
Beim sechsten Lauf der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) auf dem traditionsreichen Autódromo José Carlos Pace erlebte das Team PEUGEOT TotalEnergies ein Wochenende voller Höhen und Tiefen. Nach einem starken Beginn und taktischen Experimenten warfen Zeitstrafen und extremer Nebel die beiden PEUGEOT 9X8 zurück. Am Ende reichte es in Brasilien nur für die Plätze 14 und 16.
Turbulenter Auftakt auf feuchter Piste
Nach heftigen nächtlichen Regenfällen startete das 6-Stunden-Rennen von São Paulo auf einer teilweise noch feuchten Strecke. Loïc Duval zeigte im PEUGEOT 9X8 mit der Startnummer 94 eine fehlerfreie Anfangsphase und behauptete erfolgreich seinen achten Startplatz. Zeitgleich blies Paul Di Resta im Schwesterauto (#93) zur Attacke: Er kämpfte sich im dichten Verkehr um vier Positionen nach vorne, bevor er zum ersten Mal die Box ansteuerte.
Taktische Spiele zur Rennhälfte
Das Team splittete anschließend die Strategien der beiden Hybrid-Prototypen:
- Die Strategie der #93: Das Auto blieb beim ersten Stopp auf demselben Reifensatz. Durch die gesparte Zeit schob sich der Rennwagen bis auf den zweiten Gesamtrang vor. Der zweite reguläre Stopp folgte in Runde 70.
- Die Strategie der #94: Hier wechselte die Crew nur die beiden rechten Reifen. Das Fahrzeug hielt sich konstant in den Top 5 und kam in Runde 84 zum Service.
Nach den Boxenstopps übernahmen Nick Cassidy (#93) und Théo Pourchaire (#94) das Steuer auf frischen Slicks. Die Hoffnungen auf Spitzenplatzierungen erhielten jedoch kurz vor der Rennhälfte einen herben Dämpfer: Beide Fahrzeuge wurden von den Sportkommissaren sanktioniert. Die #94 kassierte eine Stop-and-Go-Strafe, während die #93 zu einer Durchfahrtsstrafe verdonnert wurde.

Blindflug im Finale von Interlagos
Für die finalen Doppelstints übergab die Teamleitung die Cockpits an Stoffel Vandoorne (#93) und Malthe Jakobsen (#94). Zu diesem Zeitpunkt zog dichter Nebel über die Strecke, der die Sichtverhältnisse dramatisch verschlechterte. Trotz vereinzelter Regentropfen blieb der Asphalt in den letzten 20 Minuten trocken. Beide PEUGEOT 9X8 hielten bis zur Zielflagge ein hohes Tempo, mussten sich schlussendlich aber mit den Rängen 14 (#94) und 16 (#93) abfinden.
Für das Team kommt die anstehende Sommerpause nun wie gerufen. Anfang September wird die FIA-WEC-Saison auf dem Circuit of the Americas in Austin, Texas, fortgesetzt.
Die Stimmen zum Rennen
Emmanuel Esnault (Teamchef): „Die Grundgeschwindigkeit hat gestimmt und unser Start war solide. Paul und Loïc haben sich auf der Strecke stark behauptet. Danach wurde es schwieriger, da wir für eigene Fehler einen hohen Preis zahlen mussten. Die Konkurrenz war an diesem Wochenende einfach stärker.“
Startnummer 93
- Paul di Resta: „Mein erster Stint war gut, ich konnte Boden gutmachen. Im zweiten Turn bauten die Reifen stark ab, und die zusätzliche Strafe hat uns endgültig zurückgeworfen.“
- Nick Cassidy: „Ein forderndes Rennen. Im Training stimmte die Balance noch, im Rennen selbst hatte ich leider nicht mehr dasselbe Gefühl im Auto.“
- Stoffel Vandoorne: „Wir hatten mit den Strafen und der schlechten Sicht durch den Nebel zu kämpfen. Positiv ist, dass wir das Auto sicher ins Ziel gebracht haben.“
Startnummer 94
- Loïc Duval: „Das Auto hatte das Potenzial für die Top 10. Leider ist mir bei der letzten Boxeneinfahrt ein Fehler mit dem Speedlimiter unterlaufen. Das tut mir leid für das Team.“
- Théo Pourchaire: „Das Resultat enttäuscht nach Startplatz acht. Die Strafen haben uns schwer getroffen, aber mit unserer Rennpace bin ich absolut zufrieden.“
- Malthe Jakobsen: „Nach der Hyperpole gestern hatten wir uns mehr erhofft. Heute lief einfach wenig zusammen. Wir nutzen die Pause und kommen in Austin motivierter zurück.“
Fazit: Potenzial durch Fehler und Strafen verspielt
Das WEC-Wochenende in São Paulo hinterlässt bei PEUGEOT TotalEnergies gemischte Gefühle. Die reine Rennpace der beiden PEUGEOT 9X8 stimmte optimistisch, und auch die taktischen Splittings zur Rennhälfte zeigten kurzzeitig große Wirkung (Interim-Platz 2 für die #93). Am Ende machten jedoch individuelle Fehler bei der Boxeneinfahrt sowie kostspielige Zeitstrafen (Stop-and-Go und Durchfahrtsstrafe) alle Hoffnungen auf Top-10-Platzierungen zunichte. Unter extremen Bedingungen mit dichtem Nebel brachte das Team beide Fahrzeuge ins Ziel, muss die Sommerpause nun aber nutzen, um die Fehlerquote für das nächste Rennen in Texas zu minimieren.
FAQ – Häufige Fragen zum Rennen in Interlagos
- Welche Platzierungen erreichte Peugeot in São Paulo?
Der PEUGEOT 9X8 mit der Startnummer 94 kam auf Platz 14 ins Ziel. Das Schwesterauto mit der Startnummer 93 belegte den 16. Rang. - Warum erhielten die beiden PEUGEOT 9X8 Strafen?
Die Fahrzeuge wurden wegen Fehlern im Rennablauf sanktioniert. Unter anderem unterlief Loïc Duval ein Fehler bei der Aktivierung des Geschwindigkeitsbegrenzers (Speedlimiter) in der Boxengasse. - Wie funktionierte die Reifenstrategie zur Rennmitte?
Das Team splittete die Strategie: Die #93 sparte Zeit, indem sie beim ersten Stopp alle vier Reifen behielt. Die #94 wechselte nur die beiden rechten Reifen. - Wie waren die Wetterbedingungen beim 6-Stunden-Rennen?
Der Start erfolgte nach nächtlichem Regen auf feuchter Piste. Gegen Ende des Rennens sorgten dichter Nebel mit extremer Sichtbehinderung und vereinzelte Tropfen für schwierige Bedingungen. - Wann und wo findet das nächste WEC-Rennen statt?
Die Weltmeisterschaft geht nach der Sommerpause Anfang September 2026 auf dem Circuit of the Americas (COTA) in Austin, Texas (USA) weiter.


















