Citroen Racing: Weichenstellung für die Formel-E-Zukunft und GEN4-Entwicklung

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Formel E Citroen Racing Gen4 Rennwagen bei Test für die Saison 13
Formel E Citroen Racing Gen4 Rennwagen bei Test für die Saison 13 © Citroen

Während die aktuelle zwölfte Saison der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft auf die Zielgerade einbiegt, konzentriert sich Citroen Racing bereits voll auf die kommenden Jahre. Nach der offiziellen Zusage für die neue GEN4-Ära treibt das Team die Entwicklung des neuen Rennwagens intensiv voran und fixiert zudem das Fahreraufgebot für Saison 13.

Seit den ersten offiziellen FIA-Streckentests im vergangenen November durchläuft das GEN4-Programm eine straffe Testphase auf verschiedenen europäischen Rennstrecken. Auf Kursen in Calafat, Andalusien, Navarra und zuletzt Guadix sammelte die Mannschaft wertvolle Daten. Jeder dieser Einsätze dient dazu, das Fahrzeug unter wechselnden Bedingungen optimal auf das geplante Meisterschaftsdebüt im kommenden Dezember vorzubereiten.

Neben der reinen Maximierung der Rundenzeiten steht die Feinabstimmung des elektrischen Antriebsstrangs im Fokus. Die Ingenieure nutzen die Testfahrten, um die Softwarestrukturen zu optimieren und die Simulationsdaten mit den realen Bedingungen auf der Piste abzugleichen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das direkte Feedback der Piloten, welches maßgeblich in das Set-up und die technische Weiterentwicklung einfließt.

Die technologischen Meilensteine der GEN4-Ära:

  • Maximale Performance: Eine Systemleistung von bis zu 600 kW (815 PS) macht den GEN4-Boliden zum stärksten vollelektrischen Formel-Rennwagen der Geschichte.
  • Premiere im Championat: Erstmals setzt die Rennserie auf einen permanenten Allradantrieb.
  • Hocheffiziente Rekuperation: Über die vorderen und hinteren Antriebsstränge können bis zu 700 kW Energie zurückgewonnen werden.
  • Optimierter Energiespeicher: Eine neue 55-kWh-Batterie sorgt für mehr Reichweite und konstante Leistungsabgabe.
  • Flexible Aerodynamik: Zwei variable Konfigurationen (High Downforce und Low Downforce) ermöglichen die perfekte Anpassung an die jeweiligen Sessions des Rennwochenendes.
Formel E Citroen Racing GEN4 Rennwagen
Formel E Citroen Racing GEN4 Rennwagen für die Saison 13 © Citroen

Kontinuität im Cockpit: Mit geballter Erfahrung in Richtung Saisonstart

Die Vorbereitungen für das mit Spannung erwartete Debüt der GEN4-Ära laufen bei Citroen Racing auf Hochtouren. Das erste Kräftemessen der neuen Fahrzeuge wird beim Saisonauftakt auf dem spektakulären Stadtkurs im saudi-arabischen Dschidda (Jeddah Corniche Circuit) stattfinden. Bis dahin setzen die Ingenieure auf Kontinuität und die bewährten Stärken ihrer beiden Stammfahrer. Das Duo arbeitet in der finalen Entwicklungsphase extrem eng mit der Technikabteilung zusammen. Ziel ist es, die komplementären Fähigkeiten beider Piloten optimal zu nutzen, um das komplexe Gesamtsystem des neuen Boliden zu verfeinern.

Ein wichtiger Meilenstein gelang dem Team jüngst bei den Testfahrten auf der spanischen Rennstrecke in Guadix. Unter optimalen äußeren Bedingungen spulte der GEN4-Rennwagen mehr als 500 Kilometer ohne nennenswerte Probleme ab. Die dabei generierte, immense Datenmenge bildet das Fundament für die anstehenden Optimierungsschritte, bevor in wenigen Monaten die offiziellen kollektiven Vorsaisontests der FIA auf dem Programm stehen.

Stimmen aus der Teamführung und dem Cockpit

Xavier Chardon, CEO von Citroen:

„Mit der Einführung der GEN4-Fahrzeuge schlagen wir ein völlig neues Kapitel in der Motorsport-Geschichte von Citroen Racing und unserem Engagement in der Formel E auf. Die Bestätigung von Jean-Éric Vergne und Nick Cassidy als unsere Fahrerpaarung unterstreicht diese langfristige Vision. Ihr unschätzbarer Erfahrungsschatz, ihr tiefes Verständnis für die Besonderheiten dieser Rennserie und ihre Fähigkeit, präzises technisches Feedback zu geben, sind in dieser kritischen Phase der Saison 13 von unschätzbarem Wert. Wir sind bereit, diese Erfolgsgeschichte gemeinsam fortzuschreiben.“

Beth Paretta, Managing Director bei MSG:

