidungen der Solo-Klassen. Während in der Klasse DMX 250 ein technisches Drama in letzter Sekunde die Meisterschaft entschied, feierten andere Talente historische Triumphfahrten – darunter ein 16-jähriger Quad-Champion und eine „perfekte Saison“ ohne Punktverlust.
DMX 250: Technisches K.o. reißt Linus Jung aus allen Träumen
Das dramatischste Finale des Wochenendes spielte sich in der Klasse DMX 250 ab. Vor den Toren von Thurm trennten den Tabellenführer Linus Jung (KTM Sarholz Racing Team) und seinen Verfolger Fritz Greiner nur neun Punkte. Zunächst lief für Jung alles nach Plan: Er sicherte sich den Sieg im ersten Lauf vor Gaststarter Jeremy Sydow (Triumph), der nach vier Jahren ein starkes Comeback feierte.
Mit 14 Punkten Vorsprung ging Jung in den entscheidenden zweiten Durchgang – und erlebte den Albtraum jedes Rennfahrers: Auf Titelkurs liegend erlitt sein Motorrad einen fatalen Hinterrad-Defekt. Jung musste das Rennen frustriert aufgeben und blieb ohne Punkte. Nutznießer des Dramas war Fritz Greiner (Falcon Motorsports). Dem Youngster reichte ein fünfter Platz im zweiten Lauf, um sich mit sechs Zählern Vorsprung sensationell die Meisterschaft 2026 zu sichern. Der Tagessieg ging an den starken Rückkehrer Jeremy Sydow.

DMX Open: Noah Ludwig glänzt mit dominantem Doppelsieg
In der Königsklasse DMX Open war der Meistertitel für Max Thunecke (Johannes-Bikes Suzuki) zwar schon vor dem Wochenende in trockenen Tüchern, sportlich ging es dennoch hoch her. Noah Ludwig (KTM Sarholz Racing Team) zeigte eine absolute Machtdemonstration und gewann beide Läufe mit deutlichem Vorsprung.
Besonders bemerkenswert: Nur einen Tag nach seinem bitteren Aus in der 250er-Klasse bewies Linus Jung echten Sportsgeist. Er kämpfte sich in der Open-Klasse zweimal auf den zweiten Platz vor und sicherte sich damit Rang zwei in der Tageswertung. Durch seinen Doppelsieg schob sich Noah Ludwig in der finalen Meisterschaftswertung noch auf den dritten Gesamtrang hinter Vize-Meister Mark Scheu vor.
DMX Quad: 16-jähriges Ausnahmetalent Matteo Stiller schreibt Geschichte
Das Finale der DMX Quad wurde im baden-württembergischen Rudersberg im Rahmen der Seitenwagen-Weltmeisterschaft ausgetragen. Da der Gesamtführende Jordi Niclas Gieler krankheitsbedingt passen musste, war der Weg frei für Matteo Stiller (Stiller Racing).

Der erst 16-Jährige behielt die Nerven, holte sich im ersten Lauf den Holeshot und fuhr einen souveränen Start-Ziel-Sieg ein. Damit stand er bereits am Samstag als jüngster DMX-Quad-Champion der Geschichte fest. Am Sonntag rundete er sein perfektes Wochenende mit einem weiteren Laufsieg und dem Tagessieg vor Adam Tucek und seinem Bruder Luca Stiller ab.
Die Nachwuchsklassen: Gohlkes „perfekte Saison“ und Langes Nerven aus Stahl
Auch in den Jugendklassen der DMX wurden am Wochenende die verbleibenden Titelträger gekrönt:
- DMX 125: Tim Schröter gab mit einem Doppelsieg alles, doch Finn Lange (KTM GST Berlin Racing) behielt die Nerven. Mit den Plätzen zwei und drei im Rennen sicherte sich Lange den Meistertitel 2026 mit 28 Punkten Vorsprung.
- DMX 85: Der bereits feststehende Meister Tom Sönke Hänel feierte in Thurm seinen achten Tagessieg im achten Event und unterstrich damit seine absolute Ausnahmestellung in dieser Saison.
- DMX 65: Hier reichte Bruno Lenarz ein kontrollierter sechster Platz im ersten Durchgang, um die Meisterschaft perfekt zu machen. Den Tagessieg holte sich Eddi Haustein.
- DMX 50: Für die Geschichte der Saison sorgte Melvin Gohlke. Er gewann auch die letzten beiden Läufe in Thurm und vollendete mit zwölf Siegen in zwölf Saisonrennen die „perfekte Saison“ ohne einen einzigen Punktverlust.
Alle Deutschen Motocross-Meister 2026 auf einen Blick:
| Klasse | Deutscher Meister 2026 |
| DMX Open | Max Thunecke |
| DMX 250 | Fritz Greiner |
| DMX 125 | Finn Lange |
| DMX 85 | Tom Sönke Hänel |
| DMX 65 | Bruno Lenarz |
| DMX 50 | Melvin Gohlke |
| DMX Damen | Larissa Papenmeier |
| DMX Quad | Matteo Stiller |
| DMX Seitenwagen | Adrian Peter / Julian Zimmermann |
















