ADAC Racing Weekend in Spa: Antoszewski feiert vorzeitigen Meistertitel im Ardennen-Regen

2
Die GT Summer Series bestritt in Spa-Francorchamps drei Rennen
Die GT Summer Series bestritt in Spa-Francorchamps drei Rennen © GT Summer Series

Das fünfte ADAC Racing Weekend des Jahres 2026 auf dem Circuit de Spa-Francorchamps bot hochklassigen Motorsport unter extrem wechselhaften Bedingungen. Während Jan Antoszewski in der Porsche Sprint Challenge die GT3-Meisterschaft vorzeitig perfekt machte, sorgten namhafte Gaststarter, packende Aufholjagden und ein ungewöhnlicher Renn-Kombi für Aufsehen in den verschiedenen Rennserien.

  • Jan Antoszewski sichert sich vorzeitig die Krone der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3.
  • Ex-Formel-1-Pilot Nikita Mazepin triumphiert bei seinem Debüt in der Spezial Tourenwagen Trophy (STT).
  • Kris Nissen und Sebastian Asch dominieren das historische Feld der Tourenwagen Golden Ära.

Porsche Sprint Challenge: Titelgewinn und historische Siegesserie

In der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3 zeigte Jan Antoszewski eine dominante Vorstellung. Der polnische Rennfahrer übernahm im ersten Lauf im Porsche 911 GT3 Cup sofort die Führung und fuhr einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg ein. Dahinter entwickelte sich ein intensiver Dreikampf um den Silberrang zwischen Joel Hohmann, Levin Gelf und Mads K. Ljungberg. Obwohl Ljungberg kurz vor Schluss an Gelf vorbeizog, warf ihn eine 15-sekündige Zeitstrafe wegen Track-Limit-Verstößen auf Rang vier zurück. Mit einem weiteren souveränen Sieg im zweiten Durchgang fixierte Antoszewski vorzeitig den Gewinn der Meisterschaft. Hohmann und Ljungberg komplettierten im zweiten Rennen das Podium.

Jan Antoszewski (rechts) heißt der neue Meister in der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3
Jan Antoszewski (rechts) heißt der neue Meister in der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3 © Gruppe C Photography

In der GT4-Kategorie setzte Rasmus Vendelbo seinen beeindruckenden Lauf fort. Im Porsche Cayman GT4 RS Clubsport feierte er in Spa die Saisonsiege acht und neun in Folge. Im ersten Rennen hielt er seinen direkten Verfolger Nikodem Sobczyk mit einem knappen Vorsprung von 1,5 Sekunden auf Distanz. Bruno Görtz rettete trotz einer Zeitstrafe den dritten Platz. Der zweite Lauf spiegelte dieses Ergebnis wider: Sobczyk führte das Feld zwar bis zur dritten Runde an, musste sich im Ziel jedoch erneut Vendelbo geschlagen geben, während Görtz abermals Dritter wurde.

Spezial Tourenwagen Trophy: Mazepin siegt bei STT-Debüt

Die Spezial Tourenwagen Trophy (STT) zog am Wochenende besondere Aufmerksamkeit auf sich. Der ehemalige Formel-1-Fahrer Nikita Mazepin feierte im Mercedes-AMG GT3 Einstand und setzte sich im ersten Rennen direkt vom restlichen Feld ab. Den zweiten Platz sicherte sich Thomas Ambiel, der ebenfalls debütierte und einen spektakulären LMP3-Boliden (Duqueine D08) an den Start brachte. Das Duo Rolf Ludwig Becker und Klaus Niesen fuhr auf Rang drei. Auch den zweiten Durchgang entschied Mazepin für sich, musste sich der Angriffe von Ambiel nach den Boxenstopps jedoch deutlicher wehren und siegte schließlich mit sieben Sekunden Vorsprung.

