
Spannung pur beim vorletzten Triple-Header der Formel-1-Saison 2026: Der Auftakt auf dem Circuit of the Americas (COTA) in Austin hat ein extrem enges Feld an der Spitze offenbart. Nachdem alle vier Top-Teams am Freitag eine beeindruckende Frühform zeigten, zeichnet sich für das restliche Wochenende ein historischer Hundertstelkrimi ab. Mittendrin: Das Mercedes-Team, das nach einem holprigen Start eine starke Reaktion zeigte.
Mercedes knackt das Setup-Rätsel nach FP1-Dilemma
Der Freitag in Texas begann für die Silberpfeile zunächst mit Sorgenfalten. Im ersten freien Training (FP1) kämpften sowohl George Russell als auch Kimi Antonelli massiv mit der Balance des neuen W17. Vor allem in den langsamen, technisch anspruchsvollen Kurvenabschnitten verloren die Piloten wertvolle Zehntel. Die Ursache lag im ambitionierten Plan der Ingenieure: Das Team wollte das volle Potenzial des in Malaysia eingeführten Update-Pakets sowie des neuen Frontflügels – der erstmals in Singapur zu sehen war – durch extreme Setup-Tests ausloten.
Nach den Balance-Problemen der ersten Session reagierte die Crew in der Garage prompt. Mit umfassenden Änderungen an den Fahrzeugen vor dem zweiten Training (FP2) gelang Mercedes die Wende. Der W17 präsentierte sich am Nachmittag deutlich stabiler und berechenbarer, was sich sofort in den Zeitenlisten widerspiegelte.
Antonelli jagt Leclerc – Russell mit Pech beim Reifen-Versuch
Wie gut die Updates funktionieren, bewies insbesondere Youngster Kimi Antonelli. Dem Italiener gelang eine exzellente schnelle Runde, bei der er den Führenden Charles Leclerc im Ferrari massiv unter Druck setzte. Am Ende fehlte Antonelli lediglich eine halbe Zehntelsekunde auf die absolute Bestzeit des Tages.

Weniger glücklich verlief der Freitag für seinen Teamkollegen George Russell. Dem Briten blieb eine repräsentative Rundenzeit verwehrt, weshalb er sich letztlich mit dem fünften Rang begnügen musste. Russell verlor seinen ersten echten Versuch auf den weichen Soft-Reifen aufgrund eines Verstoßes gegen die strengen Streckenbegrenzungen (Track Limits). Bei seinem zweiten Versuch verhinderte ein heftiger Schreckmoment inklusive Ausrutscher im schnellen ersten Sektor eine absolute Spitzenzeit. Dennoch zeigte sich Russell mit den Fortschritten der Fahrzeugbalance zufrieden.
Undurchsichtige Longruns versprechen Reifen-Krimi am Sonntag
Während die Qualifying-Simulationen ein extrem enges Bild zeichneten, bleibt der Blick auf die Rennsimulationen (Longruns) vorerst ein Rätsel für die Strategen. Die Auswertung der Daten gestaltete sich am Freitagabend äußerst schwierig. Starker Verkehr auf der Strecke verfälschte viele Rundenzeiten. Zudem wählten die vier Top-Teams komplett unterschiedliche Reifenmischungen für ihre Dauerläufe, was direkte Vergleiche unmöglich macht. Fest steht jedoch: Die Performance-Dichte an der Spitze ist so hoch, dass den Fans am Sonntag ein taktisch und fahrerisch hochspannendes Rennen bevorsteht.
Die Stimmen der Hauptdarsteller aus der Mercedes-Box
Kimi Antonelli: „Ein sehr ermutigender Trend“
„Wir hatten hier auf dem Circuit of the Americas einen extrem interessanten und lehrreichen Tag. Zu Beginn lief es überhaupt nicht optimal, da die Abstimmung des Autos schlichtweg noch nicht perfekt passte. Im zweiten Training konnten wir das Ruder jedoch herumreißen, einen großen Schritt nach vorne machen und das Vertrauen ins Auto zurückgewinnen. Wir werden nun die Daten über Nacht akribisch auswerten, um zu sehen, ob wir noch eine Schippe drauflegen können. Das werden wir auch müssen, wenn wir am Sonntag ein Wörtchen um den Sieg mitreden wollen.
