DTM in Oschersleben: Thomas Preining dominiert den neunten Meisterschaftslauf

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Thomas Preining gewann zum ersten Mal ein DTM-Rennen in Oschersleben
Thomas Preining gewann zum ersten Mal ein DTM-Rennen in Oschersleben © Gruppe C Photography

Das neunte von insgesamt 16 Saisonrennen der DTM in der Motorsport Arena Oschersleben stand ganz im Zeichen von Thomas Preining. Der amtierende Champion zeigte auf dem anspruchsvollen Bördekurs eine makellose Leistung. Vom freien Training über das Qualifying bis hin zum eigentlichen Rennen kontrollierte der 28-jährige Österreicher im Porsche 911 GT3 R des Manthey-Teams das gesamte Geschehen. Mit diesem Start-Ziel-Sieg meldete sich Preining eindrucksvoll im Kampf um den Titel zurück und feierte seinen insgesamt neunten Einzelsieg in der traditionsreichen Rennserie.

Taktische Meisterleistung in der Boxengasse entscheidet das Podium

Die 3.667 Meter lange Rennstrecke in der Nähe von Magdeburg gilt im Rennkalender als extrem eng und überholfeindlich. Aus diesem Grund kam der Strategie bei den Pflichtboxenstopps eine rennentscheidende Bedeutung zu. Preining ging in der 21. Runde an die Box und kam nach einem perfekten Reifenwechsel als Führender zurück auf den Asphalt. Obwohl Luca Engstler in der absoluten Schlussphase des Rennens immer näher an das Heck des Porsches heranrückte, behielt der Spitzenreiter die Nerven und rettete einen Vorsprung von 1,601 Sekunden ins Ziel.

Hinter dem Sieger entbrannte ein strategischer Dreikampf um die verbleibenden Podestplätze. Maro Engel, der im Mercedes-AMG von Team Ravenol einen hervorragenden Start erwischt hatte, passierte Luca Engstler unmittelbar nach dem Erlöschen der Startampel und übernahm die zweite Position. Beim gleichzeitigen Boxenstopp mit Preining verlor die Mercedes-Crew jedoch wertvolle Sekunden. Das nutzte das Red Bull Team Abt perfekt aus: Luca Engstler hatte bereits eine Runde früher frische Pirelli-Slicks aufziehen lassen. Mit optimal angewärmten Reifen zog der 26-jährige Kemptener am stehenden Mercedes von Engel vorbei und sicherte sich damit seinen ersten Podiumsplatz der aktuellen Saison. Maro Engel rettete den dritten Rang und durfte sich trotz des Boxenstopp-Patzers über die Übernahme der DTM-Tabellenführung freuen.

Spektakuläre Aufholjagden im dichten Mittelfeld

Hinter dem Führungstrio zeigten die Piloten im Mittelfeld packenden Motorsport und harten Stoßstange-an-Stoßstange-Zweikämpfe. Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf) verteidigte über weite Strecken den vierten Platz gegen den heranstürmenden Mirko Bortolotti. Der Italiener steuerte den neuen Lamborghini Temerario GT3 für das TGI Team by GRT und lauerte permanent auf einen Fahrfehler des Österreichers, fand jedoch bis zum Fallen der Zielflagge nach 40 Runden keine entscheidende Lücke mehr. Bortolotti hatte zuvor die fünfte Position von Ben Dörr übernommen. Der junge McLaren-Pilot war nach einer starken Anfangsphase durch eine unverschuldete Kollision vorzeitig ausgeschieden.

DTM Oschersleben - Nicht zu schlagen im Samstagrennen der Grello
DTM Oschersleben – Nicht zu schlagen im Samstagrennen der Grello und Pilot Thomas Preining © Gruppe C Photography

Besonders beeindruckend verlief das Rennen für die Piloten, die sich nach einem mäßigen Qualifying durch das Feld pflügen mussten. Arjun Maini zeigte im Ford Mustang GT3 für HRT Ford Racing eine furiose Aufholjagd. Der indische Rennfahrer machte insgesamt sechs Positionen gut und überquerte die Ziellinie als starker Sechster. Noch mehr Plätze machte Kelvin van der Linde gut: Der Südafrikaner katapultierte seinen BMW M4 GT3 Evo um ganze acht Ränge nach vorne und bescherte seinem Team Schubert Motorsport beim wichtigen Heimspiel einen versöhnlichen siebten Platz. Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock schaffte im McLaren 720S GT3 Evo nach einer schwierigen Phase als Achter den Sprung zurück in die Top Ten. Die letzten Punkteplätze sicherten sich Thierry Vermeulen im Emil Frey Ferrari als Neunter und Ricardo Feller im zweiten Manthey-Porsche auf Rang zehn.

