
Ein dramatischer Wetterpoker und ein hauchdünnes Finish prägten den ersten Lauf des ADAC GT Masters auf dem Salzburgring. In einem packenden Herzschlagfinale sicherten sich Tim Zimmermann (29/Langenargen) und Leyton Fourie (20/Südafrika) den Sieg. Das Duo von FK Performance Motorsport steuerte seinen BMW M4 GT3 Evo mit einem winzigen Vorsprung von nur 0,493 Sekunden über die Ziellinie. Mit diesem Erfolg feierte Zimmermann nicht nur seinen siebten Sieg in der Rennserie, sondern übernahm gemeinsam mit Fourie auch die prestigeträchtige Führung in der Meisterschaftstabelle.
Drama für den Tabellenführer vor dem Start
Bereits vor dem eigentlichen Rennstart überschlugen sich auf der Traditionsrennstrecke in Österreich die Ereignisse. Der bis dato Meisterschaftsführende und Polesetter Finn Zulauf erlebte ein sportliches Drama: Ein technischer Defekt zwang ihn, seinen Lamborghini des Liqui Moly Team Engstler Motorsport noch vor dem Erlöschen der Startampel abzustellen. Nach einer hastigen Reparatur in der Boxengasse nahmen Zulauf und sein Teamkollege Felix Hirsiger das Rennen mit erheblichem Rundenrückstand wieder auf. Sie kämpften sich bis auf Rang zwölf vor und retteten vier wichtige Meisterschaftspunkte. Ihr Rückstand auf die neuen Spitzenreiter Fourie/Zimmermann beträgt nun 17 Zähler.
Regenpoker und ein starker Lokalmatador
Das Rennen selbst war von schwierigen Mischverhältnissen und immer wieder einsetzendem Regen geprägt. Lokalmatador Leo Pichler erbte durch den Ausfall des Polesetters den ersten Startplatz und verteidigte die Führung im Porsche von Razoon – More than Racing souverän. Dahinter formierte sich das Verfolgerfeld um Simon Connor Primm im Audi sowie das starke Ford-Duo des Haupt Racing Teams. Während sich die Konkurrenz an der Spitze packende Duelle lieferte, steckte der spätere Sieger Fourie im Verkehr fest und kam zunächst nicht über den siebten Rang hinaus.
Der strategische Geniestreich in der Boxengasse
Die Vorentscheidung fiel schließlich in der Boxengasse durch eine mutige Strategie von FK Performance Motorsport. Während fast die gesamte Spitzengruppe beim ersten, kurzen Pflichtboxenstopp auf einen Reifenwechsel verzichtete, ging das BMW-Team volles Risiko ein. Sie wechselten bei Fourie/Zimmermann direkt auf frische Pneus. Zunächst schien der Plan nicht aufzugehen, als Colin Bönighausen, der den Porsche von Pichler übernommen hatte, die Führung verteidigte. Dahinter entbrannte ein intensiver teaminterner Ford-Zweikampf zwischen Kiano Blum und Fabian Dybionka.

In der zweiten Boxenstopp-Phase wendete sich das Blatt jedoch komplett: Während Pichler im Porsche mit kalten Reifen kämpfte und bis auf Platz vier durchgereicht wurde, profitierte Fourie von der kürzeren Standzeit seines späten Stopps. Mit bereits warmgefahrenen Reifen zog er am Ford von Niklas Kalus vorbei, der durch ein technisches Problem bei der manuellen Zeitmessung wertvolle vier Sekunden verloren hatte.
Nervenkitzel bis zur Ziellinie
In den Schlussminuten entwickelte sich ein spektakulärer Zweikampf um den Tagessieg. Debütant Fabian Dybionka und Emil Gjerdrum setzten im Ford Mustang GT3 den Führenden Fourie massiv unter Druck. Trotz älterer Reifen verteidigte der Südafrikaner die Spitzenposition mit allen Mitteln und rettete den Sieg hauchdünn ins Ziel.
Das Haupt Racing Team durfte sich trotz des verpassten Sieges über ein Doppelpodium freuen, da Kalus/Blum den dritten Rang absicherten. Die Top 6 komplettierten die Brüder Sandro und Juliano Holzem im Schubert-BMW auf Platz fünf sowie Robin Rogalski und Simon Connor Primm im Audi auf Rang sechs. Das zweite Qualifying beginnt am Sonntag um 09:15 Uhr (live auf YouTube), bevor um 14:05 Uhr das zweite Rennen startet.


















