
Der ADAC unterstützt den befristeten Tankrabatt als schnelles Hilfsmittel gegen die extremen Kraftstoffpreise, fordert jedoch eine Weiterentwicklung der staatlichen Entlastungsmaßnahmen. Beim „ADAC Gespräch zur Mobilität“ in Berlin sprach sich der Verkehrsclub zudem deutlich für die Abschaffung der umstrittenen 12-Uhr-Regel aus, da diese zu massiven Preisaufschlägen am Nachmittag führe.
Tankrabatt als Notlösung – Zweifel an dauerhafter Wirkung
Auf der Berliner Veranstaltung diskutierten Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über die Effizienz staatlicher Markteingriffe. Eine Kurzstudie des Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) zeigt, dass staatliche Eingriffe Preise zwar kurzfristig beeinflussen, aber selten zu dauerhaft niedrigeren Kosten an der Zapfsäule führen.
ADAC Verkehrspräsident Prof. Peter König verteidigte die Energiesteuersenkung dennoch als alternativlose Sofortmaßnahme: „Wer täglich auf das Auto angewiesen ist, braucht jetzt Entlastung.“ Nun stehe die Mineralölwirtschaft in der Pflicht, die Steuersenkung vollständig an die Verbraucher weiterzugeben. Für künftige Krisen fordert der ADAC jedoch zielgenauere Instrumente wie direkte Bürgerauszahlungen.
Kritik am Preisdeckel und Fokus auf Öko-Kraftstoffe
Den geplanten Spritpreisdeckel begleitet der ADAC konstruktiv, warnt jedoch vor Risiken. Ein starrer Höchstpreis dürfe weder zu Versorgungsengpässen führen noch den Wettbewerb unterhalb der Grenze lähmen. Parallel dazu fordert der Club eine steuerliche Entlastung für klimafreundliche Alternativen wie Biodiesel, Bioethanol und E-Fuels, um die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen zu senken.

ADAC fordert sofortiges Ende der „12 Uhr Regel“
Scharfe Kritik übt der ADAC an der seit April geltenden 12-Uhr-Regel. Diese schreibt Tankstellen vor, Preiserhöhungen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags vorzunehmen. Laut ADAC hat die Regel die Spritpreise jedoch nicht gesenkt, sondern die Preisspanne innerhalb eines Tages drastisch vergrößert.
„Wer mittags nach 12 Uhr tanken muss, zahlt erhebliche Zusatzkosten“, so König. Eine Umfrage des Clubs bestätigt das: 77 Prozent der Autofahrer spüren keinen preissenkenden Effekt. Der ADAC fordert daher die zeitnahe Abschaffung der Regelung und kündigte an, die Preisentwicklung an den Zapfsäulen weiterhin streng zu überwachen.
