„Es ist eine große Freude, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Jean-Éric und Nick fortzusetzen. Ihre Qualitäten zeigen sich nicht nur an den Ergebnissen auf der Rennstrecke, sondern vor allem in ihrer Rolle als Entwicklungsbeschleuniger für das GEN4-Projekt. Der technologische Sprung zu dieser neuen Fahrzeuggeneration ist ein historischer Meilenstein für die gesamte Formel E. Unsere Zielsetzung ist klar definiert: Wir wollen beim ersten Rennen der Saison 13 mit einem absolut konkurrenzfähigen und standfesten Rennwagen am Start stehen, um von Beginn an um die Weltmeisterschaft zu kämpfen.“

Nick Cassidy, Fahrer bei Citroen Racing:

„Ich freue mich sehr über das Vertrauen und die Fortführung der Partnerschaft mit Citroen Racing für die 13. Saison. Wir haben in den vergangenen Monaten eine extrem starke Vertrauensbasis innerhalb der Mannschaft aufgebaut. Die Weiterentwicklung des GEN4-Autos aktiv mitzugestalten, ist eine unglaublich spannende Aufgabe. Diese neue Fahrzeuggeneration bringt völlig neue fahrerische und technische Herausforderungen mit sich. Ich kann es kaum erwarten, gemeinsam mit dem Team das volle Potenzial des Autos zu entfesseln, sobald die Ampeln auf Grün schalten.“

Jean-Éric Vergne, Fahrer bei Citroen Racing:

„Es macht mich stolz, diesen Weg gemeinsam mit dem Team weiterzugehen. Die Entwicklung einer komplett neuen Fahrzeuggeneration ist für uns Rennfahrer immer eine ganz besondere und faszinierende Herausforderung. Die GEN4-Ära wird den gesamten Elektro-Motorsport auf ein neues Level heben. Obwohl vor dem Saisonstart noch ein enormes Arbeitspensum vor uns liegt, bin ich fest davon überzeugt, dass wir ein grundsolides Fundament erarbeiten werden. Unser Anspruch ist es, vom ersten Freien Training an voll angriffslustig zu sein.“

Formel E Citroen Racing Fahrer für Saison 13 Nick Cassidy und Jean-Éric Vergne
Formel E Citroen Racing Fahrer für Saison 13 Nick Cassidy und Jean-Éric Vergne © Citroen

Inside GEN4: Ein Blick hinter die Kulissen der Streckentests

Im exklusiven Interview erklärt Simon Merchet, Leiter des Entwicklungsprogramms für die Formel E bei Stellantis Motorsport, wie ein moderner Testtag an der Rennstrecke abläuft und warum Simulationen den realen Asphalt niemals ganz ersetzen können.

Welche Kernziele werden an einem klassischen Testtag verfolgt?

Ein produktiver Testtag stützt sich im Wesentlichen auf zwei tragende Säulen. Zum einen geht es darum, dass sich die Fahrer und die Crew mit den völlig neuen Systemen, Bedienelementen und Werkzeugen des Fahrzeugs vertraut machen. Man muss Schritt für Schritt lernen und verstehen, wie das Auto in Grenzbereichen reagiert. Zum anderen treiben wir die technische Evolution des GEN4-Modells voran. Das beinhaltet sowohl die Überprüfung der von der FIA vorgegebenen Einheitsbauteile als auch die kontinuierliche Optimierung der komplexen Steuerungs-Software, die wir selbst entwickeln. Jeder gefahrene Kilometer erweitert unser Verständnis für das Fahrzeug immens.

Wie läuft die strategische Planung eines solchen Entwicklungstests ab?

Spontaneität gibt es bei uns an der Rennstrecke kaum. Schon Wochen vor dem eigentlichen Testtermin erstellen wir ein minutiös durchgetaktetes Programm. Jeder einzelne Stint auf der Strecke ist an eine spezifische Aufgabe gekoppelt – sei es die Evaluierung eines Software-Updates, die Überprüfung einer veränderten Fahrwerksgeometrie oder das Sammeln von Temperaturdaten einer bestimmten Baugruppe. Wir verbuchen einen Testtag dann als Erfolg, wenn alle Punkte auf dieser Liste ohne Verzögerung abgearbeitet wurden. Sollten Punkte aufgrund von unvorhersehbaren Faktoren wie Wetterumschwüngen oder Zeitmangel offenbleiben, wandern diese automatisch in das Lastenheft des nächsten Tests.

Warum sind reale Streckentests unverzichtbar, obwohl die Simulationen im Werk heute so fortgeschritten sind?

Die hochentwickelten Simulatoren und die computergestützten Berechnungen in unserer Fabrik sind fantastische Werkzeuge. Sie erlauben es uns, schon Monate vor dem ersten Roll-out präzise Hypothesen aufzustellen und das Auto virtuell zu konstruieren. Dennoch gibt es physikalische Variablen und unvorhersehbare Streckeneinflüsse, die sich nur unter realen Bedingungen validieren lassen. Die Rennstrecke ist der ultimative Realitätscheck: Hier prüfen wir, ob die Daten aus dem Simulator der Wirklichkeit standhalten oder ob wir nachjustieren müssen. Zudem ist das emotionale und sensorische Feedback des Fahrers durch kein Labor der Welt reproduzierbar.

