Sport WEC – Porsche kämpft beim Saisonfinale um Hersteller- und Fahrermeisterschaft

WEC – Porsche kämpft beim Saisonfinale um Hersteller- und Fahrermeisterschaft

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Porsche 911 RSR, Porsche GT Team (#91), Gianmaria Bruni (I), Richard Lietz (A); Porsche GT Team (#92), Kevin Estre (F), Michael Christensen (DK)
Porsche 911 RSR, Porsche GT Team (#91), Gianmaria Bruni (I), Richard Lietz (A); Porsche GT Team (#92), Kevin Estre (F), Michael Christensen (DK) © Porsche AG
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WEC – Porsche kämpft beim Saisonfinale um Hersteller- und Fahrermeisterschaft Auch Gianmaria Bruni im Porsche 911 RSR mit der Startnummer 91 besitzt noch rechnerische Chancen auf den Gewinn der Fahrermeisterschaft: Der Italiener liegt in der Gesamtwertung nur 14 Zähler hinter den Spitzenreitern. Sein Teamkollege Richard Lietz aus Österreich kann nicht mehr um den Titel kämpfen.

Er musste krankheitsbedingt das Rennen in Monza (Italien) auslassen und konnte dort keine Punkte einfahren. Gleichzeitig ist das Rennen auch der letzte Einsatz des Werksteams mit dem RSR. Die beiden Werks-Neunelfer treten in einem besonderen Design an. Es greift die großen Erfolge, eingesetzten Fahrer, besuchten Schauplätze und besonderen Folierungen der vergangenen zehn Jahre auf. In der GTE-Am-Klasse setzen drei Kundenteams fünf der rund 378 kW (515 PS) starken 911 RSR ein.

„Das Team, die Fahrer und die gesamte Belegschaft von Porsche Motorsport sind maximal motiviert. Im allerletzten Rennen der GTE-Pro-Klasse geht es in dieser seit Jahren hart umkämpften Kategorie um alles“, schildert Thomas Laudenbach seine Vorfreude auf das Saisonfinale in Bahrain. Der Leiter Porsche Motorsport fügt hinzu: „Wir haben in Bahrain noch eine Rechnung offen. Im vergangenen Jahr haben wir an gleicher Stelle in den letzten Runden der Saison den Titel ohne eigenes Verschulden verloren. Den Spieß möchten wir in diesem Jahr unbedingt umdrehen und uns mit diesem Werksteam als Weltmeister aus der Szene verabschieden. Der Gewinn des Hersteller- und Fahrertitels wäre die Krönung zum Abschluss des zehnjährigen Werkseinsatzes mit dem Porsche 911 RSR.“

Porsche 911 RSR, Porsche GT Team (#91), Gianmaria Bruni (I), Richard Lietz (A)
Porsche 911 RSR, Porsche GT Team (#91), Gianmaria Bruni (I), Richard Lietz (A) © Porsche AG
„Wir werden in Bahrain das Ende einer Epoche im Porsche-Werksmotorsport erleben. Diese Tatsache ist uns sehr bewusst und motiviert das gesamte Team bis zum Äußersten“, erklärt Alexander Stehlig, Leiter Werksmotorsport FIA WEC. „Wir wollen gern noch einmal einen Doppelsieg und die großen Pokale für den Gewinn der Weltmeistertitel erringen. Uns erwartet allerdings ein schwieriges Rennen. Es soll uns keinesfalls das gleiche passieren wie im Vorjahr, als wir den Titel auf den letzten Metern verpassten. Die vergangenen beiden Rennen in Monza und Fuji haben aus unserer Sicht eines klar gezeigt: Die Ausgeglichenheit im Wettbewerb war nicht gegeben. Wir hoffen, dass auch die FIA dies erkannt hat und die Balance of Performance zum Finale entsprechend anpasst. Wenn dem so ist, dann erwarten wir einen spannenden, aber aufgrund der harten Bedingungen über acht Stunden auch einen sehr intensiven Wettbewerb auf einer anspruchsvollen Strecke.“

Das Rennen
Die FIA WEC gastierte erstmals in ihrem Gründungsjahr 2012 auf dem 5,412 Kilometer langen Bahrain International Circuit nahe der Hauptstadt Manama. Einzig in der Saison 2018/2019 fand kein Langstrecken-Wettbewerb in Sakhir statt. Die große Hitze bei Tag, die fallenden Temperaturen bei Einbruch der Nacht sowie der oftmals mit einer feinen Sandschicht überzogene Asphalt machen das Rennen für Teams, Ingenieure und Fahrer zu einer großen Herausforderung. Der Reifenverschleiß auf dem Grand-Prix-Kurs mit seinen 15 Kurven ist enorm hoch. Ein konstantes Tempo über einen vollen Renn-Stint gilt als entscheidender Erfolgsfaktor. Im 8-Stunden-Rennen wird bei der Punktevergabe der Faktor 1,5 angewendet und das Ergebnis aufgerundet (38-27-23-18-15-12-9-6-3-2). Zudem erhält der Schnellste des Qualifyings für das Erreichen der Pole-Position einen zusätzlichen WM-Zähler.