GT Summer Series: Taktikspiele und Safety-Car-Krimi

Die GT Summer Series bot drei abwechslungsreiche Rennen. Den ersten 30-Minuten-Sprint gewann Antoine Berberich Martini im Ford Mustang GT3 mit fast einer Minute Vorsprung vor Hermann Speck (Porsche) und Przemyslaw Bienkowski (Mercedes-AMG). Im zweiten Sprint siegte Mateusz Lisowski vor Alfred Renauer und Berberich Martini.

Das finale 50-Minuten-Rennen inklusive Fahrerwechsel entwickelte sich zum Strategiekrimi: Renauer übergab den führenden Porsche an Speck, während David Schumacher und Berberich Martini im Mustang attackierten. Nach den Boxenstopps führte Berberich Martini das Feld an, ehe eine Safety-Car-Phase den Vorsprung zunichte machte. Beim Restart nutzte Lisowski die Gunst der Stunde, zog an den Konkurrenten vorbei und siegte vor Speck und Berberich Martini.

Youngtimer Trophy: Spannung und Führungswechsel bis zum Schluss

Wegen des großen Teilnehmerfeldes wurde die Youngtimer Trophy in zwei separate Rennläufe gesplittet. Im ersten Rennen kämpfte Michael Nolte im Opel GT zunächst mit Adrian Remmele, fiel nach dem Pflichtstopp wegen technischer Probleme jedoch zurück. Remmele steuerte daraufhin den Opel Kadett C Coupe GT/E zum Sieg. Dahinter gab es im Kampf um die Podien viel Bewegung: Nach dem Ausfall von Wilhelm Vinke rutschte auch Edy Kamm in den Schlussminuten noch bis auf Platz acht ab. Die Ränge zwei und drei sicherten sich die Duos Jargon/Borkowsky sowie Wagner/Schneider.

Im zweiten Lauf schien der Sieg zunächst an Edgar und Nick Salewsky im Porsche 911 RSR zu gehen. Robin Chrzanowski, der eine aggressive, frühe Boxenstopp-Strategie gewählt hatte, kämpfte sich im packenden Finale jedoch noch an den Führenden vorbei und feierte den Gesamtsieg vor den Salewskys sowie dem Duo Kunkel/Pütz.

Cup & Tourenwagen Trophy: Drama um die Tabellenspitze

Elias Funke dominierte den ersten Durchgang der Cup & Tourenwagen Trophy (CTT) im Opel Astra TCR vor Mario Fuchs (Mitsubishi Lancer Evo 9) und Maurice Thormählen (BMW). Im zweiten Rennen wendete sich das Blatt dramatisch: Nach einer frühen Safety-Car-Phase – ausgelöst durch einen Unfall von Luis Wosnitza – attackierte Fuchs den führenden Funke. Dabei drehte sich Fuchs und riss Funke mit ins Aus. Den dramatischen Führungskampf erbte zunächst Lukas Zinnäcker, der sich jedoch Christian Schulze im BMW M3 GTR E46 und Robert Wehlandt geschlagen geben musste. Schulze siegte vor Wehlandt und Zinnäcker.

Exoten im Feld: Ein pinker Kombi als Publikumsliebling

Trotz des Ausfalls im zweiten Rennen zog CTT-Pilot Mario Fuchs die Blicke auf sich. Er pilotierte die seltene Kombi-Version eines Mitsubishi Lancer Evo 9 in auffälligem Pink. Der Mitsubishi-Händler erklärte den ungewöhnlichen Aufbau: Das Fahrzeug war ursprünglich ein reines Straßenauto mit hoher Laufleistung. Da die Kombi-Karosserie auf dem Markt deutlich preiswerter als die klassische Limousine war, baute Fuchs den Wagen während der Pandemie in Eigenregie zum Rennwagen um – inklusive eigens angefertigter Prototypen-Bauteile für die Heckpartie.

In den weiteren Serien setzten sich die Routiniers durch: Kris Nissen (BMW E30 M3 DTM) und Sebastian Asch (Ford Sierra RS500 Cosworth) gewannen bei den Tourenwagen Golden Ära, während Kabir Bonavetti die Alfa Romeo Challenge dominierte.

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.