DTM-Shootingstar Tom Kalender: Zwischen Rennsport Rekorden und Abitur Stress

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DTM - "Rookie of the Year“ 2026 Tom Kalender
"Rookie of the Year“ 2026Tom Kalender, #84 Mercedes-AMG GT3, Mercedes-AMG Team Landgraf © Mercedes Benz AG

Er ist das aktuell vielversprechendste Talent im deutschen Motorsport: Mercedes-AMG-Junior Tom Kalender hat beim großen Finale der DTM auf dem Hockenheimring Schlagzeilen gemacht. Der erst 18-jährige Rennfahrer vom Mercedes-AMG Team Landgraf sicherte sich den begehrten Titel „Rookie of the Year“. Damit krönte er eine Debütsaison, die von historischen Rekorden und einer steilen Lernkurve geprägt war. Im exklusiven Rückblick spricht der Youngster über emotionale Meilensteine, die harte Doppelbelastung durch die Schule und seine ehrgeizigen Zukunftspläne im GT-Sport.

Historischer Rekord auf dem Nürburgring

Der Aufstieg von Tom Kalender in der DTM verlief rasant. Bereits beim Saisonauftakt auf dem Red Bull Ring in Spielberg deutete der Nachwuchsfahrer sein enormes Potenzial mit zwei Top-5-Platzierungen an. Der endgültige Durchbruch gelang ihm jedoch in der Eifel: Auf dem geschichtsträchtigen Nürburgring fuhr Kalender sensationell auf den zweiten Platz und damit zum ersten Mal in seiner Karriere auf das DTM-Podium. Mit dieser Leistung trug er sich in die Geschichtsbücher ein: Er ist der jüngste Fahrer auf einem DTM-Podium aller Zeiten.

Die nackten Zahlen seiner Premierensaison unterstreichen die positive Entwicklung im Cockpit des Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 84. Neunmal qualifizierte sich Kalender für die Top 10 der Startaufstellung. Zudem konnte er seine Punkteausbeute im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppeln – von 25 auf 49 Zähler.

„Rookie of the Year“ 2026: Mercedes-AMG Junior-Fahrer Tom Kalender
Tom Kalender ist Rookie of the Year 2026 © Mercedes Benz AG

Im Interview zieht das junge Talent ein ehrliches und differenziertes Fazit der abgelaufenen Saison, die vor insgesamt 112.000 Zuschauern in Hockenheim zu Ende ging.

 

Drei Fragen an DTM-Rookie Tom Kalender

  1. Das DTM-Saisonfinale liegt nun mehr als zehn Tage zurück. Wie fällt Dein persönliches Fazit aus?

Tom Kalender: Ich habe in meinem Kopf noch einmal alle Höhen und Tiefen der Saison durchgespielt. Mein Resultat ist, dass es eine gute, aber auch eine sehr herausfordernde Saison war. Am Ende schaut man im Motorsport vor allem auf die nackten Ergebnisse. Die waren leider noch nicht ganz so, wie ich mir das persönlich erhofft hatte. Oftmals hat uns in den entscheidenden Momenten einfach das nötige Rennglück gefehlt.

Auf der anderen Seite hat die Zusammenarbeit innerhalb des Mercedes-AMG Teams Landgraf auch in diesem Jahr wieder hervorragend funktioniert. Wir haben in allen Bereichen einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Am klarsten hat man diese Steigerung an unserer Qualifying-Pace gesehen – der Speed war also grundsätzlich da. Auch in den Rennen konnte ich mich fahrerisch verbessern.

Der absolute Höhepunkt war natürlich Platz zwei auf dem Nürburgring und unser erstes gemeinsames Podium. Das war der schönste Moment der gesamten Saison. Das erste DTM-Podium ist ohnehin etwas Besonderes. Dass ich damit gleichzeitig als jüngster DTM-Fahrer auf dem Podium einen neuen Rekord aufstellen konnte, macht es umso schöner. Da es für mich ein Heimrennen war, waren auch viele Freunde und meine Familie vor Ort. Das war ein ganz spezieller Tag, den ich sehr genossen habe. Auch der Gewinn der „Rookie of the Year“-Auszeichnung zum Saisonabschluss ist ein cooler Titel, der mich sehr zuversichtlich für die Zukunft stimmt.

  1. Neben Deiner Karriere im Cockpit gehst Du noch zur Schule. Wie herausfordernd ist dieser Spagat im Alltag?

Tom Kalender: Dieser Spagat ist extrem herausfordernd und bedeutet für mich harte Arbeit an zwei Fronten. Wenn man von Montag bis Freitag jeden Tag sechs bis acht Stunden in der Schule verbringt, fehlt einfach die Zeit, um im Motorsport an den kleinsten Details zu feilen und alle Aspekte des Rennfahrens zu perfektionieren.

Ich muss die Phasen zwischen den Rennwochenenden extrem effizient nutzen. Das bedeutet, dass ich die rennfreie Zeit nicht nur für das körperliche und mentale Training nutze, sondern parallel intensiv für die Schule lernen muss. Im kommenden Jahr steht bei mir das Abitur an. Die schriftlichen Prüfungen finden im März und April statt – exakt in dem Zeitraum, in dem auch die europäischen Rennserien in ihre neue Saison starten. Diese Phase wird definitiv nicht leicht. Aber ich nehme die schulische Ausbildung sehr ernst. Mein Anspruch ist es, einen guten Abschluss zu machen und nicht einfach nur irgendwie durchzukommen.

  1. Welche sportlichen Ziele hast Du Dir für die kommenden Jahre gesetzt?

Tom Kalender: Mein Wunsch ist es auf jeden Fall, weiter in der DTM an den Start zu gehen und die erfolgreiche Arbeit mit dem Mercedes-AMG Team Landgraf fortzusetzen. Mein primäres Ziel lautet, mich Schritt für Schritt weiterzuverbessern. Langfristig möchte ich natürlich Meisterschaften gewinnen – ganz oben auf der Liste steht dabei der DTM-Titel.

Die DTM ist eine einzigartige Rennserie. Das Prinzip „Ein Auto, ein Fahrer“ gibt es im modernen GT-Sport fast gar nicht mehr. Man ist als Fahrer ganz allein dafür verantwortlich, welche Ergebnisse am Ende des Wochenendes auf der Anzeigetafel stehen. In dieser Hinsicht ist die DTM absolut mit der Formel 1 vergleichbar.

Aber auf meiner Wunschliste steht nicht nur die DTM. Ich möchte mich als offizieller Mercedes-AMG Fahrer kontinuierlich weiterentwickeln und in verschiedenen Serien wichtige Erfahrungen sammeln. Erst am vergangenen Wochenende war ich bei der GT World Challenge Europe in Portimão am Start, wo über 60 GT3-Fahrzeuge um den Sieg gekämpft haben. Solche extrem hart umkämpften Rennen sind für meine fahrerische Entwicklung unglaublich wertvoll. Ganz oben auf meiner persönlichen Bucket List stehen außerdem die legendären 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und in Daytona.