Spritpreise auf Rekordniveau: Benzin gibt leicht nach, Diesel stagniert trotz fallender Ölpreise

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Auto tanken
ADAC fordert vollen Tankrabatt (Symbolfoto) © Engin Akyurt/pexels

Die Lage an den deutschen Tankstellen bleibt für Autofahrer extrem angespannt. Zwar verzeichnen die Kraftstoffpreise im Wochenvergleich eine minimale Entlastung bei Benzin, doch das Preisniveau verharre laut ADAC auf einem viel zu hohen Niveau. Besonders brisant: Während die Rohölnotierungen deutlich nachgegeben haben, kommt dieser Preissturz an den Zapfsäulen kaum an.

Die aktuellen Zahlen im Überblick

Wie die jüngste wöchentliche Auswertung des ADAC zeigt, entwickelten sich die Preise für Super E10 und Diesel zuletzt uneinheitlich:

  • Super E10: Kostet im bundesweiten Mittel aktuell 2,267 Euro je Liter. Das entspricht einem Rückgang von 3,3 Cent im Vergleich zur Vorwoche.
  • Diesel: Bleibt nahezu unverändert auf Rekordniveau. Verbraucher müssen im Schnitt 2,428 Euro je Liter bezahlen – ein minimaler Anstieg um 0,6 Cent.
Infografik wöchentlicher Benzinpreis
Infografik – Benzin fällt leicht, Diesel stabil © ADAC

Ölpreis sinkt drastisch – Entlastung an Zapfsäulen bleibt aus

Am Rohölmarkt war in den vergangenen Tagen eine deutliche Entspannung zu beobachten. Ein Barrel der für Europa maßgeblichen Nordseesorte Brent notierte zum Handelsschluss unter der Marke von 100 US-Dollar – ein Minus von mehr als zehn US-Dollar binnen einer Woche.

Aus Sicht des ADAC ist die Zurückhaltung der Mineralölkonzerne bei den Endverbraucherpreisen nicht gerechtfertigt. Zwar spielen Faktoren wie der Euro-Dollar-Wechselkurs und internationale Produktmärkte eine Rolle, doch der drastische Verfall des Ölpreises spiegelt sich nach wie vor nur bruchstückhaft im Markt wider. Der Mobilitätsclub sieht hier insbesondere auf Raffinerie- und Großhandelsebene erheblichen Erklärungsbedarf.

Kritik an der „12-Uhr-Regel“ und Spartipps für Autofahrer

Zusätzlichen Zündstoff bietet die aktuelle Preisdynamik im Tagesverlauf. Nach dem sogenannten „Österreich-Modell“ dürfen Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich – um Punkt 12 Uhr – drastisch erhöhen, woraufhin sie bis zum späten Abend schrittweise sinken.

  • Der ADAC-Tipp: Verbraucher sollten gezielt kurz vor 12 Uhr mittags oder alternativ in den späten Abendstunden zwischen 18 und 22 Uhr tanken, um die täglichen Tiefstpreise zu nutzen.
  • Politische Forderung: Der ADAC fordert aufgrund der extremen Preisspreizungen im Tagesverlauf inzwischen die Abschaffung dieser starren 12-Uhr-Regelung, da sie den Wettbewerb blockiere und die Preise künstlich hochhalte. Angesichts angekündigter staatlicher Entlastungspakete wie einer Neuauflage des Tankrabatts ab Oktober bleibt die weitere Entwicklung am Kraftstoffmarkt hochdynamisch.
Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.