ADAC Auswertung: Kleinwagen Preise steigen unaufhaltsam – Verbrenner sterben aus

15
Kleinwagenpreise ziehen immer weiter an
Kleinwagenpreise ziehen immer weiter an © Alexander Leech/pexels

Die Preise für Kleinwagen steigen unaufhaltsam, während das Angebot an klassischen Benzinern und Dieseln drastisch schrumpft. Wie aus einer aktuellen Auswertung des ADAC hervorgeht, haben sich die kompakten Fahrzeuge vom einst bezahlbaren Einstiegsmodell zu einer erheblichen finanziellen Hürde für Verbraucher entwickelt.

Die Preisexplosion bei den Verbrennern

Besonders drastisch zeigt sich die Entwicklung im Segment der klassischen Verbrennungsmotoren. Wer sich heute für einen neuen Kleinwagen mit Benzinmotor entscheidet, muss im Durchschnitt mit Kosten von fast 24.000 Euro rechnen. Dies entspricht einer Preissteigerung von knapp 80 Prozent innerhalb der letzten zehn Jahre.

Parallel zur Teuerung dünnen die Automobilhersteller das Portfolio spürbar aus. Andere traditionelle Antriebsarten wie der Diesel sind in dieser Fahrzeugklasse mittlerweile komplett vom Markt verschwunden. Insgesamt verzeichnet die ADAC-Datenbank mit nur noch 46 verfügbaren Verbrennermodellen einen historischen Tiefstand.

Elektrosegment: Mehr Auswahl, sinkende Preise – aber auf hohem Niveau

Im Gegensatz zu den schwindenden Optionen bei den Verbrennern verzeichnet der Markt für batterieelektrische Kleinwagen (E-Autos) Zuwächse. Der ADAC-Autokatalog listet in dieser Kategorie inzwischen fast 40 verschiedene Modelle. Mit der wachsenden Vielfalt sinken auch die Durchschnittspreise leicht: Ein elektrischer Kleinwagen kostet im Schnitt aktuell weniger als 30.000 Euro. Das bedeutet einen Preisrückgang von über neun Prozent im Vergleich zum Jahr 2024.

Trotz dieses Trends übt der Mobilitätsclub deutliche Kritik. Aus Sicht des ADAC sind auch die elektrischen Varianten für die breite Masse weiterhin zu teuer. Ein Blick in die Vergangenheit verdeutlicht das Problem: Vor zehn Jahren lag das Preisniveau für ein fabrikneues E-Auto in dieser Klasse noch rund 5.000 Euro niedriger – und das, obwohl damals weniger als zehn verschiedene Modelle zur Auswahl standen.

Der Gesamtmarkt bleibt für Verbraucher eine Belastung

Betrachtet man den gesamten Kleinwagenmarkt über alle Antriebsformen hinweg, verharren die Preise auf einem extrem hohen Niveau oder verzeichnen sogar leichte Zuwächse. Zwar hat sich die Angebotsvielfalt mit insgesamt über 80 Modellen wieder leicht erholt und erreicht einen Wert wie zuletzt im Jahr 2017, doch die finanzielle Belastung bleibt hoch.

Innerhalb dieses Zehnjahreszeitraums ist der Durchschnittspreis über alle Antriebsarten hinweg um mehr als 10.000 Euro in die Höhe geschossen. Diese Entwicklung führt dazu, dass Neuwagen in diesem Segment für viele Haushalte schlicht nicht mehr finanzierbar sind.

ADAC fordert Fokus auf das Wesentliche

Angesichts dieser Entwicklung appelliert der ADAC an die Automobilindustrie, das Segment der bezahlbaren Kleinwagen nicht aus den Augen zu verlieren. Das Problem liege vor allem in der zunehmenden Serienausstattung: Viele Fahrzeuge sind ab Werk mit einer Vielzahl von Komfort- und Unterhaltungsfunktionen ausgestattet, die von der Kundschaft in dieser Klasse gar nicht zwingend nachgefragt werden, den Preis jedoch massiv in die Höhe treiben.

Hier fordert der Club ein Umdenken und das Nutzen von Sparpotenzialen durch eine Reduzierung auf das Wesentliche. Angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Belastungen der vergangenen Jahre seien viele Menschen zwingend auf eine günstige und ökonomische Mobilität angewiesen – eine Kernfunktion, die der Kleinwagen traditionell erfüllen sollte.

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.