Letztendlich war es aber ein sehr ermutigender Tag, besonders wenn man sieht, wie gut das Update-Paket funktioniert. Wir haben den Aufwärtstrend aus Singapur bestätigt. Es freut mich sehr, dass George und ich nun mit derselben Spezifikation unterwegs sind. Jetzt müssen wir im FP3 daran arbeiten, das Auto noch konstanter in das optimale Arbeitsfenster zu bekommen.“
George Russell: „Die Abstände sind hauchdünn“
„Es war ein unterm Strich sehr produktiver Freitag, an dem wir unser Verständnis für das neue Update-Paket weiter vertiefen konnten. In der ersten Session waren wir definitiv noch nicht da, wo wir sein wollten. Aber das Team hat zum zweiten Training großartige Arbeit geleistet und das Auto in die absolut richtige Richtung gelenkt. Dennoch wartet viel Arbeit auf uns, da die Konkurrenz verdammt stark aussieht.
Ich konnte auf meiner schnellen Runde leider nicht das Maximum zeigen. Erst wurde mir eine Zeit wegen der Track Limits gestrichen, und auf der nächsten Runde hatte ich in Sektor eins einen heftigen Schreckmoment. Da war definitiv viel mehr Potenzial vorhanden. Die Abstände zwischen den vier Top-Teams sind erwartungsgemäß hauchdünn. Um ganz vorne anzugreifen, müssen wir uns über Nacht steigern und morgen sowohl im Qualifying als auch im Rennen eine fehlerfreie Performance abliefern.“
Andrew Shovlin (Trackside Engineering Director): „Kampf um die Pole ist völlig offen“
„Die erste Session am Morgen war gelinde gesagt schwierig. Unser primärer Ansatz war es, mit dem neuen Update-Paket ein breiteres Setup-Fenster an beiden Fahrzeugen zu testen. Allerdings haben uns wiederholte Verbremser sowohl die schnellen Runden als auch die Longruns komplett verhagelt. Vor der Nachmittagssession haben wir uns daher für einen radikalen Setup-Wechsel entschieden.
Das hat sich ausgezahlt und uns in eine deutlich bessere Ausgangsposition gebracht. Die Balance-Probleme waren wie weggeblasen, das Auto verhielt sich für die Fahrer berechenbarer und die Rundenzeiten stimmten sofort. An der Spitze geht es unglaublich eng zu. Im Kampf um die Pole Position am Samstag lässt sich derzeit keines der vier Spitzenteams ausschließen. Wir werden die Datenanalysen intensiv fortsetzen, um über Nacht das letzte Quäntchen Performance aus dem W17 zu kitzeln.“
Das Ergebnis vom 1. Training zum GP der USA 2026 in der Übersicht
| Pos. | Nr. | Fahrer | Team | Zeit | Rückstand |
| 1 | 16 | C. Leclerc | Ferrari | 1:36.052 | |
| 2 | 3 | M. Verstappen | Red Bull | 1:36.136 | +0:00.084 |
| 3 | 1 | L. Norris | McLaren | 1:36.297 | +0:00.245 |
| 4 | 63 | G. Russell | Mercedes | 1:36.378 | +0:00.326 |
| 5 | 12 | K. Antonelli | Mercedes | 1:36.533 | +0:00.481 |
