
Das vorletzte Endurance-Rennen der IMSA WeatherTech SportsCar Championship auf der traditionsreichen Rennstrecke in Road America (USA) entwickelte sich zu einer extremen emotionalen Achterbahnfahrt für die Top-Teams. Ein von zahlreichen Zwischenfällen geprägtes Sechs-Stunden-Rennen wirbelte das Klassement durch insgesamt neun Safety-Car-Phasen immer wieder durcheinander. Während das BMW M Team WRT durch technische Defekte an beiden Hybrid-Prototypen um den verdienten Lohn gebracht wurde, erlebte auch die Werksmannschaft von Porsche Penske Motorsport ein turbulentes Rennen voller Rückschläge.
Spektakuläres Sonderdesign im Fokus der Fans
Bereits vor dem grünen Licht am Rennsonntag zog das BMW M Team WRT die Blicke der weltweiten Motorsport-Gemeinschaft auf sich. In einer exklusiven Kooperation präsentierte das Team ein einzigartiges Sonderdesign für die Startnummer 24. Unter dem Motto „Spider-Man: Brand New Day“ erstrahlte der BMW M Hybrid V8 in einem auffälligen Comic-Look. Die Partnerschaft sollte das Event auf der schnellen Strecke in Wisconsin auch optisch zu einem Highlight der laufenden Rennsaison machen. Sportlich untermauerte das Quartett die Ambitionen direkt am Samstag: Sheldon van der Linde stellte den Prototypen im Qualifying auf einen starken dritten Startplatz.
Führung und bitteres Aus für den „Spider-Man“-BMW
Der Start in das Sechs-Stunden-Rennen verlief für die Startnummer 24 absolut nach Plan. Sheldon van der Linde zeigte in der Anfangsphase eine fehlerfreie Leistung und nutzte die erste Boxenstopp-Phase geschickt aus, um die Führung im Gesamtklassement zu übernehmen. Bis zum fälligen Fahrerwechsel auf seinen Teamkollegen Dries Vanthoor dominierte der Bolide das Geschehen an der Spitze und kontrollierte das Tempo der GTP-Klasse.
Zur Rennhalbzeit wendete sich das Blatt jedoch dramatisch. Ein schwieriger Restart kostete Vanthoor zunächst einige Positionen auf der Strecke. Kurz darauf traten schwerwiegende Bremsprobleme am Fahrzeug auf. Da die Sicherheit auf dem Highspeed-Kurs in Road America oberste Priorität hat, traf die Teamleitung die harte Entscheidung, das Fahrzeug vorzeitig in der Box abzustellen. Ein schwerer Schlag für die gesamte WRT-Crew, die bis zu diesem Zeitpunkt wie der sichere Sieger aussah.
Aufholjagd der Startnummer 25 endet auf Platz sieben
Nicht weniger dramatisch verlief das Rennen für das Schwesterauto mit der Startnummer 25, pilotiert von Marco Wittmann und Philipp Eng. Nach einem schwierigen Qualifying musste das Duo das Rennen aus dem Mittelfeld aufnehmen. Mit einer mutigen und antizyklischen Strategie kämpfte sich die Crew während der Gelbphasen jedoch sensationell durch das Feld bis an die Spitze des Tableaus.
Die Freude über die Führung währte allerdings nicht lange. Kühlungsprobleme machten sich bemerkbar und zwangen die Ingenieure zu handeln. Um Folgeschäden am Antriebsstrang zu vermeiden, musste die Nummer 25 zu einem langen Reparaturstopp an die Box geholt werden. Die Mechaniker arbeiteten unter Hochdruck, verloren jedoch zwei Runden auf die Führenden. Am Ende reichte es nach einer Schadensbegrenzung nur noch für den siebten Platz in der GTP-Klasse.
Turbulentes Rennen und Titelgewinn für Porsche
Auch für Porsche Penske Motorsport verlief der achte Saisonlauf extrem wechselhaft. Die Fahrzeuge traten in historischen Designs an: Die Startnummer 7 erinnerte an den RS Spyder von 2007, während die Startnummer 6 in den Farben des legendären Porsche 917/30 aus dem Jahr 1973 erstrahlte.
Zur Halbzeit führte Julien Andlauer im Auto mit der Nummer 7 das Feld an. Rund eine Stunde später wurde der Porsche 963 jedoch von einem Konkurrenten ins Kiesbett befördert. Nach einer langwierigen Bergung, Reparaturen und insgesamt drei Strafen kamen Andlauer und Felipe Nasr mit zwei Runden Rückstand nur auf Platz sechs ins Ziel.

Danach schien die Stunde des Schwesterautos schlagen zu wollen. Kévin Estre belegte in der achten Gelbphase den zweiten Platz. Nach dem Restart geriet der Franzose jedoch im harten Positionskampf mit einem Mitbewerber aneinander und schlug in die Barrieren ein. Er und Laurens Vanthoor wurden letztlich auf Rang acht gewertet.
