
Die erste Saison des Citroen Racing Formula E Teams in der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft ist am Sonntag auf dem ExCeL London Circuit zu Ende gegangen. Beim Finalrennen am Sonntag fuhren beide Piloten des Rennstalls in die Punkteränge. Nach einem taktisch geprägten Lauf überquerte der Neuseeländer Nick Cassidy die Ziellinie auf dem sechsten Platz. Sein Teamkollege Jean-Éric Vergne folgte direkt dahinter auf Rang sieben.
In der finalen Endabrechnung der Team-Weltmeisterschaft belegt das Citroen Racing Formula E Team nach seiner Premierensaison damit den fünften Gesamtrang. In der Wertung der Automobilhersteller erreichte der Mutterkonzern Stellantis zum Saisonabschluss den dritten Platz.
Aufholjagd nach schwierigem Samstagsrennen
Das finale Rennwochenende in der britischen Hauptstadt hatte für das Team zunächst mit Rückschlägen begonnen. Im Samstagslauf verpasste die Mannschaft die vorderen Platzierungen. Nick Cassidy erreichte in diesem ersten Rennen lediglich den neunten Rang. Für Jean-Éric Vergne verlief der Samstag noch unglücklicher: Der Franzose musste das Fahrzeug in der Schlussphase vorzeitig abstellen. Vorausgegangen war eine Kollision, bei der sein Monoposto so schwer beschädigt wurde, dass eine Weiterfahrt unmöglich war. Zudem wirkte sich eine Full-Course-Yellow-Phase nachteilig auf die Rennstrategie des Franzosen aus.
Für den entscheidenden Finallauf am Sonntag veränderte das Team die Fahrzeugabstimmung. Die Modifikationen zeigten bereits im dritten Freien Training Wirkung, in dem die Fahrer verbesserte Rundenzeiten erzielten. Im anschließenden Qualifying spiegelte sich der Aufwärtstrend wider. Nick Cassidy zog als Dritter seiner Qualifikationsgruppe in die K.-o.-Duelle ein. Im Viertelfinale gegen den Porsche-Piloten Pascal Wehrlein touchierte Cassidy jedoch die Streckenbegrenzung. Durch diese leichte Berührung der Mauer endete sein Qualifying-Versuch vorzeitig, was ihm den siebten Startplatz einbrachte. Jean-Éric Vergne verpasste den Einzug in die Duell-Phase und musste den Finallauf vom zwölften Startplatz aus in Angriff nehmen.
Strategisches Energiemanagement sichert Top-10-Plätze
Im Rennen am Sonntag machten beide Fahrer bereits in der Anfangsphase Positionen gut. Die Rennstrategie basierte auf einer gezielten Einteilung der verfügbaren Energie für die zweite Rennhälfte. Eine Schlüsselrolle spielte dabei das Timing für die Aktivierung des sogenannten Attack Mode. Cassidy nutzte die zusätzliche Leistung erstmals in der 16. Runde. Das Team staffelte die Strategie und schickte Vergne in Runde 19 in die Aktivierungszone.
Obwohl Cassidy die Aktivierung des Attack Mode im Rennverlauf zweimal verfehlte und Zeit verlor, reichte das Tempo aus, um den Anschluss an die Spitzengruppe zu halten. Nach 35 Runden verbesserte sich Cassidy auf den sechsten Platz. Vergne machte im Vergleich zu seiner Startposition fünf Plätze gut und komplettierte das Resultat mit Rang sieben.

Ende der GEN3-Evo-Ära und Abschied von DS Performance
Das Rennen in London markierte zeitgleich das Ende einer technologischen Epoche in der Elektro-Rennserie. Mit dem Fallen der Zielflagge endete die Ära der GEN3-Evo-Rennwagen. Für die Partnermarke DS Performance bedeutete der Finallauf zudem den Abschied aus der Weltmeisterschaft. Der Hersteller war über ein Jahrzehnt im internationalen Wettbewerb der Formel E aktiv und prägte die Serie mit mehreren Titelgewinnen. Zum Abschied sicherte sich DS Performance den Sieg beim finalen Saisonrennen in London, wozu die Führung von Citroen Racing dem Schwesterunternehmen gratulierte.
Der Fokus des Citroen Racing Formula E Teams richtet sich nun auf die kommende 13. Saison. Diese wird durch grundlegende technologische Veränderungen geprägt sein. Mit dem Debüt der neuen GEN4-Fahrzeuge beginnt der nächste Entwicklungszyklus der Meisterschaft.
Die Stimmen der Verantwortlichen und Fahrer
Beth Paretta (Managing Director von MSG):
Die sportliche Leitung zog ein positives Fazit der Premierensaison. Paretta erklärte, dass das Resultat mit zwei Fahrzeugen unter den besten sieben Piloten die Entwicklung des Teams widerspiegle. Das Erreichen des dritten Platzes in der Hersteller-Weltmeisterschaft sei ein solider Erfolg für das erste gemeinsame Jahr. Die Saison habe durch Höhen und Tiefen wertvolle Erkenntnisse geliefert. Insbesondere in der zweiten Saisonhälfte habe die Mannschaft ihr tatsächliches Potenzial gezeigt. Nun gelte es, diese Grundlagen für den Übergang in die GEN4-Ära zu nutzen.
Nick Cassidy (Fahrer): Der Neuseeländer zeigte sich mit dem Ausgang des Rennens zufrieden, übte jedoch auch Selbstkritik. Die Fehler bei den Attack-Mode-Aktivierungen hätten den Rennverlauf unbötig erschwert. Dennoch sei das Fahrzeug konkurrenzfähig genug gewesen, um bis auf Platz sechs vorzufahren. Die Zusammenarbeit mit Citroen in dieser Saison habe eine positive Basis für die Zukunft geschaffen. Auch wenn das sportliche Ziel immer noch höhere Platzierungen vorsehe, sei das Fundament für die nächste Saison stabil.
Jean-Éric Vergne (Fahrer): Vergne betonte den Kontrast zum Vortag. Während am Samstag das Rennglück gefehlt habe, sei die Aufholjagd von Startplatz 12 auf Rang 7 ein zählbares Resultat. Gemeinsam mit den Punkten seines Teamkollegen habe man ein wichtiges Mannschaftsergebnis erzielt. Das Team verfüge über die nötige Qualität und Talente, auch wenn die endgültige Platzierung in der Meisterschaft noch nicht dem maximalen Anspruch entspreche. Das Ziel für die Vorbereitung auf die nächste Saison sei es, die Konstanz weiter zu steigern.


