Die Fahrer des Porsche GT Teams
Im rund 378 kW (515 PS) starken Porsche 911 RSR mit der Startnummer 91 wechseln sich die beiden Le-Mans-Klassensieger Gianmaria Bruni und Richard Lietz ab. Der Italiener rangiert in der Fahrermeisterschaft auf Platz drei, sein Teamkollege aus Österreich auf Rang vier. Auf Position zwei der Gesamtwertung liegen die Markenkollegen Kévin Estre aus Frankreich und Michael Christensen aus Dänemark. Die beiden Fahrer der Startnummer 92 haben den Auftakt 2022 in Sebring (USA) gewonnen. Porsche liegt in der Herstellerwertung nur einen Zähler hinter der Spitze.

Die Kundenteams
Dempsey-Proton Racing setzt im WEC-Rennen in Bahrain zwei Porsche 911 RSR ein. In der Startnummer 77 geht Teameigner Christian Ried aus Schöneburg gemeinsam mit den beiden Briten Harry Tincknell und Sebastian Priaulx an den Start. Im Schwesterauto mit der Nummer 88 wechseln sich die Amerikaner Fred Poordad und Patrick Lindsey mit Jan Heylen aus Belgien ab.

In der Startnummer 46 von Project 1 fahren Nicolas Leutwiler aus der Schweiz, Mikkel Pedersen aus Dänemark und der Italiener Matteo Cairoli. Im Nummer-56-Auto des Kundenteams aus dem niedersächsischen Lohne agieren die beiden Amerikaner Gunnar Jeannette und PJ Hyett gemeinsam mit dem Briten Ben Barnicoat. Die Startnummer 86 von GR Racing teilt sich das Duo Michael Wainwright und Ben Barker aus Großbritannien mit dem Italiener Riccardo Pera. 

Der Zeitplan (alle Zeiten MEZ)
Donnerstag, 10. November
10:15 Uhr bis 11:45 Uhr: Freies Training 1
15:30 Uhr bis 17:00 Uhr: Freies Training 2

Freitag, 11. November
09:00 Uhr bis 10:00 Uhr: Freies Training 3
14:50 Uhr bis 15:00 Uhr: Qualifying GTE

Samstag, 12. November
12:00 Uhr bis 20:00 Uhr: Rennen

Fahrerstimmen vor dem Rennen
Richard Lietz (Porsche 911 RSR #91): „Für mich sind drei Faktoren besonders wichtig – die Einstufung der Autos, die Entschlossenheit im Team und die Herangehensweise aller Fahrer in der GTE-Pro-Klasse. Es könnte passieren, dass die BoP zum letzten Saisonrennen noch einmal verändert wird. Dann hätten wir bei jedem einzelnen Lauf des Jahres eine andere Einstufung gehabt, obwohl sich die Autos im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert haben. Im finalen Rennen des 911 RSR in der Pro-Kategorie wollen wir noch einmal alles in die Waagschale werfen. Die Motivation ist maximal hoch. Es geht noch einmal um alles.“

Gianmaria Bruni (Porsche 911 RSR #91): „An allererster Stelle steht für uns das klare Ziel, die Herstellermeisterschaft zu gewinnen. Für mich persönlich gibt es nur dann einen Fahrertitel, wenn unsere Startnummer 91 gewinnt und die Nummer 51 von Ferrari maximal Dritter wird. Darüber mache ich mir aber erst Gedanken, wenn wir die WM für Porsche entschieden haben. In Bahrain fahren wir ein Rennen über acht Stunden, in dem wir mehr Punkte gewinnen können als in normalen 6-Stunden-Läufen. Es ist noch alles möglich. Egal, wie es am Samstag ausgeht: Wir werden viele traurige Gesichter sehen, denn die GTE-Pro-Klasse ist dann Geschichte. Der intensive Kampf der Hersteller mit diesen tollen GT-Rennwagen war immer großartig. Ab 2023 gibt eine neue Topklasse, in der Porsche mit dem LMDh-Prototypen 963 vertreten ist. Darauf dürfen wir uns im Anschluss freuen.“

Kévin Estre (Porsche 911 RSR #92): „In Bahrain wird es auf jeden Fall hoch emotional. Es ist das letzte Rennen des Porsche 911 RSR in der GTE-Pro-Klasse – und wir treten mit einem sehr coolen Design an. Mit diesem Auto und in dieser Kategorie habe ich die größten Titel meiner bisherigen Karriere gewonnen. 2018 haben wir den Klassensieg in Le Mans geholt und am Ende jener Saison alle WM-Titel. Das war mega. In diesem Jahr haben wir noch Chancen, diesen Triumph zu wiederholen. Das bringt natürlich maximale Motivation mit sich, zudem wollen wir die Revanche für 2021 für uns entscheiden. Wir sind bereit! Hoffentlich ermöglicht uns die Konstellation der Einstufungen eine entsprechende Performance.“

Michael Christensen (Porsche 911 RSR #92): „Es wird für unser gesamtes Team ein enorm wichtiges Rennen. Wir wollen siegen, maximal punkten und bestenfalls beide WM-Titel erreichen. Wir werden uns sehr penibel auf die bevorstehenden Aufgaben vorbereiten und hoffen, dass wir im Vergleich zum Vorjahr nun den Spieß umdrehen können. Das ist unser großer Antrieb. Zugleich ist uns bewusst, dass wir vor einer großen Aufgabe stehen. Dennoch: Es ist noch alles möglich. Das Wichtigste ist, dass wir in der Hitze des Gefechts jederzeit cool bleiben.“

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