
Wer in Deutschland an die Tankstelle fährt, erlebt beim Blick auf die Preistafeln oft eine böse Überraschung – und das nicht nur wegen des generell hohen Preisniveaus. Eine aktuelle Auswertung des ADAC Presse Clubs zeigt deutliche regionale Unterschiede. Je nachdem, in welchem Bundesland Autofahrerinnen und Autofahrer ihre Tanks füllen, variieren die Kosten für Benzin und Diesel erheblich. Besonders auffällig: Die Bundesländer Bayern, Hessen und Brandenburg markieren die extremen Pole der aktuellen Preisstatistik.
Bayern triumphiert beim Benzin – der Osten spart beim Diesel
Für Fahrer von Benzinern lohnt sich der Weg an die Zapfsäule im Süden der Republik derzeit am meisten. Mit einem durchschnittlichen Literpreis von 2,204 Euro sichert sich Bayern den Spitzenplatz als günstigstes Bundesland für Super E10. Doch das Saarland folgt dicht dahinter: Hier schlägt der Liter mit 2,211 Euro zu Buche. Auf dem dritten Platz der günstigsten Benzin-Regionen landet Baden-Württemberg mit einem Durchschnittspreis von 2,228 Euro.
Ein gänzlich anderes Bild zeigt sich hingegen beim Blick auf die Dieselpreise. Wer einen Selbstzünder fährt, findet die niedrigsten Preise im Norden und Osten Deutschlands. Die Liste der günstigsten Diesel-Bundesländer wird angeführt von:
- Mecklenburg-Vorpommern: 2,367 Euro je Liter
- Sachsen-Anhalt: 2,372 Euro je Liter
- Hamburg: 2,376 Euro je Liter
Teure Pflaster: Wo Autofahrer tief in die Tasche greifen müssen
Am anderen Ende der Skala wird es für Verbraucher in Hessen, Sachsen und Brandenburg spürbar teurer. Wer in Hessen oder Sachsen Super E10 tankt, muss mit jeweils 2,259 Euro pro Liter den bundesweiten Höchstwert bezahlen. Brandenburg liegt mit 2,258 Euro nur minimal darunter.
Besonders hart trifft es Autofahrer in Brandenburg jedoch beim Diesel: Mit stolzen 2,405 Euro pro Liter ist das Bundesland die teuerste Region für Dieselkraftstoff in ganz Deutschland. Hessen folgt dicht darauf mit 2,403 Euro, knapp vor Baden-Württemberg mit 2,402 Euro. Damit gehören Hessen und Brandenburg bei beiden Kraftstoffarten zu den absoluten Spitzenreitern in Sachen Höchstpreise.

Die regionale Kluft wird durch die exakten Preisspannen verdeutlicht: Bei Super E10 beträgt die Differenz zwischen dem günstigsten Bundesland (Bayern) und den teuersten Regionen (Hessen und Sachsen) rund 5,5 Cent pro Liter. Beim Diesel fällt der Abstand zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg mit etwa 3,8 Cent etwas geringer aus, macht sich bei einer kompletten Tankfüllung aber dennoch im Portemonnaie bemerkbar.
ADAC-Spar-Tipp: Das richtige Timing rettet das Budget
Um den hohen Preisen zumindest teilweise zu entkommen, rät der Automobilclub zu einer strategischen Tankplanung im Tagesverlauf. Die Experten des ADAC empfehlen ausdrücklich, die Mittagszeit im Auge zu behalten: Kurz vor 12 Uhr erreichen die Preise an den Zapfsäulen statistisch gesehen ihren niedrigsten Stand.
Punkt 12 Uhr schnellen die Kraftstoffpreise meist sprunghaft nach oben. Danach sinken sie über den Nachmittag und Abend hinweg wieder schrittweise ab. Wer flexibel ist und kurz vor der Mittagswende tankt, kann somit zusätzlich einige Cent pro Liter einsparen.
















