
Der beliebte VLC Media Player hat ein massives Wartungsupdate erhalten. Die Entwickler von VideoLAN haben die Version 3.0.24 des quelloffenen Allrounders veröffentlicht. Es handelt sich um die mittlerweile 25. Aktualisierung des langlebigen „Vetinari“-Zweigs. Auch wenn es sich nominell um ein kleineres Update handelt, hat es die neue Version in sich: Neben der Behebung von nervigen Windows- und Mac-Fehlern steht vor allem die Sicherheit im Fokus – so viele Schwachstellen wie dieses Mal wurden noch nie auf einen Schlag beseitigt.
Rekordverdächtige Sicherheitskorrekturen durch KI-Unterstützung
Das markanteste Highlight von VLC 3.0.24 ist die Schließung von über 130 Sicherheitslücken im Player selbst sowie in den mitgelieferten externen Bibliotheken. Das Entwicklerteam von VideoLAN gab auf der Plattform X (ehemals Twitter) augenzwinkernd an, dass man „noch nie so viele Sicherheitsfehler“ auf einmal gefunden habe. Als Grund dafür vermuten die Programmierer den vermehrten Einsatz von Large Language Models (LLMs) und künstlicher Intelligenz durch Sicherheitsforscher, wodurch Code-Fehler wesentlich effizienter aufgespürt werden können.
Unter den behobenen Problemen befinden sich kritische Schwachstellen wie Out-of-Bounds-Zugriffe, Integer-Überläufe sowie unsaubere Speicherfreigaben (Double-Free und Use-after-Free), die im schlimmsten Fall zum Einschleusen von Schadcode hätten führen können. Finanziell unterstützt wurde diese immense Wartungsarbeit übrigens maßgeblich durch den deutschen Sovereign Tech Fund, der die Sicherheit und Nachhaltigkeit von Open-Source-Projekten fördert.
Kernkomponenten auf den neuesten Stand gebracht
Unter der Haube hat sich ebenfalls einiges getan. Der größte Brocken im Softwarepaket ist die Aktualisierung der Multimedia-Bibliothek FFmpeg von der veralteten Version 4.4 auf die moderne Version 8.1.2. Zusammen mit Updates für 49 weitere Drittanbieter-Bibliotheken (darunter dav1d, x265, freetype und zlib) sorgt dies für eine deutlich stabilere und performantere Medienwiedergabe.
Zusätzlich wurden einige neue Funktionen implementiert:
- Alte Codecs kehren zurück: Der Player spendiert überraschend eine Dekodierunterstützung für die historischen Audioformate ATRAC3 und ATRAC9, die man vor allem von alten Sony-MiniDiscs aus den 90er- und 2000er-Jahren kennt.
- Erweiterte Untertitel & Netzwerke: Neu hinzugekommen sind CEA-708-Untertitel in MP4-Containern sowie Optionen für einen SRT-Listener und sichere SFTP-Verbindungen mittels Public-Key-Authentifizierung (ED25519).
- Bessere Hardware-Unterstützung: Windows-Nutzer profitieren von einer Super-Resolution-Skalierung mit Moore-Threads-Grafikkarten und einer NV12 DirectShow-Aufnahmeunterstützung.
Fehlerbehebungen für Windows und macOS
Windows-Nutzer dürften aufatmen: Version 3.0.24 behebt einen altbekannten Fehler, bei dem der Player nach der Umstellung auf die Sommerzeit extrem langsam startete. Zudem wurden Direct3D11-Renderingfehler, Texturlecks und plötzliche Audiocrashs unter Windows aus der Welt geschafft. Auf dem Mac ab macOS 26 wurde wiederum ein Absturz des AudioToolbox-MIDI-Synthesizers repariert.
Abschied von Altlasten
VideoLAN nutzt den Release, um unbrauchbaren Ballast abzuwerfen. Das veraltete NPAPI-Browser-Plugin wurde endgültig entfernt und das RealRTSP-Protokoll standardmäßig deaktiviert. Auch das integrierte Skript youtube.lua fliegt raus, da es aufgrund von Googles Code-Änderungen ohnehin nicht mehr funktionierte.
Wichtig für zukünftige Updates: Der interne Updater stellt seine Verifizierung auf einen wesentlich sichereren RSA-4096-Kryptoschlüssel um. Beim nächsten Autoupdate lädt der Player diesen neuen Schlüssel automatisch herunter.
VLC 3.0.24 steht ab sofort für Windows, macOS und Linux bereit. Da die automatische Update-Funktion innerhalb des Players die neue Version gestaffelt verteilt, empfiehlt sich bei Sicherheitsbedenken der direkte Download über die offizielle Website. Experten warnen in diesem Zuge ausdrücklich davor, Drittanbieter-Seiten oder gefälschte VLC-Downloadportale in den Suchmaschinen anzusteuern, da dort oft Schadsoftware lauert.













