Drama in Fuji: Toyota feiert sensationellen Heimsieg nach Strategie-Krimi

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Toyota Racing gewinnt die 6 Stunden von Fuji
WEC - Toyota TR010 HYBRID in der Boxengasse von Fuji © Toyota

Toyota Gazoo Racing hat sich bei den 6 Stunden von Fuji nach einem ereignisreichen Heimrennen eindrucksvoll zurückgekämpft. Vor 72.326 Zuschauern sicherte sich das Team einen emotionalen Sieg auf dem Fuji Speedway. Mit diesem Erfolg baut Toyota seine Führung in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) weiter aus.

Der Weg zum Triumph war eine fesselnde Achterbahnfahrt. Nur eine Stunde vor dem Ende lag der TR010 HYBRID nach verschiedenen Rückschlägen noch außerhalb der Podestplätze. Eine mutige strategische Entscheidung und eine entschlossene Fahrweise wendeten das Blatt in der Schlussphase zugunsten der japanischen Mannschaft.

Taktischer Geniestreich bringt den Erfolg

Am Steuer des Siegerautos mit der Startnummer 8 zeigten Sébastien Buemi, Brendon Hartley und Ryō Hirakawa eine herausragende Leistung. Durch diesen Triumph übernimmt das Trio zwei Rennen vor dem Saisonende die Führung in der Fahrer-Weltmeisterschaft. Für Toyota war es bereits der zehnte Erfolg auf dem legendären Kurs. In der Hersteller-Weltmeisterschaft baute das Team den Vorsprung auf 23 Punkte aus.

Weniger Glück, aber enormen Kampfgeist bewies die Crew der Startnummer 7. Die Le-Mans-Sieger Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck de Vries erlebten ein von Missgeschicken geprägtes Rennen, retteten am Ende aber den achten Platz. Damit halten sie den WM-Kampf intern offen: Sie belegen aktuell den zweiten Platz in der Gesamtwertung, zehn Punkte hinter ihren Teamkollegen.

WEC Podium Fuji 2026
WEC 6 Stunden von Fuji Podium – Brendon Hartley, Ryō Hirakawa und Sébastien Buemi (v.l.n.r.)

Eine fesselnde Aufholjagd von Beginn an

Bereits die Ausgangslage war schwierig, da das Qualifying wegen schlechten Wetters abgesagt wurde. Die Startnummer 8 ging von der achten Position ins Rennen, während das Schwesterauto mit der Nummer 7 den Lauf vom 13. Platz aus aufnahm.

Auf der anfangs feuchten Strecke machte Sébastien Buemi schnell zwei Positionen gut. Für das Schwesterauto begann das Drama früh: Bereits in der ersten halben Stunde wurde die Fahrt von Nyck de Vries durch einen Reifenschaden gebremst. Eine anschließende Aufholjagd wurde unterbrochen, als sich das Fahrzeug nach einer Berührung mit dem Alpine-Hypercar (#35) drehte.

In der ersten Rennhälfte kämpften sich beide TR010 HYBRIDs kontinuierlich nach vorne. Die zweite Hälfte brachte jedoch neue Frustrationen. Zu Beginn der fünften Stunde wurde Brendon Hartley im Auto Nummer 8 vom Aston Martin (#007) in einen Dreher gezwungen. Beim folgenden Boxenstopp übergab er das Steuer auf Rang sechs liegend an Ryō Hirakawa. Parallel dazu lag Kamui Kobayashi auf dem siebten Platz, als eine Durchfahrtsstrafe wegen Geschwindigkeitsüberschreitung während einer Full-Course-Yellow-Phase das Auto auf den zwölften Rang zurückwarf.

Nervenkrieg in der Schlussphase

Die entscheidende Wende leitete eine Safety-Car-Phase genau 55 Minuten vor dem Ende ein. Die Boxencrew bewies strategische Weitsicht und prognostizierte korrekt, dass die Reparaturen an den Leitplanken längere Zeit dauern würden. Das Team entschied sich dafür, die Nummer 8 lediglich nachzutanken, verzichtete jedoch auf einen Reifenwechsel.

Durch diesen Schachzug übernahm Ryō Hirakawa die Führung. Als das Rennen 20 Minuten vor dem Ende freigegeben wurde, begann ein echter Nervenkrieg. Bei einsetzendem Regen und unter starkem Druck behielt der japanische Pilot kühlen Kopf. Er hielt den heranstürmenden Alpine (#36) auf Distanz und rettete den Sieg mit einem Vorsprung von 0,591 Sekunden über die Ziellinie. Kamui Kobayashi machte in den Schlussminuten noch zwei Plätze gut und kam als Achter ins Ziel.

Stimmen zum Rennen und Ausblick

Teamchef und Fahrer Kamui Kobayashi zog nach dem Rennen ein gemischtes Fazit: „In Fuji zu gewinnen, ist für uns von herausragender Bedeutung. Herzlichen Glückwunsch an das gesamte Team, insbesondere an die Crew der Startnummer 8. Alle haben bis zur letzten Sekunde gekämpft. Für unser Auto mit der Nummer 7 war es leider ein komplizierter Tag. Uns fehlte die nötige Pace, und durch die Zwischenfälle mussten wir permanent hinterherjagen.“

Der Kampf um die Weltmeisterschaft verlagert sich nun zurück nach Europa. Am 18. Oktober findet auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya das erste Mal das Rennen der 6 Stunden von Barcelona statt.

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.