
Toyota Gazoo Racing World Rally Team (TGR-WRT) hat bei der Rallye Chile vorzeitig die FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) der Hersteller gewonnen (vorbehaltlich FIA-Bestätigung). Mit einem historischen Doppelsieg durch Oliver Solberg und Sébastien Ogier sicherte sich die Mannschaft den sechsten Konstrukteurstitel in Folge und den insgesamt zehnten Hersteller-Weltmeistertitel der Toyota-Historie.
Ein historischer Meilenstein in der WRC-Geschichte
Mit dem jüngsten Triumph in Südamerika stellt Toyota zwei der bedeutendsten Rekorde der WRC-Geschichte ein. Sechs aufeinanderfolgende Herstellermeisterschaften gelangen zuvor nur der Rallye-Legende Lancia in den Jahren 1987 bis 1992. Gleichzeitig zieht Toyota mit nun zehn Titeln in der Markenwertung mit der italienischen Traditionsmarke gleich. Die Dominanz der japanisch-finnischen Equipe in dieser Saison ist beispiellos: Die Rallye Chile markierte den elften Sieg des GR YARIS Rally1 bei zwölf Saisonläufen im Jahr 2026. Zudem feierte das Team bereits den achten Doppelsieg der laufenden Meisterschaft.
Solberg triumphiert im Schlamm, Ogier bricht Rekorde
Oliver Solberg und sein Beifahrer Elliott Edmondson feierten in Chile ihren zweiten Saisonsieg nach dem Erfolg beim Saisonauftakt in Monte-Carlo. Der junge Schwede legte den Grundstein für seinen Triumph bereits auf den extrem nassen und schlammigen Wertungsprüfungen am Freitagmorgen. In der Folge baute er seinen Vorsprung kontinuierlich und kontrolliert aus. Mit einer fehlerfreien Fahrt und der Bestzeit auf der abschließenden Power Stage sicherte sich Solberg den Gesamtsieg mit einem Vorsprung von 16,6 Sekunden.
Hinter ihm komplettierten Sébastien Ogier und Co-Pilot Vincent Landais den Toyota-Doppelsieg. Ogier zeigte nach einem schwierigen Start in die Rallye eine eindrucksvolle Aufholjagd. Mit dem zweiten Platz stellte der Franzose mit seinem 120. Podiumsplatz den bisherigen WRC-Rekord von Sébastien Loeb ein. Zugleich zog er mit seinem 213. WM-Start mit seinem eigenen Teamchef Jari-Matti Latvala gleich.

Pech für Evans, WM-Kampf bleibt hochspannend
Weniger Glück hatte der Weltmeisterschafts-Spitzenreiter Elfyn Evans. Der Waliser lag lange Zeit auf Kurs zu einem weiteren Top-Ergebnis und führte die separate „Super-Sunday“-Wertung an. Ein bitterer Reifenschaden auf der vorletzten Prüfung kostete ihn und Beifahrer Scott Martin jedoch wertvolle Zeit, sodass am Ende nur Rang fünf zu Buche stand. Dennoch verteidigte Evans die Führung in der Fahrer-Weltmeisterschaft und reist mit einem Vorsprung von 17 Punkten auf Teamkollege Sami Pajari zu den letzten beiden Saisonläufen.
Pajari und Beifahrer Marko Salminen mussten in Chile zwar ihre beeindruckende Serie von drei Siegen in Folge beenden, sammelten als Vierte jedoch erneut wichtige Zähler. Damit bleibt das Titelrennen in den eigenen Reihen extrem spannend.
Große Freude und Fokus auf das Saisonfinale
„Herzlichen Glückwunsch an Oliver und Elliott zu diesem großartigen Sieg. Gleichzeitig gratuliere ich Jari-Matti, Juha und dem gesamten Team zum Gewinn der Hersteller-Weltmeisterschaft“, erklärte Akio Toyoda, Chairman des Toyota Gazoo Racing World Rally Team. „Dieser Erfolg ist das Ergebnis des außergewöhnlichen Einsatzes aller Teammitglieder während der gesamten Saison.“ Toyoda betonte zudem die internen Titelchancen: „Die Fahrer-Weltmeisterschaft ist weiterhin vollkommen offen, und alle fünf unserer Fahrer haben noch Chancen auf den Titel. Gebt alles bis zum Schluss.“
Mit dem Herstellertitel in der Tasche richtet sich der Fokus von Toyota nun ganz auf den packenden teaminternen Kampf um die Fahrer-Krone bei den verbleibenden zwei Läufen der Saison 2026.


