Trotz der verpassten Top-Ergebnisse gab es für Porsche Grund zum Jubeln: Die Mannschaft sicherte sich vorzeitig den Team- und Fahrertitel im IMSA Michelin Endurance Cup. Zudem sprang das Kundenteam JDC-Miller MotorSports in die Bresche: Werksfahrer Laurin Heinrich, Kaylen Frederick und Tijmen van der Helm hielten sich aus allen Scharmützeln heraus und fuhren sensationell auf den zweiten Platz auf das Podium.
Die Ergebnisse der GT-Klassen
In den GT-Kategorien gab es ebenfalls reichlich Action. In der GTD-PRO-Klasse überzeugte der „Rexy“ genannte Porsche 911 GT3 R von AO Racing im auffälligen Dinosaurier-Design. Die Briten Harry King und Nick Tandy fuhren nach einer fehlerfreien und sauberen Leistung auf den zweiten Platz. Weniger Glück hatte der baugleiche Neunelfer von Manthey, der nach Zeitstrafen nur Neunter wurde.
Für den BMW M4 GT3 EVO von Paul Miller Racing endeten die Podestträume nach einem Ausrutscher von Connor De Phillippi und Neil Verhagen in die Reifenstapel. Nach langer Reparatur reichte es nur für Platz elf. In der GTD-Klasse rettete Turner Motorsport die BMW-Ehre: Robby Foley, Patrick Gallagher und Francis Selldorff fuhren im #96 BMW M4 GT3 EVO auf einen starken fünften Rang. Der bestplatzierte Porsche in dieser Kategorie war die Startnummer 28 von RS1 auf Platz zehn.
Ausblick auf die nächsten Läufe
Der Fokus der Teams richtet sich nun nach vorn. Der neunte Lauf zur IMSA WeatherTech SportsCar Championship findet am 23. August auf dem Virginia International Raceway statt, wo ausschließlich die GT-Klassen antreten. Die Topkategorie GTP mit den Hybrid-Prototypen von BMW und Porsche kehrt am 20. September im Indianapolis Motor Speedway auf die Rennstrecke zurück.
Fazit: Ein Rennen der verpassten Gelegenheiten
Das Sechs-Stunden-Rennen in Road America bot Motorsport auf absolutem Top-Niveau, endete für die favorisierten Werke von BMW und Porsche jedoch in einer bitteren Enttäuschung. Trotz beeindruckender Grundschnelligkeit und zeitweiser Führungen machten technische Defekte (Bremsen und Kühlung) bei den BMW M Hybrid V8 sowie Unfälle und Strafen bei den Werks-Porsche 963 alle Hoffnungen auf den Gesamtsieg zunichte.
Während BMW komplett leer ausging, rettete Porsche das Wochenende durch den vorzeitigen Titelgewinn im IMSA Michelin Endurance Cup sowie den starken zweiten Platz des Kundenteams JDC-Miller MotorSports. In den GT-Klassen glänzte zudem der „Rexy“-Porsche von AO Racing auf dem Podium. Das Event hat gezeigt, dass in der IMSA-Serie neben der reinen Pace vor allem fehlerfreie Zuverlässigkeit und Rennglück über den Sieg entscheiden.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu IMSA Road America
Warum haben die beiden BMW M Hybrid V8 das Podium verpasst?
- Nummer 24: Musste das Rennen zur Halbzeit in Führung liegend wegen akuter Bremsprobleme aus Sicherheitsgründen vorzeitig aufgeben.
- Nummer 25: Wurde durch Kühlungsprobleme zu einem langen Reparaturstopp gezwungen und beendete das Rennen mit zwei Runden Rückstand auf Platz sieben.
Welches Sonderdesign trug der BMW mit der Startnummer 24?
- Das Fahrzeug trat in einer exklusiven Kooperation mit Marvel im auffälligen Comic-Design unter dem Motto „Spider-Man: Brand New Day“ an.
Warum verlief das Rennen für die Porsche-Werksautos so enttäuschend?
- Die Startnummer 7 wurde von einem Konkurrenten ins Kiesbett befördert und kassierte drei Strafen (Platz 6). Die Startnummer 6 verunfallte kurz vor Rennende im harten Positionskampf an den Barrieren (Platz 8).
Welche Erfolge konnte Porsche trotz des Pechs feiern?
- Porsche sicherte sich vorzeitig den Team- und Fahrertitel im IMSA Michelin Endurance Cup. Zudem fuhr das Kundenteam JDC-Miller MotorSports auf den zweiten Gesamtrang.
Wer stand in den GT-Klassen auf dem Podest?
- In der GTD-PRO-Klasse fuhr der beliebte „Rexy“-Porsche 911 GT3 R von AO Racing auf einen starken zweiten Platz. Der beste BMW (Turner Motorsport) landete in der GTD-Klasse auf Rang fünf.
Wann und wo finden die nächsten IMSA-Rennen statt?
- 23. August: Virginia International Raceway (nur für die GT-Klassen).
- 20. September: Indianapolis Motor Speedway (nächster Einsatz der GTP-Prototypen).












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