ERC Barum Czech Rally Zlín 2026: Heimsieg für Adam Březík – Teemu Suninen baut EM-Führung aus

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Skoda Fabia RS Rally 2 bei der Rallye Zlín
Skoda Fabia RS Rally 2 Duo Adam Březík/Zdeněk Bělák jun. (CZ) bei der Rallye Zlín © Skoda Deutschland GmbH

Die Barum Czech Rally Zlín, der fünfte Lauf der FIA Rallye-Europameisterschaft (ERC) 2026, endete mit einer echten Sensation. Die tschechischen Lokalmatadoren Adam Březík und sein Beifahrer Zdeněk Bělák jun. sicherten sich auf den anspruchsvollen Asphaltstrecken rund um Zlín ihren ersten Sieg in der europäischen Spitzenklasse. Nach einem packenden Sekundenkrimi über drei Renntage verwies das Duo im Skoda Fabia RS Rally2 die finnischen Markenkollegen Teemu Suninen und Antti Haapala mit einem Vorsprung von 8,3 Sekunden auf den zweiten Platz.

Für Suninen war der Silberrang dennoch ein riesiger Erfolg im Kampf um den Titel: Bei noch zwei ausstehenden Saisonläufen baute der Finne seinen Vorsprung in der ERC-Gesamtwertung auf komfortable 25 Punkte aus. Das Podium komplettierte das italienische Duo Andrea Mabellini und Virginia Lenzi, die sich in einer dramatischen Schlussphase auf den dritten Platz vorkämpften.

Starker Auftakt für Simone Tempestini in der Qualifikation

Das Rallye-Wochenende in Tschechien begann mit einem Paukenschlag für den Rumänen Simone Tempestini. Nur zwei Tage nach seinem 32. Geburtstag bescherte sich der Skoda-Pilot zusammen mit seiner Beifahrerin Francesca Maria Maior das perfekte nachträgliche Geschenk. Im Zeittraining fuhr Tempestini im Skoda Fabia RS Rally2 des Teams MRF Tyres die absolute Bestzeit und unterstrich damit die Ambitionen der internationalen Konkurrenz.

Als die Wertungsprüfungen (WP) am offiziellen Start der Rallye freigegeben wurden, zeigte sich schnell die Vormachtstellung der Fahrzeuge aus dem Hause Skoda. Die Boliden aus Mladá Boleslav dominierten die Zwischenwertungen fast nach Belieben. Es zeichnete sich jedoch früh ab, dass die tschechischen Teams ihren enormen Heimvorteil auf den extrem welligen und schnellen Asphaltpisten nutzen würden.

Führungswechsel am Samstag und Pech für Rekordsieger Kopecký

Am Samstagabend zeichnete sich die spätere Sensation bereits ab. Adam Březík und Zdeněk Bělák jun., die für das Samohýl Skoda Team an den Start gingen, setzten sich nach der vierten von insgesamt 13 Wertungsprüfungen an die Spitze des Klassements. Zu diesem Zeitpunkt lieferten sie sich ein enges Duell mit dem mehrmaligen Europameister und tschechischen Rallye-Urgestein Jan Kopecký.

Kopecký, der die Barum-Rallye in seiner Karriere bereits zwölfmal gewinnen konnte, lag zusammen mit Co-Pilot Jiří Hovorka in Schlagdistanz auf Rang zwei. Doch in der sechsten Wertungsprüfung folgte das vorzeitige Aus für das Agrotec Skoda Rally Team. Ein unglücklich aufgewirbelter Stein verfing sich in einer Felge, brachte diese zum Brechen und beschädigte in der Folge die Bremsleitungen. „Ein Weiterfahren war unter diesen Bedingungen absolut unmöglich“, erklärte ein enttäuschter Kopecký im Servicepark.

Durch den Ausfall der Top-Favoriten rückten die amtierenden polnischen Meister Mikołaj Marczyk und Szymon Gospodarczyk im Skoda des ORLEN-Teams auf die zweite Position vor. Sie hatten nach der ersten Etappe 9,7 Sekunden Rückstand auf die Führenden Březík/Bělák. Nur 1,6 Sekunden dahinter lauerten Teemu Suninen und Antti Haapala auf Rang drei, die ebenfalls betonten, wie anspruchsvoll die tschechischen Strecken sind. Suninen erklärte ehrfürchtig, man müsse diese Rallye mindestens zehnmal gefahren sein, um hier das absolute Limit zu finden.

Dramatischer Sonntag: Sekundenkampf um das Podium

Am Sonntagmorgen eröffnete Teemu Suninen die Jagd auf die Spitze. Bereits auf der legendären, 18 Kilometer langen Wertungsprüfung „Pindula“ zeigten die Finnen ihre Klasse und verdrängten Marczyk auf den dritten Rang. An der Spitze ließ sich Adam Březík jedoch nicht beirren: Mit drei aufeinanderfolgenden Bestzeiten verteidigte der Lokalmatador seine Führung souverän.

