
Pascal Wehrlein hat sich in einem hochdramatischen Saisonfinale beim London E-Prix zum zweiten Mal den Fahrertitel der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft gesichert.
Dem Porsche-Werksfahrer reichte im letzten Rennen der Saison ein 14. Platz, um die Gesamtwertung für sich zu entscheiden. Sein Teamkollege Nico Müller beendete das turbulente Finale auf dem zwölften Rang. Auch Jake Dennis vom Porsche-Kundenteam Andretti Formula E ging als Achtzehnter leer aus, sicherte sich jedoch mit fünf Punkten Rückstand auf Wehrlein den Vize-Weltmeistertitel vor dem drittplatzierten Mitch Evans auf Jaguar.
Drama in der Schlussphase kostet den Team-Titel
Das entscheidende Rennen über 35 Runden begannen Wehrlein und Müller von den vielversprechenden Startplätzen drei und vier. Im weiteren Verlauf des Laufs fielen beide Piloten jedoch kontinuierlich zurück. Eine heftige Kollision in der Schlussphase, in die sowohl Wehrlein als auch Dennis mit einem Konkurrenten verwickelt waren, warf die beiden Porsche-Piloten endgültig aus den wertvollen Punkterängen.
Durch diesen doppelten Punktverlust der Porsche-Werksfahrer zog das konkurrierende Team Jaguar TCS Racing in der Tabelle vorbei und sicherte sich die diesjährige Team-Weltmeisterschaft. Den Herstellertitel für den besten Konstrukteur hatte Porsche hingegen bereits am vorherigen Rennwochenende in Tokio vorzeitig und erfolgreich verteidigt.
Wehrlein auf den Spuren von Nico Rosberg
Mit insgesamt drei Saisonsiegen war der 31-jährige Deutsche aus Sigmaringen der erfolgreichste Fahrer der abgelaufenen Formel-E-Saison. Zudem teilt er sich mit sechs Podiumsplatzierungen und vier hart umkämpften Pole-Positions jeweils den Spitzenwert der gesamten Meisterschaft.
Seit dem historischen Formel-1-Triumph von Nico Rosberg im Jahr 2016 mit Mercedes-AMG ist Wehrlein damit der bislang letzte deutsche Weltmeister im internationalen Formelsport. Darüber hinaus zieht er mit einer historischen Bestmarke mit dem Franzosen Jean-Éric Vergne gleich: Beide sind die einzigen Piloten, die seit dem Start der vollelektrischen Rennserie im Jahr 2014 zwei Fahrertitel in der Formel E erringen konnten.
Der Porsche 99X Electric schreibt Geschichte
Durch den doppelten Gewinn der Fahrer- und der Hersteller-Weltmeisterschaft behauptet die Marke Porsche ihre führende Rolle im globalen elektrischen Motorsport. Der eingesetzte Porsche 99X Electric geht dabei als das statistisch erfolgreichste Fahrzeug der dritten Formel-E-Generation (GEN3) in die Geschichte ein. Sechs von zehn Titeln dieser technologischen Ära wurden mit dem in Weissach entwickelten Rennwagen eingefahren.

Dies macht das Modell zum erfolgreichsten Formelsportler in der gesamten Historie der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG. Während der laufenden GEN3-Ära verbuchte das werkseigene Porsche Formel-E-Team insgesamt 16 Siege. Die beiden Kundenteams Andretti Formula E und Cupra Kiro steuerten sieben weitere Erfolge zu dieser Bilanz bei.
Millionen-Projekt „Racing for Charity“
Neben dem sportlichen Finale stand beim London E-Prix die traditionelle Spendeninitiative „Racing for Charity“ im Fokus. Mit diesem Projekt verbindet Porsche den sportlichen Erfolg auf der Rennstrecke mit gesellschaftlicher Verantwortung.
