IMSA Indianapolis: Porsche stürmt trotz Startcrash aufs Podium

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Porsche 963 mit der Startnummer 6 erreicht in Indianapolis Platz drei
Platz 3 für Porsche 963, Porsche Penske Motorsport (#6), Kévin Estre (FRA), Laurin Heinrich (DEU) © Porsche AG

Das 2:40-Stunden-Rennen der IMSA WeatherTech SportsCar Championship in Indianapolis bot Dramatik von der ersten Sekunde an. Trotz einer Massenkollision in der ersten Kurve, in die alle drei Porsche 963 verwickelt wurden, sicherte sich das Werksteam einen Podestplatz. Während die Startnummer 7 durch erhebliche Schäden alle Chancen verlor, fuhren Kévin Estre und Laurin Heinrich im Schwesterauto mit der Startnummer 6 auf den dritten Rang.

Bereits in der ersten Kurve der Eröffnungsrunde kam es zu einer folgenschweren Kettenreaktion. Der Porsche 963 von Julien Andlauer (Frankreich) wurde bei einer Berührung umgedreht, woraufhin nachfolgende LMP2-Fahrzeuge nicht mehr ausweichen konnten. Die fälligen Reparaturen warfen Andlauer und seinen brasilianischen Teamkollegen Felipe Nasr um mehr als 20 Runden zurück. Das Duo, das zuvor die Traditionsrennen in Daytona und Sebring gewonnen hatte, belegte im Ziel nur den elften Platz in der GTP-Klasse.

Starke Aufholjagd der Startnummer 6

Nahezu unbeschadet überstand dagegen die Startnummer 6 das Startchaos. Mit konstant schnellen Rundenzeiten kämpften sich der Franzose Kévin Estre und der ehemalige Porsche-Junior Laurin Heinrich aus Deutschland bis auf Platz drei nach vorn.

„Mit der Startnummer 6 haben wir heute das Maximale herausgeholt“, bilanzierte Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport. „Die Aufholjagd bis auf das Podest war stark und das Ergebnis einer perfekten Teamleistung.“ Auch Urs Kuratle, Leiter Werksmotorsport LMDh, zeigte sich zufrieden: „Wir haben strategisch alles richtig gemacht. Gratulation an BMW zum Rennsieg.“

Titelchancen nur noch theoretischer Natur

Trotz des Podestplatzes sind die Hoffnungen auf die Titelverteidigung für Porsche drastisch gesunken. In der Herstellermeisterschaft beträgt der Rückstand auf die Spitze vor dem Saisonfinale 136 Punkte – bei maximal 165 noch zu vergebenden Zählern. Auch in der Fahrerwertung hat der Deutsche Laurin Heinrich nur noch theoretische Chancen: Er liegt aktuell 147 Punkte hinter dem britischen Tabellenführer Jack Aitken.

IMSA Indianapolis
IMSA – Indianapolis – Laurin Heinrich (DEU), Kévin Estre (FRA) (l-r), Porsche Penske Motorsport (#6) © Porsche AG

Pech für Kundenteams und Strafen-Drama in der GT-Klasse

Das Porsche-Kundenteam JDC-Miller MotorSports wurde in der ersten Runde ebenfalls unverschuldet in den Unfall verwickelt. Nach einem unplanmäßigen Reparaturstopp kämpften sich Tijmen van der Helm (Niederländer) und der Schweizer Porsche-Werksfahrer Nico Müller im Auto mit der Startnummer 5 noch auf den neunten Gesamtrang vor.

In der GTD-Pro-Klasse verpasste AO Racing ein mögliches Top-Resultat. Der grüne Porsche 911 GT3 R, bekannt als „Rexy“, lag zeitweise auf Podestkurs, ehe eine Safety-Car-Phase die Strategie durchkreuzte. Da das Team bei einem Notfall-Tankstopp in geschlossener Boxengasse mehr Arbeiten als erlaubt durchführte, verhängten die Rennkommissare eine 60-Sekunden-Strafe.

Werksfahrer Nick Tandy und sein Team fielen dadurch auf Platz zehn zurück. In der klassischen GTD-Kategorie erreichte Wright Motorsports mit der Startnummer 120 den sechsten Platz.

Das große Saisonfinale der IMSA-Saison, das traditionelle Zehn-Stunden-Rennen „Petit Le Mans“, findet am 3. Oktober auf der Road Atlanta statt.

Fahrerstimmen zum Rennen

Laurin Heinrich (Porsche 963 #6): „Das war eine schöne Aufholjagd. Es war großartig, dass ich in der Startnummer 6 fahren durfte. Wir haben das Beste aus unserer Situation gemacht. Erstmals habe ich mir mit Kévin Estre ein Auto geteilt – und prompt landen wir auf dem Podest. Das ist gemessen an unseren aktuellen Möglichkeiten ein Traumergebnis. Ich habe immer noch Chancen auf den Gewinn der Meisterschaft. Das war das Ziel für dieses Wochenende. Dies haben wir erreicht.“

Julien Andlauer (Porsche 963 #7): „Wir sind mit großer Zuversicht in das Rennen gestartet, aber dann war bereits nach der ersten Kurve alles verloren. Dort wollten drei Autos nebeneinander durch die Ecke, was natürlich nicht gut ging. Zum Glück hat sich niemand wehgetan. Unsere Mannschaft hat innerhalb von 20 Minuten alle Schäden repariert. Das war stark! Anschließend war unser Auto wie neu. Wir haben im weiteren Verlauf zwar nichts mehr gewinnen können, aber wichtige Daten gesammelt. Diese können uns beim Saisonfinale auf der Road Atlanta vielleicht helfen.“

Nico Müller (Porsche 963 #5): „Mein Teamkollege wurde sofort nach dem Start in ein regelrechtes Chaos verwickelt. Er konnte in dieser Situation nichts tun, um einen Kontakt zu vermeiden. Leider mussten wir danach für Reparaturen an die Box und eine Strafe absitzen. Anschließend waren wir eine Runde zurück. Dank guter Strategie sind wir wenigstens noch etwas nach vorn gekommen. Für das nächste Rennen auf der Road Atlanta müssen wir versuchen, unseren Porsche 963 besser in das optimale Betriebsfenster zu bringen. Gelingt uns das, dann ist ein gutes Ergebnis möglich.“

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.