Neuwagen-Markt im Wandel: Kaum noch Modelle unter 20.000 Euro verfügbar

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Zahl der Neufahrzeuge unter 20.000 Euro sinkt deutlich
Neufahrzeuge beim Händler (Symbolfoto) © Alexander Leech/pexels

Günstige Neuwagen sterben auf dem deutschen Automarkt zunehmend aus. Wer heute ein neues Fahrzeug mit einem Listenpreis von unter 20.000 Euro sucht, trifft auf eine drastisch geschrumpfte Auswahl. Eine aktuelle Auswertung des ADAC zeigt einen besorgniserregenden Abwärtstrend für preisbewusste Käufer: Auf dem hiesigen Markt bieten gängige Automarken derzeit lediglich noch 16 Modelle an, die sich unterhalb dieser magischen Preisschwelle bewegen. Vor fünf Jahren sah die automobile Welt noch völlig anders aus. Im Jahr 2021 konnten Verbraucher aus einer Palette von 35 erschwinglichen Modellen wählen. Das Angebot hat sich damit innerhalb kurzer Zeit mehr als halbiert.

Deutsche und japanische Hersteller verlassen das Einstiegssegment

Besonders auffällig an der Marktanalyse ist die Neuausrichtung etablierter Automobilnationen. Unter den verbliebenen 16 erschwinglichen Modellen sucht man Fahrzeuge von deutschen oder japanischen Herstellern vergeblich. Diese Marken haben sich fast vollständig aus dem klassischen Niedrigpreissegment zurückgezogen. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren hielten deutsche Autobauer immerhin noch fünf verschiedene Modelle unter der 20.000-Euro-Marke bereit.

Wer heute die heimische Industrie unterstützen möchte und das günstigste deutsche Auto sucht, landet beim VW Polo. Doch selbst dieser Klassiker hat die psychologische Barriere durchbrochen. Die Basisvariante des Polos schlägt mit einem Grundpreis von 20.380 Euro zu Buche. Damit liegt er knapp, aber spürbar über dem einstigen Budgetlimit für Einstiegsfahrzeuge.

Neufahrzeuge unter 20.000 Euro
Liste der Neufahrzeuge unter 20.000 Euro © ADAC

Das Aus für das 10.000-Euro-Auto

Noch dramatischer zeigt sich der Preisanstieg in der absoluten Tiefpreisklasse. Ein Budget von rund 10.000 Euro reichte vor fünf Jahren noch problemlos aus, um zwischen drei verschiedenen Fahrzeugmodellen zu wählen. Heute ist dieser Markt faktisch nicht mehr existent. Für diese Summe lässt sich kein einziger Neuwagen mehr erwerben.

Als unangefochtener Spitzenreiter unter den Sparfüchsen gilt gegenwärtig der Dacia Sandero in der Version TCe 100 Essential. Mit einem Anschaffungspreis von 13.590 Euro markiert er das absolute Minimum, das Käufer für ein Neufahrzeug investieren müssen. Der Abstand zur 10.000-Euro-Linie verdeutlicht, wie stark die Inflation im Automobilsektor zugeschlagen hat.

Lichtblick für die Elektromobilität

Es gibt jedoch nicht nur negative Nachrichten vom Neuwagenmarkt. Während Verbrenner immer teurer werden, zeigt sich bei den alternativen Antrieben eine positive Dynamik. Erstmals schaffen es in diesem Jahr gleich drei vollelektrische Modelle, die Grenze von 20.000 Euro zu unterbieten.

Das bedeutet einen echten Meilenstein für die Mobilitätswende. Vor fünf Jahren war an ein reines Elektroauto zu einem solchen Kurs noch überhaupt nicht zu denken. Für technologieoffene Interessenten mit kleinerem Budget bietet der Markt somit immerhin im E-Segment neue, bezahlbare Optionen.

Warum die Autopreise so massiv steigen

Die Gründe für die Teuerung sind vielschichtig und betreffen die gesamte Automobilindustrie. Zum einen haben sich die Kosten entlang der kompletten Wertschöpfungskette – von den Rohstoffen über die Energie bis hin zur Logistik – spürbar erhöht. Zum anderen spielen gesetzliche Vorgaben eine entscheidende Rolle. Der Gesetzgeber schreibt immer mehr Assistenzsysteme und strenge Abgasnormen vor. Auch die Erwartungshaltung der Kundschaft an Komfort und digitale Vernetzung ist gewachsen. Diese Faktoren treiben die Produktionskosten unaufhaltsam nach oben und machen die Produktion von günstigen Kleinstwagen für viele Konzerne schlichtweg unrentabel.

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.