Hinter dem Führenden wechselten die Positionen bis zur Mittagspause mehrfach. Während Suninen und Haapala am Nachmittag den zweiten Platz endgültig absicherten, gerieten Marczyk und Gospodarczyk zunehmend unter Druck des heranstürmenden italienischen Duos Andrea Mabellini und Virginia Lenzi. Mabellini, der einen Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale pilotierte, setzte auf der allerletzten Wertungsprüfung alles auf eine Karte. Mit der absoluten Bestzeit fing er Marczyk auf den letzten Metern ab und sicherte sich mit einem hauchdünnen Vorsprung von 1,3 Sekunden den dritten Platz auf dem Podium.

ERC Rallye Zlín-Podium mit den Siegern Adam Březík/Zdeněk Bělák jun. (Mitte) und den Zweitplatzierten Teemu Suninen/Antti Haapala (links)
ERC Rallye Zlín-Podium mit den Siegern Adam Březík/Zdeněk Bělák jun. (Mitte) und den Zweitplatzierten Teemu Suninen/Antti Haapala (links) © Skoda Deutschland GmbH

Stimmen der Fahrer nach dem ERC-Lauf

Im Zielbereich in Zlín herrschte grenzenloser Jubel im Lager des Samohýl Skoda Teams. Der 30-jährige Adam Březík, der normalerweise in der tschechischen Rallye-Meisterschaft antritt und in Sichtweite der Prüfung „Pindula“ wohnt, zeigte sich überwältigt: „Mir fehlen einfach die Worte, das ist absolut unglaublich. Ich kenne diese Strecken zwar sehr gut, aber dieser EM-Sieg überrascht mich selbst. Ein riesiger Dank gilt Roman Kresta, dem dreifachen Barum-Sieger, der mein Auto perfekt abgestimmt hat. Ich musste eigentlich nur noch fahren.“ Vor diesem Erfolg war ein vierter Platz vor zwei Jahren Březíks bestes ERC-Ergebnis.

Auch Teemu Suninen zog eine positive Bilanz: „Ich bin wirklich stolz auf das Team und unsere Leistung. Das war eine extrem schwierige und selektive Rallye. Die Punkte für die Meisterschaft sind enorm wichtig.“

Die Ergebnisse und der aktuelle Stand der Europameisterschaft

Insgesamt fuhren Březík und Bělák auf fünf der 13 Wertungsprüfungen die Bestzeit. Das Endergebnis der Top-6-Platzierten sowie der aktuelle Stand in der Meisterschaft stellen sich wie folgt dar:

Endstand Barum Czech Rally Zlín 2026
Platz Fahrer / Beifahrer Fahrzeug Gesamtzeit / Abstand
1. Adam Březík / Zdeněk Bělák jun. (CZE) Skoda Fabia RS Rally2 1:57:13,5 Std.
2. Teemu Suninen / Antti Haapala (FIN) Skoda Fabia RS Rally2 + 8,3 Sek.
3. Andrea Mabellini / Virginia Lenzi (ITA) Lancia Ypsilon Rally2 HF + 15,8 Sek.
4. Mikołaj Marczyk / Szymon Gospodarczyk (POL) Skoda Fabia RS Rally2 + 17,1 Sek.
5. Jakub Matulka / Daniel Dymurski (POL) Skoda Fabia RS Rally2 + 55,9 Sek.
6. Simone Tempestini / Francesca Maria Maior (ROU) Skoda Fabia RS Rally2 + 1:33,7 Min.
ERC-Fahrerwertung (nach 5 von 7 Läufen)
  1. Teemu Suninen (FIN) – Skoda: 108 Punkte
  2. Andrea Mabellini (ITA) – Lancia: 83 Punkte
  3. Mikołaj Marczyk (POL) – Skoda: 69 Punkte
  4. Jakub Matulka (POL) – Skoda: 53 Punkte
  5. Giandomenico Basso (ITA) – Skoda: 45 Punkte

Neben den Podiumsbesuchern überzeugten weitere Skoda-Crews: Die Polen Jakub Matulka und Daniel Dymurski erreichten nach ihrem starken Heimauftritt vor drei Wochen mit Platz fünf erneut ein Top-Ergebnis. Simone Tempestini und Francesca Maria Maior sicherten dem Team MRF Tyres bei dessen historischem 50. Start in der Europameisterschaft den sechsten Platz. Die einheimischen Ján Kundlák und Pavel Zalabák fuhren ebenfalls in die Top-10, waren jedoch nicht für die ERC-Punktevergabe nominiert.

Die FIA Rallye-Europameisterschaft verabschiedet sich nun in eine kurze Pause, bevor vom 4. bis 6. September 2026 mit der Rali Ceredigion in Großbritannien der sechste und vorletzte Lauf der Saison auf dem Programm steht.

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.