Die Ausgangslage für Sonntag

Durch den Sieg von Thomas Preining und den dritten Platz von Maro Engel hat sich die Situation an der Tabellenspitze komplett zugespitzt. Engel will seinen Patzer beim Samstags-Boxenstopp abstellen und die Führung verteidigen. Preining und das Manthey-Team versuchen, den Schwung des fehlerfreien Vortags zu nutzen, um den Doppelsieg in der Magdeburger Börde perfekt zu machen. Da Oschersleben kaum Überholmanöver zulässt, wird das Zeittraining am Vormittag bereits eine Vorentscheidung bringen.

Freude bei Thomas Preining in Oschersleben
Freude bei Thomas Preining in Oschersleben über DTM Sieg © Gruppe C Photography

Rennfazit: Markenvielfalt und Taktik-Krimi

Das Samstagsrennen in Oschersleben hat eindrucksvoll bewiesen, wie hoch das Leistungsniveau in der DTM aktuell ist. Sechs verschiedene Automobilhersteller (Porsche, Lamborghini, Mercedes-AMG, Ford, BMW und McLaren) in den Top 8 der Wertung zeigen, dass die Balance of Performance (BoP) eine extreme Leistungsdichte ermöglicht.

Entscheidend für den Ausgang des Rennens war neben der reinen Fahrzeugperformance das exzellente Reifenmanagement und das präzise Timing beim Boxenstopp. Auf Kursen wie Oschersleben gewinnt nicht zwingend das schnellste Auto, sondern das Team, das den Boxenstopp so taktet, dass der Fahrer nach dem Reifenwechsel nicht im dichten Überrundungsverkehr stecken bleibt. Manthey und das Team Abt haben in diesem Punkt fehlerfrei agiert, während das Team Ravenol wertvolle Punkte durch ein Standzeit-Problem liegen ließ. Dennoch bleibt die Meisterschaft durch den Führungswechsel von Maro Engel völlig offen und verspricht maximale Spannung für die kommenden Läufe.

 

FAQ: Häufige Fragen zum DTM-Rennen in Oschersleben

Wer hat das neunte DTM-Saisonrennen gewonnen?
Der Österreicher Thomas Preining feierte im Porsche 911 GT3 R des Manthey-Teams einen unangefochtenen Start-Ziel-Sieg, nachdem er sich bereits die Pole-Position gesichert hatte.

Wer steht aktuell an der Spitze der DTM-Gesamtwertung?
Durch seinen dritten Platz im Samstagsrennen übernahm Maro Engel (Mercedes-AMG Team Ravenol) die Gesamtführung in der DTM-Tabelle.

Welches Team schaffte die größte Aufholjagd des Rennens?
Kelvin van der Linde zeigte im BMW M4 GT3 Evo die stärkste Performance des Mittelfelds. Er verbesserte sich im Verlauf der 40 Rennrunden um insgesamt acht Platzierungen und kam auf Rang sieben ins Ziel.

Warum kam es zu Verschiebungen auf den Podiumsplätzen?
Luca Engstler nutzte einen sogenannten „Undercut“. Er holte eine Runde früher als die Konkurrenz frische Reifen. Da Maro Engel beim anschließenden Boxenstopp wertvolle Sekunden verlor, konnte Engstler mit bereits warmen Reifen vorbeiziehen.

Welche Wetterbedingungen herrschten in der Motorsport Arena?
Das Rennen fand unter optimalen äußeren Bedingungen statt. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen von 28 Grad Celsius bot der Asphalt perfekten Grip für die GT3-Fahrzeuge.

 

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.