
Das Qualifying zum Großen Preis von Ungarn verlief für das Mercedes-AMG F1 Team anspruchsvoll. Nach soliden Ansätzen im freien Training sicherten sich George Russell und Kimi Antonelli die Startplätze sechs und sieben für das Rennen am Sonntag.
Die wichtigsten Fakten zum Qualifying in der Übersicht
- Startaufstellung: George Russell startet von Platz sechs, Kimi Antonelli folgt direkt dahinter auf Rang sieben.
- Pace-Analyse: Im dritten freien Training zeigte das Team eine starke Form auf der schnellen Runde, verlor im Q3 jedoch entscheidende Zeit im kurvenreichen letzten Sektor.
- Q2-Herausforderung: Antonelli meisterte den Einzug ins Q3 als Achter, nachdem ihm zuvor eine Rundenzeit wegen der Streckenbegrenzung gestrichen wurde. Russell folgte auf Platz neun.
- Grid-Strafe für Antonelli: Aufgrund eines unzureichenden Verlangsamens unter gelben Flaggen im Q3 erhielt der Italiener eine Strafversetzung um drei Startplätze.
- Motorenwechsel bei Russell: Nach einem Wasserdruckverlust im Q3 tauschte das Team die Power Unit an Russells Fahrzeug. Da es sich um ein baugleiches Austauschteil handelt, bleibt er straffrei.
Fahrer- und Teamstimmen zum Samstag in Ungarn
Kimi Antonelli (Startplatz 7):
„Uns war bewusst, dass diese Strecke den Charakteristika unserer Konkurrenten entgegenkommt, zumal einige Teams Updates mitgebracht haben. Mein finaler Versuch im Q3 fühlte sich sehr gut an, allerdings musste ich in der letzten Kurve wegen einer gelben Flagge vom Gas gehen. Die Rennkommissare bewerteten dieses Lupfen leider als nicht ausreichend, was uns Startplätze kostete. Das Überholen in Budapest ist bekanntlich schwierig, aber unsere Rennpace vom Freitag stimmt mich optimistisch für die Aufholjagd.“
George Russell (Startplatz 6):
„Die Performance von McLaren und Ferrari kam für uns nicht überraschend. Im Qualifying fehlte uns heute die Konstanz, um ganz vorne anzugreifen. Am Ende meiner fliegenden Runde trat ein Wasserleck auf, weshalb ich das Auto aus Sicherheitsgründen abstellen musste. Der notwendige Wechsel der Antriebseinheit bleibt für das Rennen zum Glück ohne Folgen. Unsere Daten deuten darauf hin, dass die Reifenperformance auf der schnellen Runde ausschlaggebend war. Im Rennen sollte unsere Longrun-Pace deutlich konkurrenzfähiger sein.“
Toto Wolff (Teamchef & Geschäftsführer):
„Das Ergebnis bleibt hinter unseren Erwartungen zurück. Beide Fahrer hatten im entscheidenden Moment kein Glück – Kimi erwischte die Gelbphase, George das technische Problem. Unabhängig davon hatten wir heute Mühe, die Reifen in das optimale Arbeitsfenster zu bringen. Wenn die Reifen nicht perfekt funktionieren, verliert man die Balance des Autos. Von den Plätzen sechs und sieben wird das Rennen strategisch anspruchsvoll, aber wir setzen auf unsere gute Longrun-Form vom Freitag.“

Fazit: Schadensbegrenzung nach schwierigem Qualifying
Mercedes erlebte am Samstag in Budapest einen Dämpfer. Obwohl das Auto das Potenzial für die zweiten Startreihe hatte, warfen eine Grid-Strafe für Kimi Antonelli und ein technischer Defekt bei George Russell das Team zurück. Positiv bleibt: Die Zuverlässigkeit wurde durch den straffreien Motorenwechsel bei Russell rechtzeitig wiederhergestellt. Zudem zeigte der Silberpfeil in den Trainingssitzungen, dass er im Renntrimm absolut konkurrenzfähig ist. Das Hauptproblem im Qualifying lag im optimalen Reifenmanagement, das im kurvenreichen letzten Sektor der Strecke entscheidende Zehntelsekunden kostete.
Ausblick: Die Rennstrategie für den Ungarn-GP
- Schlüsselfaktor Reifenmanagement: Der Hungaroring ist bekannt für hohe Asphalttemperaturen. Wer seine Reifen im Rennen am besten schont und im optimalen Temperaturfenster hält, hat einen enormen strategischen Vorteil.
- Herausforderung Überholen: Die Strecke nahe Budapest gilt als „Monaco ohne Leitplanken“. Überholmanöver auf der Strecke sind extrem schwierig. Der Start und die erste Kurve sind für Russell und Antonelli die ersten großen Chancen, Plätze gutzumachen.
- Fokus auf Boxenstopp-Strategie: Da das Vorbeifahren auf der Strecke kompliziert ist, wird das Rennen über die Strategie entschieden. Mercedes wird versuchen, die Konkurrenz von McLaren und Ferrari durch einen sogenannten „Undercut“ (früherer Boxenstopp) oder durch eine alternative Reifenstrategie beim Boxenstopp zu bezwingen.
- Podium im Visier: Trotz der Startplätze sechs und sieben ist ein Podsplatz nicht außer Reichweite. Die starke Longrun-Pace vom Freitag zeigt, dass Mercedes über die volle Renndistanz Druck auf die Spitze ausüben kann.

















