Spritpreise steigen weiter: ADAC sieht keine Rechtfertigung für Rekordhoch

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Benzinpreis steigt oder fällt er
Hohe Benzinpreise an der Anzeigetafel (Symbolfoto)

Die Spritpreise in Deutschland klettern auf neue Rekordhöhen, was Autofahrer an den Zapfsäulen massiv belastet. Eine aktuelle Auswertung des Automobilclubs ADAC zeigt, dass Kraftstoffe im Vergleich zur Vorwoche drastisch teurer geworden sind. Der Preissprung betrifft sowohl Benzin als auch Diesel in erheblichem Maße. Während der Rohölmarkt und globale Krisen wie der anhaltende Konflikt im Nahen Osten die Richtung vorgeben, sieht die Verbraucherschützer-Organisation die alleinige Ursache nicht beim Ölpreis. Vielmehr wird mangelnde Transparenz in der heimischen Lieferkette kritisiert.

Benzin und Diesel auf historischem Höchstniveau

Die wöchentliche Marktanalyse des ADAC verdeutlicht die Dynamik an den Tankstellen: Ein Liter Super E10 kostet im bundesweiten Durchschnitt aktuell 2,259 Euro. Das entspricht einer Steigerung von satten 7,6 Cent im Vergleich zur Vorwoche. Noch härter trifft es die Fahrer von Diesel-Pkw: Hier kletterte der Preis im Wochenschnitt um fast 9 Cent nach oben. Für einen Liter Diesel müssen Verbraucher derzeit im Mittel 2,321 Euro aufwenden.

Damit setzt sich ein besorgniserregender Trend fort, der bereits im Vormonat neue Spitzenwerte markiert hatte. Nachdem der befristete Tankrabatt im Sommer ausgelaufen war und das sogenannte „Österreich-Modell“ – bei dem Preiserhöhungen gesetzlich reguliert nur einmal täglich um 12 Uhr erlaubt sind – eingeführt wurde, verharren die Kosten auf einem extrem hohen Niveau.

Ölpreis rechtfertigt Niveau nur teilweise

Als Haupttreiber der Entwicklung gilt der Rohölmarkt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent notiert aktuell knapp unter der Marke von 100 US-Dollar. Dennoch greift diese Erklärung nach Ansicht von Branchenexperten zu kurz. Der ADAC betont, dass weder die aktuellen Notierungen am Ölmarkt noch der Euro-Dollar-Wechselkurs die extremen Spitzenwerte an den Zapfsäulen vollständig rechtfertigen.

Besonders das Benzin der Sorte Super E10 eilt von einem Allzeithoch zum nächsten, obwohl die Rohölpreise von historischen Spitzenwerten der Vergangenheit weit entfernt sind. Für den Verbraucher bleibt diese Entkopplung unerklärlich. Der Automobilclub sieht den Handlungsbedarf vor allem auf der Ebene der Raffinerien und des Großhandels. Es brauche dringend mehr Transparenz bei der Preisbildung entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um ungerechtfertigte Gewinnmargen auf Kosten der Autofahrer zu verhindern.

Spar-Tipps: So lässt sich der Preisdruck mindern

Trotz der Rekordpreise können Verbraucher mit strategischem Tankverhalten spürbar Geld sparen. Durch die gesetzliche Neuregelung der Preiszyklen haben sich die besten Zeiten für den Tankstopp verschoben:

  • Das 12-Uhr-Fenster nutzen: Da Tankstellen ihre Preise nur einmal am Tag punktuell um 12 Uhr massiv anheben dürfen, ist der Kraftstoff kurz vor 12 Uhr mittags am günstigsten. Danach fallen die Preise im Tagesverlauf nur sehr langsam wieder ab.
  • Preise vergleichen: Die Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen in einer Region betragen oft bis zu 7 Cent pro Liter. Digitale Helfer wie die offizielle ADAC Drive App bieten hierbei Echtzeit-Übersichten für mehr als 14.000 Stationen in Deutschland.
  • E10 statt E5 wählen: Fast alle modernen Benziner vertragen problemlos Super E10. Da E10 im Schnitt 5 bis 6 Cent günstiger ist als Super E5, lässt sich hier unkompliziert sparen.
  • Autobahntankstellen meiden: Die Preise direkt an den Fernstraßen liegen oft exorbitant über dem regionalen Durchschnitt und sollten für Tankstopps umfahren werden.
Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.