Formel E in Shanghai: Porsche stürmt an die WM-Spitze

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Formel E in Shanghai - Pascal Wehrlein
Formel E in Shanghai - Pascal Wehrlein © Porsche AG

Beim dramatischen Rennwochenende der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft in Shanghai hat der deutsche Automobilhersteller Porsche einen großen Meilenstein erreicht. Pascal Wehrlein, Werksfahrer der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, eroberte mit einer taktischen Meisterleistung die Spitze der Fahrerwertung. Neben den sportlichen Erfolgen auf dem Shanghai International Circuit stand das Event im Zeichen des gesellschaftlichen Engagements: Durch die Initiative „Racing for Charity“ wurde eine beachtliche Spendensumme für schwerkranke Kinder weltweit generiert.

Pascal Wehrlein übernimmt die WM-Führung im Regenpoker

Das Sonntagsrennen in der chinesischen Metropole begann aufgrund starker Regenfälle extrem anspruchsvoll. Aus Sicherheitsgründen startete das Feld hinter dem Safety-Car, bevor nach drei Umläufen der stehende Start freigegeben wurde. Die beiden Porsche-Piloten Pascal Wehrlein und Nico Müller gingen von den hervorragenden Startplätzen 3 und 5 ins Rennen. Durch eine geschickte und frühzeitige Aktivierung des Attack-Modes gelang es dem Duo, sich schnell an die Spitze des Feldes zu setzen und einen Vorsprung herauszufahren.

Mit zunehmender Spieldauer trocknete der Asphalt jedoch schneller ab als vom Team kalkuliert. Da das Setup der Fahrzeuge primär auf nasse Bedingungen ausgelegt war, verloren die Porsche-Rennwagen auf der trockeneren Ideallinie an Boden. Wehrlein überquerte die Ziellinie schließlich als Vierter, während Teamkollege Nico Müller den siebten Rang belegte. Nach seinem Sieg am Samstag reichte Wehrlein dieser vierte Platz jedoch völlig aus, um die Führung in der Weltmeisterschaft zu übernehmen. Er profitierte dabei auch vom Pech seines schärfsten Rivalen Mitch Evans, der am Sonntag nicht an den Start gehen konnte. Wehrlein reist nun mit einem Vorsprung von 9 Punkten zum nächsten Event.

Formel E in Shanghai - Pascal Wehrlein
Formel E in Shanghai – Pascal Wehrlein © Porsche AG

Starke Leistung der Kundenteams untermauert Porsche-Dominanz

Nicht nur das Werksteam, sondern auch die Porsche-Kundenteams riefen in Shanghai Spitzenleistungen ab. Felipe Drugovich vom Team Andretti Formula E feierte einen persönlichen Meilenstein und fuhr seine allererste Pole-Position in der Formel E ein. Im anschließenden Rennen sicherte sich der Brasilianer den sechsten Platz. Dan Ticktum (Cupra Kiro) steuerte den vierten Porsche-Antrieb in die Top Ten und kam als Zehnter ins Ziel.

Drugovichs Erfolg im Qualifying verlängerte zudem eine beeindruckende Serie für den Stuttgarter Sportwagenhersteller: Zum sechsten Mal in Folge sicherte sich ein Porsche 99X Electric den ersten Startplatz in der Elektro-Rennserie. Vier Rennen vor dem Saisonende führt Porsche die Herstellerwertung nun mit einem komfortablen Vorsprung von 50 Punkten an. In der Teamwertung verkürzte das Werksteam den Rückstand auf die Spitzenreiter von Jaguar TCS Racing von 30 auf nur noch 6 Zähler.

Racing for Charity: Großes Engagement abseits der Rennstrecke

Unter dem Slogan „Racing for Charity“ verbindet Porsche den elektrischen Motorsport mit sozialer Verantwortung. Für jede absolvierte Rennrunde der beiden Werksautos spendet das Unternehmen 400 Euro an gemeinnützige Institutionen. Die Gelder kommen den Organisationen Kinderherzen retten e.V., Interplast Germany e.V. sowie der Ferry-Porsche-Stiftung zugute, die sich für schwerkranke Kinder einsetzen. Da Wehrlein und Müller auch in China die volle Distanz absolvierten, wuchs der gesamte Spendenstand der aktuellen Saison auf beeindruckende 338.800 Euro an.

Stimmen der Verantwortlichen nach dem Shanghai E-Prix

Florian Modlinger (Gesamtprojektleiter Formel E):
„Es war insgesamt ein erfolgreiches Wochenende, auch wenn eine leichte Enttäuschung über das Sonntagsresultat bleibt. Unsere Anfangsphase war extrem stark. Bei wechselhaftem Wetter ist es immer ein Risiko – einige Konkurrenten haben beim Setup voll auf trockenes Wetter gepokert und wurden belohnt. Glückwunsch an Lucas di Grassi zum Sieg. Ein großes Lob geht an Nico, dessen Qualifying-Performance nach der Behebung eines gestrigen Problems herausragend war. Sowohl er als auch Pascal waren die Schnellsten in ihren Qualifying-Gruppen. Für den Titelkampf war es natürlich bitter, dass Mitch Evans nicht starten konnte. So wollen wir nicht kämpfen. Dennoch haben wir eine hervorragende Ausgangslage für die kommenden Rennen in Tokio und London. Danke an das gesamte Team vor Ort und im Werk.“

Pascal Wehrlein (Porsche-Werksfahrer, #94):
„Ich gehe mit gemischten Gefühlen aus diesem Tag. Unsere Qualifying-Pace war stark genug für die Pole-Position, aber wir wollten beim Setup nicht auf abtrocknende Bedingungen pokern. Im nassen Zustand waren wir pfeilschnell, doch als die Strecke abtrocknete, zogen andere an uns vorbei. Am Ende nehmen wir 12 wichtige Punkte für Platz 4 mit – insgesamt waren es 40 Zähler an diesem Wochenende, das ist eine gute Ausbeute für die Meisterschaft.“

Nico Müller (Porsche-Werksfahrer, #51):
„Im Regen hat das Auto im Qualifying fantastisch funktioniert, was ein deutlicher Fortschritt zum Vortag war. In der Gruppenphase waren wir die Schnellsten, haben in den finalen Duellen aber nicht das Maximum herausgeholt. Im Rennen lagen Pascal und ich kurzzeitig auf den Plätzen 1 und 2. Mit der abtrocknenden Strecke bekamen wir jedoch Balance-Probleme. Wir nehmen solide Punkte mit, obwohl gefühlt heute noch mehr drin gewesen wäre.“

Fazit

Das Formel-E-Wochenende in Shanghai war für Porsche ein voller Erfolg auf ganzer Linie. Trotz der schwierigen Wetterkapriolen am Sonntag und eines riskanten Setups demonstrierte Porsche sowohl mit dem Werksteam als auch mit den Kundenteams absolute Konkurrenzfähigkeit. Pascal Wehrlein hat sich eine optimale Ausgangsposition für den finalen Titelkampf in Tokio und London erarbeitet. Das knappe Zusammenschmelzen des Rückstands in der Teamwertung auf nur noch sechs Punkte verspricht ein hochspannendes Saisonfinale. Gleichzeitig beweist Porsche mit der „Racing for Charity“-Aktion, dass Spitzenleistung im Sport und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand gehen können.

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.