| 6 | 44 | L. Hamilton | Ferrari | 1:36.555 | +0:00.503 |
| 7 | 81 | O. Piastri | McLaren | 1:36.786 | +0:00.734 |
| 8 | 5 | G. Bortoleto | Audi | 1:36.995 | +0:00.943 |
| 9 | 41 | A. Lindblad | Racing Bulls | 1:37.063 | +0:01.010 |
| 10 | 30 | L. Lawson | Racing Bulls | 1:37.309 | +0:01.257 |
| 11 | 87 | O. Bearman | Haas F1 | 1:37.665 | +0:01.613 |
| 12 | 14 | F. Alonso | Aston Martin | 1:37.688 | +0:01.636 |
| 13 | 18 | L. Stroll | Aston Martin | 1:37.783 | +0:01.731 |
| 14 | 6 | I. Hadjar | Red Bull | 1:37.790 | +0:01.738 |
| 15 | 10 | P. Gasly | Alpine | 1:37.801 | +0:01.749 |
| 16 | 31 | E. Ocon | Haas F1 | 1:37.896 | +0:01.844 |
| 17 | 43 | F. Colapinto | Alpine | 1:38.121 | +0:02.069 |
| 18 | 27 | N. Hülkenberg | Audi | 1:38.122 | +0:02.070 |
| 19 | 55 | C. Sainz | Williams | 1:38.846 | +0:02.794 |
| 20 | 77 | V. Bottas | Cadillac | 1:39.053 | +0:03.001 |
| 21 | 25 | C. Herta | Cadillac | 1:39.979 | +0:03.927 |
| 22 | 23 | A. Albon | Williams | 2:16.468 | +0:40.416 |
Ergebnis 2. Freies Training der Formel 1 in Austin 2026
| Pos. | Nr. | Fahrer | Team | Zeit | Rückstand |
| 1 | 16 | C. Leclerc | Ferrari | 1:35.291 | |
| 2 | 12 | K. Antonelli | Mercedes | 1:35.333 | +0:00.042 |
| 3 | 3 | M. Verstappen | Red Bull | 1:35.480 | +0:00.189 |
| 4 | 44 | L. Hamilton | Ferrari | 1:35.906 | +0:00.615 |
| 5 | 63 | G. Russell | Mercedes | 1:36.035 | +0:00.744 |
| 6 | 30 | L. Lawson | Racing Bulls | 1:36.331 | +0:01.040 |
| 7 | 1 | L. Norris | McLaren | 1:36.373 | +0:01.082 |
| 8 | 81 | O. Piastri | McLaren | 1:36.387 | +0:01.096 |
| 9 | 6 | I. Hadjar | Red Bull | 1:36.411 | +0:01.120 |
| 10 | 87 | O. Bearman | Haas F1 | 1:36.536 | +0:01.245 |
| 11 | 5 | G. Bortoleto | Audi | 1:36.832 | +0:01.541 |
| 12 | 10 | P. Gasly | Alpine | 1:36.840 | +0:01.549 |
| 13 | 41 | A. Lindblad | Racing Bulls | 1:36.959 | +0:01.668 |
| 14 | 31 | E. Ocon | Haas F1 | 1:37.111 | +0:01.820 |
| 15 | 43 | F. Colapinto | Alpine | 1:37.201 | +0:01.910 |
| 16 | 14 | F. Alonso | Aston Martin | 1:37.235 | +0:01.944 |
| 17 | 18 | L. Stroll | Aston Martin | 1:37.269 | +0:01.978 |
| 18 | 27 | N. Hülkenberg | Audi | 1:37.430 | +0:02.139 |
| 19 | 77 | V. Bottas | Cadillac | 1:38.422 | +0:03.131 |
| 20 | 55 | C. Sainz | Williams | 1:38.446 | +0:03.155 |
| 21 | 11 | S. Perez | Cadillac | 1:39.036 | +0:03.745 |
| 22 | 23 | A. Albon | Williams | 1:43.426 | +0:08.135 |
Es ist alles angerichtet für ein packendes Formel-1-Wochenende in Texas, bei dem Nuancen über Sieg und Niederlage entscheiden werden. Die Formel 1 Fans dürfen sich auf ein hochdramatisches Qualifying und ein völlig unvorhersehbares Rennen freuen.














