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Mercedes-Benz und AMG – Premiere für den starken C von AMG vor 25 Jahren

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Familienbande: Hochleistungsautomobile aus der Geschichte von AMG. Hinten in der Mitte der C 36 AMG der Baureihe 202, links daneben der SL 55 AMG (R 230), rechts daneben der SL 73 AMG (R 129). Vordere Reihe, von links: 300 E 6.0 AMG (W 124), 300 SEL 6.8 AMG (W 109) und E 50 AMG (W 210). Foto aus dem Jahr 2007 © Daimler AG
Familienbande: Hochleistungsautomobile aus der Geschichte von AMG. Hinten in der Mitte der C 36 AMG der Baureihe 202, links daneben der SL 55 AMG (R 230), rechts daneben der SL 73 AMG (R 129). Vordere Reihe, von links: 300 E 6.0 AMG (W 124), 300 SEL 6.8 AMG (W 109) und E 50 AMG (W 210). Foto aus dem Jahr 2007 © Daimler AG

Erstes Gemeinschaftsprojekt von Mercedes-Benz und AMG: Premiere für den starken C von AMG vor 25 Jahren

Der Mercedes-Benz C 36 AMG hat auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main (IAA) vom 9. bis 19. September 1993 Premiere. Das Debüt vor 25 Jahren ist der erste Höhepunkt in einer einzigartigen Erfolgsgeschichte. Denn diese Hochleistungslimousine der Baureihe 202 entsteht als erstes gemeinsames Projekt von Mercedes-Benz mit dem 1967 gegründeten Ingenieurbüro AMG. Das Modellprogramm von Mercedes-AMG, seit 2005 eine hundertprozentige Tochter der Daimler AG, ist heute umfassender als je zuvor.

Dieses Kraftpaket für die C-Klasse ist ein klares Bekenntnis zur automobilen Sportlichkeit über das gesamte Produktprogramm hinweg: Vor 25 Jahren präsentiert Mercedes-Benz den C 36 AMG als Topmodell der neuen C-Klasse der Baureihe 202 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main (IAA, 9. bis 19. September 1993). Von der 206 kW (280 PS) starken Hochleistungslimousine werden bis 1997 insgesamt 5.221 Exemplare gebaut. Das ist mehr als das Zehnfache des exklusiven 190 E 2.5-16 Evolution II der Baureihe 201 aus dem Jahr 1990 mit ähnlichen Leistungsdaten.
Der Mercedes-Benz C 36 AMG begeistert 1993 Fachwelt und Fans gleichermaßen. Das ist auch einer Vorgeschichte der Leidenschaft für Leistung im Zeichen des Mercedes-Sterns zu verdanken, die bis in die 1960er-Jahre zurückreicht: 1967 gründen Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher ihr Ingenieurbüro für Konstruktion und Versuch zur Entwicklung von Rennmotoren. Schon zuvor haben die beiden Mercedes-Benz Mitarbeiter privat Rennsportwagen auf der Basis von Serienautomobilen mit dem Stern aufgebaut. Nun wird die sportliche Optimierung von Kundenfahrzeugen für die Straße zum zweiten Standbein.

Mercedes-Benz C 36 AMG der Baureihe 202, Produktionszeit 1993 bis 1997 © Daimler AG
Mercedes-Benz C 36 AMG der Baureihe 202, Produktionszeit 1993 bis 1997 © Daimler AG

Die Buchstaben AMG im Unternehmensnamen stehen für Aufrecht, Melcher sowie für Aufrechts Wohnort Großaspach. Über den Tourenwagen-Rennsport, wo Mercedes-Benz und AMG insbesondere in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) sehr erfolgreich zusammenarbeiten, kommen sich die beiden Unternehmen immer näher. Ab 1990 kooperieren sie schließlich auch bei der Entwicklung von sportlichen Hochleistungstypen für die Serienproduktion von Mercedes-Benz. Der C 36 AMG ist vor 25 Jahren das erste Ergebnis dieser fruchtbaren Zusammenarbeit. Noch im selben Jahr folgen leistungsgesteigerte Varianten der E-Klasse Limousine (W 124) und des SL (R 129), die mit einem 280 kW (381 PS) starken 6,0-l-V8-Motor als E 60 AMG und SL 60 AMG angeboten werden.

Die Basis für den C 36 AMG bildet der Mercedes-Benz C 280, der jedoch hinsichtlich des Motors und des Fahrwerks umfassend überarbeitet wird. So kommt statt der im C 280 verwendeten 2,8-Liter-Variante des Reihensechszylindermotors M 104 dessen 3,2-Liter-Version zum Einsatz, die zu diesem Zeitpunkt beispielsweise im E 320 (Baureihe 124) verwendet wird. Um den Hubraum auf 3.606 Kubikzentimeter zu erhöhen, erweitern die AMG-Ingenieure die Bohrung von 89,9 auf 91 Millimeter und den Hub von 84 auf 92,4 Millimeter.