Für jede absolvierte Rennrunde der beiden Werksautos spendete der Stuttgarter Sportwagenhersteller 400 Euro zur Unterstützung schwerkranker Kinder auf der ganzen Welt. Vor der finalen Auswertung beläuft sich die aktuelle Spendensumme auf 449.200 Euro. Die Gelder kommen den gemeinnützigen Organisationen Kinderherzen retten e.V., Interplast Germany e.V. und der Ferry-Porsche-Stiftung zugute. Der finale Betrag wird in Kürze offiziell bekannt gegeben.
Stimmen zum packenden Saisonfinale
Die Verantwortlichen und Fahrer zeigten sich nach dem packenden Finale hochzufrieden mit dem Ausgang der Saison.
- Florian Modlinger (Gesamtprojektleiter Formel E): „Zweiter WM-Titel für Pascal – ein großartiges Ergebnis! Das war ein erbittertes Rennen heute mit harten Bandagen, aber wir haben es geschafft und mit dem Porsche 99X Electric einen weiteren Titel geholt. Ein großes Dankeschön an Pascal und Nico für ihren Einsatz in dieser Saison – und an jede einzelne Person, die an diesem Projekt gearbeitet hat. Ihr könnt stolz auf euch sein, und ich bin stolz auf euch.“

- Pascal Wehrlein (Weltmeister): „Ich bin unheimlich stolz darauf, wie wir am Wochenende abgeliefert haben und wie wir dem Druck standgehalten haben. In den ersten 15 Saisonrennen haben wir die Messlatte sehr hoch gelegt; heute haben wir den Job zu Ende gebracht. Ich möchte allen im Team und allen im Werk danken, die geholfen haben, dieses Rennauto zu bauen. Wir sind der erfolgreichste Hersteller der GEN3-Ära und haben so viele Erfolge eingefahren. Ich liebe mein Team. Einfach alle, die mit mir arbeiten und an mich glauben. Ein ganz besonderer Dank gilt Nico für seinen Beitrag. Heute Abend feiern wir!“
- Nico Müller (Porsche-Werksfahrer): „Das war ein chaotisches Wochenende. Am Ende haben wir den Titel aber geholt. Glückwunsch an Pascal und an das gesamte Team. Das war eine sehr gute Saison, auch wenn wir sicher noch Dinge verbessern können. Ich bin sehr glücklich, dass wir die Saison mit zwei WM-Titeln abschließen, und ich freue mich auf die neuen Autos in der nächsten Saison.“
- Thomas Laudenbach (Leiter Porsche Motorsport): „Zwei FIA-Weltmeistertitel im Jahr, in dem Porsche 75 Jahre Motorsport feiert – darauf können wir alle sehr stolz sein. Glückwunsch an Pascal zum Gewinn des Fahrertitels in einem sehr schwierigen Rennen. Und nochmals mein Glückwunsch an alle Beteiligten zum Gewinn des Herstellertitels in Tokio, einschließlich unserer Kundenteams, die maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen haben. Auch wenn wir den Team-Titel verpasst haben: Porsche steht weiter an der Spitze des elektrischen Motorsports.“
Die finalen WM-Endstände im Überblick
Fahrerwertung (Top 5 & deutsche Platzierungen):
- Pascal Wehrlein (GER) – 169 Punkte (Weltmeister)
- Jake Dennis (GBR) – 164 Punkte
- Mitch Evans (NZL) – 160 Punkte
- Nico Müller (SUI) – 102 Punkte
Teamwertung:
- Jaguar TCS Racing (GBR) – 288 Punkte
- Porsche Formel-E-Team (GER) – 271 Punkte
- Mahindra Racing (IND) – 252 Punkte
- Andretti Formula E (USA) – 229 Punkte
Herstellerwertung:
- Porsche – 498 Punkte
- Jaguar – 400 Punkte
- Stellantis – 292 Punkte
Die kompletten Platzierungen und Punktestände finden Sie auf der Formel E Webseite.


