Inwiefern markiert die GEN4-Plattform einen Quantensprung für die Formel E?

Der Sprung von der aktuellen Generation zum GEN4-Auto ist monumental. Die Fahrzeuge sind signifikant schneller, verfügen über eine aerodynamische Effizienz auf völlig neuem Niveau und generieren spürbar höhere Kurvengeschwindigkeiten. Diese neue Generation bietet uns Ingenieuren völlig neue Entwicklungsspielräume, insbesondere im Bereich der Aerodynamik, die vorher stark reglementiert war. Das Auto ist ohne Zweifel leistungsfähiger, stellt aber gleichzeitig dramatisch höhere Anforderungen – sowohl an die Piloten im Cockpit als auch an die Ingenieure, die dieses hochkomplexe System abstimmen müssen.

Fazit: Citroen Racing stellt die Weichen auf Sieg

Die Vorbereitungen von Citroen Racing auf die kommende Formel-E-Ära zeigen eine klare und ambitionierte Strategie. Durch die Kombination aus technologischer Innovation und personeller Konstanz positioniert sich das Team frühzeitig als Top-Anwärter auf den Weltmeistertitel in der Saison 13. Die Verlängerung mit den beiden Spitzenfahrern Jean-Éric Vergne und Nick Cassidy bringt die notwendige Ruhe und Erfahrung in das Entwicklungsprogramm, um die enormen Herausforderungen der neuen GEN4-Fahrzeuge zu meistern.

Der Technologiesprung der GEN4-Boliden – insbesondere der neue Allradantrieb, die brachiale Leistungssteigerung auf 815 PS und die verfeinerte Aerodynamik – wird die Karten im Championat völlig neu mischen. Die erfolgreichen Testfahrten in Guadix und die akribische Abstimmung zwischen Simulator und Rennstrecke beweisen, dass Stellantis Motorsport technologisch auf dem höchsten Niveau agiert. Fans und Experten dürfen sich auf den Saisonauftakt in Dschidda freuen, der den Beginn einer neuen, noch schnelleren und anspruchsvolleren Ära des elektrischen Motorsports markiert.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur neuen GEN4-Ära und Citroen Racing

Was ist das GEN4-Auto in der Formel E?
Das GEN4-Fahrzeug ist die vierte Generation von vollelektrischen Formel-Rennwagen in der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft. Es bringt signifikante Upgrades in den Bereichen Leistung, Antrieb und Aerodynamik mit sich und ist ab der Saison 13 im Einsatz.

Wie viel PS hat der neue GEN4-Rennwagen?
Der GEN4-Bolide verfügt über eine maximale Systemleistung von bis zu 600 kW, was umgerechnet rund 815 PS entspricht. Damit ist er der leistungsstärkste vollelektrische Formel-Rennwagen, der je für eine Meisterschaft entwickelt wurde.

Wer sind die Fahrer von Citroen Racing in der Saison 13?
Das Team setzt weiterhin auf die bewährte und erfahrene Fahrerpaarung aus dem Franzosen Jean-Éric Vergne und dem Neuseeländer Nick Cassidy. Beide Piloten bringen jahrelange Formel-E-Erfahrung und wertvolles technisches Know-how für die Fahrzeugentwicklung mit.

Hat das neue Formel-E-Auto einen Allradantrieb?
Ja, eine der größten technologischen Neuerungen der GEN4-Ära ist der permanente Allradantrieb. Dies ist eine Premiere in der Geschichte der rein elektrischen Rennserie und sorgt für deutlich höhere Kurvengeschwindigkeiten und eine bessere Traktion.

Wo fand der jüngste Härtetest des GEN4-Wagens statt?
Die jüngsten Entwicklungstests wurden auf der Rennstrecke im spanischen Guadix absolviert. Dort spulte das Fahrzeug problemlos mehr als 500 Kilometer ab, um wichtige Daten für die Software- und Antriebsoptimierung zu sammeln.

Warum sind Streckentests trotz moderner Simulatoren wichtig?
Während der Simulator im Werk wichtige Hypothesen liefert, lassen sich reale Streckenbedingungen, Reifenverschleiß, wechselnde Temperaturen und vor allem das sensorische Feedback der Fahrer nur auf echtem Asphalt überprüfen. Reale Tests validieren oder korrigieren die theoretischen Daten aus dem Labor.

Wann und wo startet die neue Formel-E-Saison?
Das erste offizielle Rennen der Saison 13 und damit das Renndebüt der GEN4-Generation findet auf dem spektakulären Stadtkurs des Jeddah Corniche Circuit im saudi-arabischen Dschidda statt.

Joerg
Hallo ich bin der Jörg. Ich bin gelernter Kfz Schlosser und früher aktiv im Motorsport unterwegs mit Interesse für Auto Neuheiten sowie generell technische Innovationen aus der digitalen und analogen Welt.