Für den ausgeprägt langen Hub sorgt die Kurbelwelle des Mercedes-Benz 3,5-Liter-Dieselmotors OM 605 D 35 A, deren Gegengewichte abgedreht werden und deren Welle neu gewuchtet wird. Bei der Optimierung greifen die Entwickler konsequent auf Komponenten aus dem Mercedes-Benz Personenwagenprogramm zurück: Die Bremsen an der Vorderachse des C 36 AMG stammen vom Mercedes-Benz SL 600 der Baureihe R 129, jene an der Hinterachse vom E 420 der Baureihe 124.

Viele weitere Verfeinerungen tragen zum gelungenen Gesamtkonzept des C 36 AMG bei. Dazu gehören beim Motor neben den Spezialkolben als Sonderanfertigung unter anderem die neue Abstimmung des Drehschwingungsdämpfers der Kurbelwelle, eine Absenkung des Ölabweisblechs um zwei Millimeter, die Nacharbeitung der Ölspritzdüsen, ein größerer Hub und geänderte Steuerzeiten der Einlass-Nockenwellen sowie erweiterte Auslasskanäle und ein Querrohr mit deutlich größerem Querschnitt zwischen Luftfilterkasten und Ansaugkrümmer. Auch die Motorsteuerung wird den geänderten Parametern angepasst. Durch die Summe aller Modifikationen steigt die Leistung des 3,6-Liter-Motors im C 36 AMG gegenüber dem 2,8-Liter-Serienmotor um 64 kW (87 PS) auf 206 kW (280 PS) bei 5.750 U/min. Das Drehmoment erreicht 385 Nm bei 4.000 bis 4.750 U/min.

Mercedes-Benz C 36 AMG der Baureihe 202, Produktionszeit 1993 bis 1997 Heckansicht © Daimler AG
Mercedes-Benz C 36 AMG der Baureihe 202, Produktionszeit 1993 bis 1997 Heckansicht © Daimler AG

Insgesamt überzeugt der C 36 AMG mit einem Eindruck überlegener Gelassenheit. Dazu trägt auch die Fahrwerksabstimmung bei, die einen gelungenen Kompromiss zwischen harter Sportwagenfederung und komfortabler Dämpferauslegung einer kultivierten Limousine findet. Aber auch die Viergangautomatik überzeugt – die Fachzeitschrift „Auto Motor und Sport“ bescheinigt ihr im Heft 20/1994: „Sie schaltet schnell und unauffällig, reagiert spontan auf Kickdown und lässt sich dank der Wählhebelkulisse mühelos manuell schalten. Auf kurvenreichen Strecken kann dies nicht nur die Freude am Fahren steigern, sondern auch die Harmonie der Fortbewegung.“ Die Ausstattung der Hochleistungslimousine mit Antriebsschlupfregelung (ASR) macht das Ausnutzen der Motorleistung ebenfalls zum verträglichen Genuss ohne Reue.

Der C 36 AMG steht vor 25 Jahren am Beginn der direkten Zusammenarbeit zwischen Mercedes-Benz und AMG – einer herausragenden Erfolgsgeschichte. Im Jahr 1999 übernimmt der Stuttgarter Konzern die Mehrheit an AMG, seit 2005 ist die Mercedes-AMG GmbH eine hundertprozentige Tochter der Daimler AG. Heute prägt die Leidenschaft für Leistung mit sportlichen Top-Modellen nahezu alle Segmente des Mercedes-Benz Personenwagen-Programms mit mehr als 50 verschiedenen Modellen. Die hohe Entwicklungskompetenz stellt die Performancemarke seit 2009 zudem auch mit komplett in Eigenregie entwickelten Sportwagen wie dem SLS AMG oder dem Mercedes-AMG GT unter Beweis.

Der starke C von AMG der Baureihe 202 aus dem Jahr 1993 setzt das Startsignal für diese Entwicklung. Das Topmodell der C-Klasse hat auf Anhieb Erfolg und wird zum ersten Großserienmodell in der Geschichte von Mercedes-AMG: Bereits im März 1997 wird das 5.000ste Exemplar ausgeliefert. Ein halbes Jahr später, nach mehr als 5.200 produzierten Fahrzeugen, wird der C 36 AMG im Herbst 1997 vom Mercedes-Benz C 43 AMG abgelöst, der ersten C-Klasse mit V8-Motor. Im Juni 1996 begründet der C 36 AMG eine bis heute andauernde Tradition, als die Marke aus Affalterbach zum ersten Mal das offizielle Safety-Car der Formel 1 stellt.