WRC-Finale auf Sardinien: Dreikampf um den WM-Titel und Abschied einer Ära

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Rallye Sardinien Dreikampf um den WM-Titel
Rallye Sardinien Dreikampf um den WM-Titel © Toyota

Beim Saisonfinale der FIA-Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) auf Sardinien (1. bis 4. Oktober 2026) steht ein teaminterner Dreikampf im Fokus. Drei Piloten des Toyota Gazoo Racing World Rally Teams (TGR-WRT) kämpfen bei der Rallye Italia Sardegna um ihren ersten Weltmeistertitel. Nach der Absage der für November geplanten Rallye Saudi-Arabien bildet der italienische Schotterlauf die 13. und letzte Runde der Saison 2026.

Für Toyota ist die Krone in der Fahrer- und Beifahrerwertung bereits sicher, nachdem sich das Team beim vergangenen Lauf in Chile vorzeitig die sechste Hersteller-Weltmeisterschaft in Folge gesichert hat. Gleichzeitig markiert die Veranstaltung das Ende einer Ära: Es ist der letzte WRC-Einsatz des GR YARIS Rally1 vor der Einführung des neuen technischen Reglements für 2027. Das Fahrzeug geht mit einer Bilanz von 47 Siegen aus fünf Saisons als eines der erfolgreichsten Modelle der WRC-Geschichte in den Ruhestand.

Rallye Sardinien Dreikampf um den WM-Titel
Rallye Sardinien Dreikampf um den WM-Titel © Toyota

Die Titelanwärter im Überblick

Bei maximal 35 zu vergebenden Punkten auf Sardinien gehen drei Toyota-Piloten mit intakten Titelchancen an den Start:

  • Elfyn Evans (Führung): Der Waliser führt die Weltmeisterschaft mit 17 Punkten Vorsprung an. Evans stand seit dem vierten Saisonlauf auf den Kanarischen Inseln an der Spitze der Tabelle und feierte Siege in Schweden und Japan.
  • Sami Pajari (-17 Punkte): Der 24-jährige Finne überzeugte in seiner zweiten Rally1-Saison mit drei Siegen in Folge (Estland, Finnland, Paraguay).
  • Oliver Solberg (-21 Punkte): Der Schwede, der kürzlich seinen 25. Geburtstag feierte, hielt sich mit Siegen beim Saisonauftakt in Monte-Carlo sowie zuletzt in Chile im Titelrennen.

Rekorde und Meilensteine im Starterfeld

Abseits des Titelkampfs setzt der neunmalige Weltmeister Sébastien Ogier einen historischen Meilenstein. Mit seinem 214. WRC-Start stellt der Franzose einen neuen Rekord für die meisten WM-Einsätze auf. Ogier ist zudem mit fünf Triumphen der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte der Sardinien-Rallye.

Der Japaner Takamoto Katsuta kehrt nach zwei Saisonsiegen (Kenia, Kroatien) auf Sardinien mit seinem Stamm-Beifahrer Aaron Johnston zurück, der den Lauf in Chile verletzungsbedingt verpasst hatte.

In der WRC2-Kategorie kämpfen die Toyota-Rally2-Piloten Roope Korhonen und Teemu Suninen um die Vizemeisterschaft. Der zweifache WRC3-Champion Matteo Fontana gibt auf Sardinien sein Debüt in der WRC2. Nicht am Start ist hingegen der Förderpilot Yuki Yamamoto, der nach Absprache mit dem Team eine Pause zur strategischen Weiterentwicklung einlegt.

Anspruchsvolle Bedingungen im Oktober

Erstmals seit 2020 wird die Rallye Sardinien wieder im Oktober statt der traditionellen Sommermonate ausgetragen. Die veränderten herbstlichen Bedingungen bringen kühlere Temperaturen, aber auch ein höheres Risiko für wechselhaftes Wetter im Mittelmeerraum mit sich. Der sandige und mit scharfen Steinen durchsetzte Untergrund bleibt eine extreme Belastungsprobe für Reifen und Fahrzeuge.

Die Rallye-Basis kehrt in diesem Jahr nach Alghero an der Nordwestküste zurück. Nach dem Start auf einer Zuschauerprüfung am Donnerstag stehen am Freitag und Samstag anspruchsvolle Schleifen im Nordosten an, bevor die Saison am Sonntag mit der Power Stage in Sassari-Argentiera endet.

Stimmen aus dem Team

Jari-Matti Latvala (Teamchef):
„Es war eine fantastische Saison mit dem vorzeitigen Gewinn der Hersteller-WM. Dass nun drei unserer Crews um den Fahrertitel kämpfen, ist etwas Besonderes. Unsere Aufgabe ist es, allen drei ein zuverlässiges Auto für einen fairen Kampf bereitzustellen. Sardinien ist rau und verlangt kluges Risikomanagement.“

Elfyn Evans (Tabellenführer):
„Unser Ansatz ändert sich nicht. Wir müssen die bestmögliche Rallye abliefern. Die Führung auf den Schotterprüfungen zu verteidigen war harte Arbeit. Da am Sonntag viele Punkte vergeben werden, wird die Entscheidung wohl erst ganz am Ende fallen.“

Sébastien Ogier (Rekordstarter):
„Sardinien ist eine Rallye, zu der ich während meiner gesamten Karriere eine ganz besondere Verbindung aufgebaut habe. Auch wenn ich nicht mehr in den Titelkampf eingreifen kann, ist es mir wichtig, das Team beim Finale bestmöglich zu unterstützen und diese Ära gebührend abzuschließen.“

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.